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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 16.2

5. Februar 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Was die Augen Jo's des Revolvermannes von seiner Umgebung wahrnahmen, war milchfarbenes Nichts.

Warum er angesichts dieser weißen Eintönigkeit an Fläche irgendwas von einer Westernstadt mit staubiger Straße im Hinterkopf hatte, davon hatte er nicht das bißchen eine Ahnung.

Nirgendwo der kleinste Umriß irgendwelcher Gebäude, die es zu der Zeit des Wilden Westens gegeben haben könnte.

Mit Jo, einem Wildwest-Revolvermann, hatte die Szene herzlich wenig zu schaffen. Ohnehin hatte Jo der Revolvermann seinen Revolvergurt nicht um. Ohne den er beinahe nackig war.

Auch Marga die Barfrau, die kleidete nicht ihr übliches rotfarbenes Tänzerinnenkleid. Ebenso wie dem verlogenen schiefmäuligen Willy der Willys sein Anzug fehlte. Der Willy der Willys, der Spieler, dessen schnell hochgezogene Holzlattenstädte zumeist dem Glücksspiel und der Hurerei dienten.

 

Dreidimemsional war allerdings das Bild. Eins mit Marga und Willy. Willy, der wie ein Schwimmer unter Wasser heftig strampelnd gegen eine Strömung ankämpfte. Daß bei Willy die nackten Oberschenkel und mehr, das Jo nicht sehen hätte müssen, zum Vorschein kamen.

Trotz seiner Mühen entfernte sich Willy im Schwebeflug, wie abgetragen von irgendwas eines stürmischen Gewässers.

Je weiter es Willy davontrug, um so kleiner wurde der durchscheinende Umriß Willys. Daß es überhaupt ein Wunder war, noch irgendwas von Willy zu erkennen.

Das war für Jo derweil festzuhalten, daß an Marga weiter alles unverändert blieb. Außerdem war es Tatsache, daß Marga Willy nicht hinterhermachte. Als würde sie nicht mitbekommen, daß etwas mit Willy war; oder Willy, er war Marga plötzlich gleichgültig.

Bei ihrem Jo blieb Marga, Jo, der darauf hoffte, daß nichts davon aus seinem Mienenspiel herauszulesen war; kein bißchen was, wie sehr es ihm Freude bereitete, Willy hinterherzuschauen. 

Nicht mehr lange, Willy würde nicht mal mehr als ein winziges Pünktchen zu gewahren sein.

 

Nur, gutgelaunt war Marga deswegen nicht. Marga, urplötzlich mit einem Augenaufschlag, als mache sie doch irgendwas betroffen.

Das Verschwinden Willys? Obwohl Marga der Szene bei Willy eigentlich unbewegt, teilnahmslos hinterhergeblickt hatte, während sie in der Umgebung Jo's verweilte.

Dann sah es bei Marga aus, als stieße sie sich von irgendwas Festem ab, das Jo nicht sehen konnte.

Belämmert glotzte er Marga hinterher. Bis ihm aufging, daß Marga sich schon Stück für Stück sehr weit von ihm entfernte. Um doch Willy wiederzufinden?

Hinter Marga herzuschweben, das wünschte sich Jo. Um zur Kenntnis nehmen zu müssen, daß er nicht vom Fleck kam. Was immer er anstellte, wie sehr er auch in diesem bleichen Nichts mit den Füßen in der Leere herumtrat, Schwimmbeweungen übte, er verharrte an Ort und Stelle.

 

Jo faßte es nicht, daß Marga und Wily seine Umgebung verlassen hatten.

Nichts weiter von ihnen zu erkennen. Während es dabei blieb, daß er nirgendwo anders hinkonnte. Außer strampelnd am Platz rumzuschweben, war nichts.

Bloß eins tröstete. Dorthin, wo von Willy nichts zu erkennen war, hatte Marga sich nicht hinbegeben. Marga hatte sich auch nicht in Auflösung befunden, als sie von dannen schwebte.

Nur, nichtsdestoweniger war möglich, daß Marga Willy wieder irgendwo auffand. Willy, ganz der alte; einer der seine Körperlichkeit zurückhatte.

Gereizt trat Jo in das bleiche Nichts aus. Bis er erschrocken in der Bewegung verhielt, hektisch an sich herabblickte.

Bloß, es war zu konstatieren, daß er seine Körperlichkeit noch hatte. Er war nicht auf dem Weg, wie Willy zum Geist zu werden. Deswegen konnte Marga also nicht fortgeglitten sein.

 

 

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