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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 16.8

8. Februar 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Im Fahrstuhl im Gebäude auf und ab zu fahren, das war nicht der Bringer. Trotzdem - zu etwas anderem war Joachim nicht in der Lage. Nicht, solange Stockie, der große Hund der Dottlers, sich im Parterre aufhielt.

Die Fahrstuhltüre glitt nach der linken Seite auf.

Um sich zu versichern, guckte Joachim lieber noch mal. Aber, es stimmte: Es war der erste Stock. Das Schalterlicht mit der schwarzen Zahl 1 war erleuchtet. lAus dem Erdgeschoß unten, daß Stockies Bellerei heraufdrang.

Stockie, der viel zu große Schoßhund, der den Dottlers gehörte, eifrig am Bellen, als ginge es ihm nicht so schlecht, wie das ausgemergelte Aussehen Stockies vermuten ließ.

Das Fehlen der Dottlers setzte Joachim zu. Die Dottlers, die nicht aus ihrer Wohnung herauskamen, nach Stockie zu sehen. Wild, gefährlich, daß Stockies Gekläffe sich anhörte.

Hatte die Blinkekugel etwas mit den Dottlers angestellt? Andererseits entstammte das einem Alptraum, aus dem er erwacht war, das seltsame Kugelgebilde im Schlafzimmer der Dottler-Leute zu sehen. Bewußt war er sich erst, seitdem er Stockies Schnüffelnase im Gesicht hatte. Was ihn zu sich brachte.

 

Mehrfach pfiff Joachim.

Stockie war aufzustacheln, antwortete mit um so mehr Gebell. Dann brach das mit der Kläfferei Stockies abrupt ab. Geradezu unerklärlich, unheimlich.

Der Kehlkopf Joachims hüpfte. Angestrengt horchte er, ob er was von krallenbewehrten Pfoten Stockies mitkriegte, Stockie, der auf der Treppe eine Etage höher hinaufmachte. Nach dorthin, von wo er die Pfeiftöne vernommen hatte.

Vorgebeugt stand Joachim da, die Finger zittrig in der Nähe der Fahrstuhlknöpfeleiste.

Nochmals wiederholte Joachim sein Gepfeife.

Stockie kläffte wieder drauflos. Ziemlich beruhigend für Joachim, dem der Schweiß in die Hautporen biß.

Erst mal war festzuhalten, daß Stockie lieber unterhalb Parterre geblieben war. Trotz der Pfeiferei des Zweibeiners hatte Stockie keine Lust, heraufgesprungen zu kommen.

 

Gereizt verdrehte Joachim die Augen. Warum konnte Stockie sich nicht einfach in Luft auflösen, so wie Marga und Willy in seinem Schwebe-Traum?

Als Joachim an die Glitzer-Kugel aus seinem Traum einfiel, kriegte Joachim weiche Knie, daß ihm die Beine wegzuknicken drohten. Mit der Schulter mußte Joachim sich anlehnen, sich mit dem Rücken gegen die Kabinenfläche drücken, um aufrecht stehenbleiben zu können.

 

Abermals ließ Joachim für Stockie Pfiiffe hören.

Böses Hundeknurren vernahm Joachim zu sich herauf.

Joachim zog die Mundwinkel herab, obzwar Stockie nirgendwo anders, als im Parterre war.

Größere Lust, zu Joachim hochmachen zu wollen, schien Stockie nicht zu haben.

Ohnehin wollte Joachim nicht das bißchen auf irgendwas von Stockie warten. Joachim, der viel zu lange auf einer Etage war, wollte was anderes sehen. Auf den Rundknopf mit der Zahl 2 drückte Joachim mit der Zeigefingerspitze.

Die Aufzugskabinentür, die sich zuschob.

 

Die Lifttüre, die sich von rechts nach links öffnete.

StockieBellerei von unterhalb klang ziemlich unmittelbar. Wohl ein Treppenhauseffekt.

 Aus dem Fahrstuhlinnern taumelte Joachim ins Umdüsterte hinaus, patschte mit der Hand den Lichtschalter, der bläulichen Schimmer entfaltete. Licht flutete in einem Augenblick die Umgebung.

Das war das Stockwerk, in der die Dicke Gerda wohnte, fiel es Joachim ein.

 

Die Wohnungstüre Gerdas fand sich linker Hand. Vielleicht war die Dicke Gerda bei sich in der Wohnung daheim.

Auf zittrigen, weichen Butterknien kam Joachim bei der Türe an, hinter der die Dicke Gerda wohnte.

Auf den Klingelschalter patschte Joachim mit der Handfläche.

Es klingelte vernehmbar drinnen bei der Dicken Gerda.

Sturm ließ Joachim es läuten.

Joachim wartete, während ihm unvermittelt aufging, daß Stockie, das Dottler-Hundevieh, still geworden war. Kein Gebelle, kein irgendwie geartetes Knurren Stockies, nichts, das Joachims Gehörgänge erreichte

Hatte das etwas zu bedeuten, daß Stockie sich nicht rührte?

 

Wo blieb die Dicke Gerda? Glänzte die Dicke Gerda in ihren Wohnräumen mit Abwesenheit?

Es mußte bald früh genug am Morgen sein, daß die Dicke Gerda aus dem Bett steigen mußte. Aufstehen, sich fertigzumachen, wollte sie in die Arbeit gehen.

Andererseits, Joachim wußte überhaupt nicht, welcher Tag es war. Es konnte das nächste Wochenende sein.,

Ob es Tag oder Nacht war, war auch nicht so klar In seinem Alptraum war es nachts gewesen, und Willy und Marga, wo immer sie rumschwebten, trotzdem gut zu erkennen. Weil viel elektrisches Licht hinter den Fenstern brannte. Außerdem hatten die Straßenlampen gut heraufgeleuchtet.

Jedenfalls waren Willy und Marga gut auszumachen gewesen, in ihren weißfarbenen Nachthemden. Aus denen unten die Füße herauslugten.

 

Viel an die Dicke Gerda gedacht, hatte Joachim die jüngste Vergangenheit nicht. Die Dicke Gerda gehörte nicht zu denen, sich darum zu reißen, bei ihr an der Wohnungstüre zu erscheinen und den Klingelknopf zu betätigen. Selbst wenn man miteinander bekannt war.

Und nun machte er genau das, klingelte bei der Dicken Gerda.

Die Dicke Gerda,daß er mit ihr bekannt wurde, das hatte mit Marga zu tun. Marga gabelte die Dicke Gerda immer wieder auf, lud sie zu sich in Joachims Wohnung ein. Zu Kaffee und Kuchen, Likör oder in Joachims Küche oben mitzuessen, wenn Joachim von seinem Arbeitsplatz heimgekommen war. 

Darauf entsann sich Joachim, daß er bei dem und dem Streit mit Marga die Dicke Gerda erwähnte, wenn Marga ihm irgendwas von Willy erzählte. Willy, der sein bester Freund war, aber nicht Margas bevorzugte Gesellschaft. Dem war bei Marga dagegenzusetzen, daß Marga die Dicke Gerda zu Joachim und sich einlud. Während Joachim mit Willy ausging, in die Kneipe, einen heben.

 

Dann ereignete sich irgendwas zwischen Marga und der Dicken Gerda. Etwas, das für Joachim nicht herauszufinden war, was da passiert wäre. Jedenfalls kam die Dicke Gerda ohne Einladung Margas nicht wieder in den vierten Stock herauf, um bei Joachim und Marga an der Wohnungstüre zu klingeln.

Nur noch im Aufzug begegnete Joachim der Dicken Gerda. Nach der Seite, daß die Dicke Gerda zu ihm hinblinzelte. einen Augenaufschlag präsentierte und die Hautfarbe änderte. Alles, als hätte sie das eine oder andere Interesse an Dingen, ließ Joachim sich mal etwas einfallen. Vielleicht das, sich mit ihr zu betten, ohne daß Marga das Geschehen störte.

Sehr selbstbewußt schien die Dicke Gerda. Bloß, Joachim war an diesem Selbstbewußtsein nicht interessiert.

Nach seinem Geschmack war die Dicke Gerda am Ende nicht, wie Willy damals nicht nach dem Geschmack Margas zu sein schien.

Für Joachim hatte sich eigentlich nicht das bißchen irgendwas geändert, wie er die Dicke Gerda sah. Die Art und Weise, wie er über die Dicke Gerda dachte, warf die Frage auf, ob überhaupt weiter an der Tür der Dicken Gerda herumwarten sollte.

 

 

 

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