1. Teil: 17.4
Matt war Joachim auf der Aufzugbodenfläche herumgesessen, hatte die Augen geschlossen gehalten. Bis er sich einen Ruck gab.
Auch wenn das, was bei Lena Gesings Gewandung war, unübersichtlich, unbegreiflich war, fand sich vielleicht eine Lösung für alles, wenn er die Dinge weiter untersuchte
Mit zittrig-ungeschickten Fingern zerrte Joachim am Reißverschluß der dunkelfleckigen Windbluse.
Zur Hälfte konnte er den Reißverschluß herunterzerrren.
Zu viel mehr war er bei seinen derzeitigen Körperkräften nicht in der Lage. Überdies fingen ihm mehrere Finger zu bluten an.
Daß Joachim die nächsten Papiertaschentücher aus der Packung herausholte. Um den Papiertüchern dabei zuzusehen, wie sie sich voller Blut saugten, während er Zeige-, Mittelfinger beider Hände umwickelte.
Das dauerte, bis die Bluterei aufhörte.
Dann widmete Joachim sich aufs neue dem Zeug Lena Gesings. Einmal einem braunfarbenen Fleckewollpullover. Darunter war ein rot gesprenkeltes weißes Schört hochzuziehen. Außerdem blickte Joachim, der mi den Händen am Pulloverkragen für eine Öffnung sorgte, einen orangefarbenen Büstenhalter.
Lena Gesing eine, die man anscheinend lassen konnte. Zumindestens war einiges, das Lena Gesing bei und an sich hatte, vielversprechend, für den, der sich näher mit Lena Gesing vertraut machen hätte können.
Auch Joachim hätte das interessant finden können. Nur, er war in Gedanken ständig bei Marga. Daß es durchaus passiert sein konnte, daß er über jene Lena Gesing hinwegblickte. Selbst wenn man sich im Gebäude öfters wo begegnete, hätte Joachim Lena Gesing kaum viel Beachtung geschenkt.
Das, das Joachim weiterhin ekelhaft fand, das war die Staubmasse. Ohne sich den Grund genauer verdeutlichen zu können.
Die roten Schört- und die dunklen Pulloverflecken, die waren Joachim derweil durchaus etwas Bekanntes.
Eingetrocknetes Blut. Eine Kleinigkeit, an die Joachim sich bei selber noch zu genau entsann. Das, was war, als ihm wirklich schlecht ging. Wie er sich bluten gesehen hatte. Als würde bei ihm in nächster Zeit das letzte Stündlein schlagen.
Bei Lena Gesing hatte es ebenso einigermaßen drauflosgeblutet. Für Joachim jedoch ein Weilchen her. Währenddessen von Lena Gesing weit und breit nichts mehr zu sehen war.
Nur das mit den Blutflecken am Schört, das erzählte von den Geschehnissen bei Lena Gesing. Am Pulloverteil hatten die Flecken vor einem Weilchen noch anders ausgesehen. Weniger aufgehellt.
Allerdings schien das mit der Bluterei bei Lena Gesing nicht mal so schlimm. Joachim konnte sich an das Aussehen des Bettlsbezugs in seinem Schlafzimmer in seiner Wohnung oben erinnern. Als er vor etlichen Tagen einen Blick darauf geworfen, war für ihn das Erschrecken groß.
Da war der Stoff von ihm weitas schlimmer vollgeblutet, wie es hier bei Lena Gesing der Fall war.
Kaum freie Stellen hatte es am Betlaken gegeben. Tiefes Blutrot. Während da das Rot an Lena Gesings Gewandung manchmal eher ausgeblichen ausschaute.
Irgendeine Information fehlte Joachim. Ein Puzzlestück, daß ihm das Wahrgenommene schlagartig verständlicher werden hätte können.
Viele seiner Gedanken waren ihm zu verquer, kaum daß er sie gedacht hatte.
Daß entweder Lena Gesing oder irgendwer an einem derartigen Späßchen ein Interesse gehabt hätte, das Kleiderbündel so zurechtzumachen und dieses dann ins Erdgeschoß hinunterzuschaffen. Auf der Bodenfläche zu plazieren.
Andererseits, spaßig war der Einfall schon. Nur, dafür hätte man mit Lena Gesing bekannt sein müssen, ob sie eine war, die sich an so was bespaßte.
Was gleichzeitig auch ein Problem war, daß in der Etage der Dottler-Leute oben, ebenfalls etwas war. Das Ding mit dem Pelzmantel, der eine Schachtel bedeckt hatte. Die Gelegenheit, alles genau in Augenschein zu nehmen, die hatte ihm Stockie nicht gelassen.
Zweimal dasselbe. Und dann das Gruselige mit dem feinen Staub, der an den Fingern pappte. Nur äußerst ungern kam Joachim mit der Staubsubstanz in Berühung kam.
Voll ein Rätsel, das mit der Kleidung Lena Gesings und das mit dem Pelzmantel, das ausschaute, als hätte eine im Pelz, die eine Pappschachtel getragen hatte, den Hauslift verlassen wollen, als ihr etwas passierte.
Die Kleidung blieb nach dem unerklärlichen Geschehnis liegen.
Die graue Staubsubstanz, wo diese herkam, es war Joachim, als könnte er die nächste Sekunde draufkommen, was das war.
Die Bluejeans, die Joachim sich noch einmal vornahm ...
In der Jeans fand sich neben der fleckigen Nylonfeinstrumpfhose ein Schlüpfer in der Grundfarbe Blau. Samt flockiger Staubmasse im Grauton. Ein aufgegangenes Tampon mit kurzer Schnur, an der Joachim das Tampon anhob, die graue Masse herunterschüttelte.
Eingetrocknetes Blut.
Die Strumpfhose wollte sich nicht von den Turnschuhen trennen, obwohl Joachim das nächstemal am Nylonstoff zerrte.