1. Teil: 13.2
Vielleicht wollte Marga, die Barfrau, auch wieder mal nur ihr Reittier quälen. Schließlich hatte Jo, der Revolvermann, solch Verhaltensweise schon ein paarmal bei Marga, der Barfrau, gesehen. Das, daß sie je nach Stimmung mit ihrem Vollblutschimmel umging. Nicht dem Preis entsprechend, den Leute auf einem Pferdemarkt für den Schimmel zu zahlen, bereit gewesen wären.
Wie ein Wasserfall redete Marga, die Barfrau, an der Seite Jo's, des Revolvermannes, drauflos. Aber sinnloses Zeug, so betreffs irgendeines Kleids, das sie sich bei einer Rast nächsten Wolkenstädtchen engermachen lassen würde. Anderes mußte geflickt, Rüsche, Spitze drangenäht werden.
Alles Gerede Margas in einer Weise, daß sich Jo, der Revolvermann, nach seinem Stetson faßte, ihn sich tiefer über die Stirn zog, damit Marga, die Barfrau, nicht zu vieles von den Gedanken mitkriegte, die Jo, dem Revolvermann, mitspielten.
Mit Näherei hatte Jo, der Revolvermann, zwar auch schon dann und wannwas zu schaffen. Allerdings für sich selber und mit der Nadel in den Fingern, einen abgerissenen Knopf anzunähen. Kunstwerke erschuf Jo, der Revolvermann, damit keine.
Dies und das erzählte Marga, die Barfrau, nun, von Schmuckstücken und Edelsteinen. In einer Weise, als würde sie Jo, den Revolvermann, Dinge unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählen.
Blutdiamanten, die liebe sie über alles; Diamenten, an denen gesichert das Blut von Menschen klebe. Einige exquisite Steine hätte ihr der Willy in jüngster Zeit geschenkt; exquisite Schliffe, mit einem Feuer, das in ihnen brannte.
Leider hätte sie ihr Glückshalsband verloren; bei dem Hinabrutschen auf den Felsabsprung. Könnte sie sich nur daran erinnern, wie es dazu kam, daß ihr Willy und sie, jeder einzeln, auf einem Felsvorsprung hinabstürzten. Leider fehlte ihr jedes Gedächtnis. Zu zweit mußten sie abgerutscht sein; Willy auf den, sie auf den anderen Vorsprung.
Vielleicht hätte sie nach ihrem Zusichkommen am Fels noch die Zeit gehabt, sich umzuschauen. Bloß, es kam nicht dazu, weil Jo, der Revolvermann, oberhalb dastand, zu ihr hinunterrief. Jo, der Revolvermann, der in einem Augenblick sein Lasso zu ihr herunterwarf. Das sie sich eilig umband, woraufhin Jo, der Revolvermann, sie in einem Moment hochzog. Oben, wieder auf festem Boden, hatte sie ihr Schmuckhalsband nirgends herumliegen sehen. Allerdings konnte sie sich auch nicht so genau umsehen, weil ihr Willy sich zu Jo, dem Revolvermann dazugesellte und ihr von seiner Rettung durch Jo, dem Revolvermann, berichtete. Kaum hatte sie ihr Willy aus seiner Umarmung entlassen, stiegen sie zu dritt auf ihre Pferde. Um auf der Stelle von dannen zu reiten, als wäre irgendwer hinter ihnen her. Wie sie jetzt auch öfters in einer Weise vorangaloppieren, als hätten sie Verfolger auf ihren Fersen; oder müßten eilig irgendwo ankommen. Für sie ein Rätsel. War doch niemand in Nah oder Fern bei ihr und ihrem Willy zu entdecken, keiner, von Jo, dem Revolvermann, abgesehen.
Es war zwischen ihrem Willy und ihr alles viel zu spannend, erklärte Marga, die Barfrau. Vor allem, weil Jo, der Revolvermann, nun der war, der Willy und sie auf seinem Pferd begleitete. Jo, der Revolvermann, derjenige, der ihren Willy wirklich das Leben gerettet hatte. Ohne Jo, den Revolvermann, wäre ihr Willy samt dem Fels in einer Sekunde hinuntergekracht. Nur das Lasso Jo's, des Revolvermannes, rettete ihren Willy.
Damit es auch der eine Willy der Willys hörte, verlangte Marga eine Rast. Für sich selbst und die Pferde.
Gegen eine Reitpause hatte Jo, der Revolvermann, an sich nichts einzuwenden.
Der eine Willy der Willys, der Jo, den Revolvermann, in den Rücken schießen hätte können, kam angeritten, nachdem Marga, die Barfrau, und Jo, der Revolvermann, ihre Reittiere gezügelt hatten.
Erst als der eine Willy ebenfalls aus dem Sattel stieg, sich zu Marga, der Barfrau, dazustellte, stieg Jo, der Revolvermann, umständlich aus dem Ledersattel, vertrat sich auf der harten weißlichen Bodenfläche die Füße,
Ein paar Schlucke aus ihrer Wasserflasche trank Marga, die Barfrau.
Jo, der Revolvermann, tat es Marga nach, genehmigte sich schlückchenweise Wasser aus dem Schlauch, der an einem Ledergurt vom Sattelknauf heruntergehangen war.
Der eine Willy der Willys glotzte dümmlich aus der Wäsche, was sein schiefes Maul ziemlich zur Geltung brachte
Jo, der Revolvermann, der den Wasserschlauch wieder bei Susan, dem Wallach, am Sattel befestigte, überblickte die Szene bei Marga, der Barfrau, und dem einen Willy der Willys, der seine Hände herabhängen ließ.
Etwas seltsam Freudloses barg sich im Augenaufschlag des Willys der Willys, daß Jo, Revolvermann, ihm spontan Bescheid gestoßen hätte,ndaß Jo, der Revolvermann, der war, der ihm das Leben gerettet hatte. Oder wollte sich der eine Willy mit Jo, dem Revolvermann, im Duell messen? Mann gegen Mann. Drei, vier Schritte voneinander entfernt.
Andererseits, es war der eine Willy der Willys, der, so wie er auf der weißen Bodenfläche der Wolke rumstand, nirgendwo etwas einer Bewaffnung entdecken ließ.
Ganz im Gegensatz zu Jo, dem Revolvermann, der seine Sechsschüsser für jeden sichtbar an den Hüften trug.
Es hätte Jo, den Revolvermann, überdies nicht den kleinsten Vorteil bei Marga, der Barfrau, verschafft, hätte er gezogen. Den Hahn mit dem Daumen zurückgezogen, bis er geräuschvoll metallisch einrastete. Um ein Momentchen drauf mit dem Zeigefinger abzudrücken.
Peng - der Willy der Willys war tot. Noch mal: peng - und Marga, die Barfrau, sie war ebenfalls tot. Tötete er den einen - konnte er auch die andere töten.
Ganz offen guckte Marga, die Barfrau, Jo, dem Revolvermann, ins Gesicht. Als könnte sie im Gesicht Jo's, des Revolvermannes, wie in einem Buch lesen.
Jo, der Revolvermann, hatte, Marga, die Barfrau betrachtend, mit sich zu kämpfen, nicht den Revolver im linken Holster herauszureißen. Seine Gedanken wahrwerden zu lassen.
Unvermittelt fing der eine Willy der Willys breit nach Jo, dem Revolvermann, hin zu grinsen an. Entwaffnend. Die gesamte Spannung, die zwischen geherrscht hatte.
Der eine Willy der Willys redete drauflos, meinte einfach mal so zu Jo, dem Revolvermann, daß er in den südlichen Bergen bei einem Bergwerk einen riesigen Klumpen Gold wüßte. Vergraben läge der Goldklumpen dort.
Das könnten sie drei als nächstes hinreiten, auf ihren Pferden. Zu der alten Mine.
Den Riesenbrocken Gold, den müßten sie sich einfach zu dritt holen.
Ein ziemlich großes Stück von dem Goldbrocken, daß Jo, der Revolvermann, abkriegen könnte. Weil Jo, der Revolvermann, ein Lebensretter war. Alte Feindseligkeit Jo, der Revolvermann, habe sie vergessen können.
Hätte Jo, der Revolvermann, seinen Goldanteil, könnte er seine Revolver an den Nagel hängen. Irgendwo ein friedliches Leben führen, wo keiner wußte, daß Jo, der Revolvermann, früher Jo, der Revolvermann, war.
Mit dem Kopf nickte Marga, die Barfrau, zustimmend.
Jo, der Revolvermann, wünschte, er wäre am Pferderücken Susans, des Wallachs, sitzengeblieben. Kurz, Susan, dem Wallach, die Sporen gegeben, hätte Susan, der Wallach, gewiehert, aus dem Stand einen Hüpfer gemacht, um sofort in Galopp zu verfallen.
Ein großer Klumpen Gold, in der Umgebung einer aufgelassenen Goldmine verbuddelt ... Die unterschiedlichsten Geschichten waren Jo, dem Revolvermann, öfters schon aufgetischt worden, Jo, der Revolvermann, hatte trotzdem gezogen und geschossen. Selbst wenn der andere nicht zog.