1. Teil: 17.7
Jo, der Revolvermann, war zurück. Joe, der Revolvermann, ritt am Rücken Susans, seines Wallachs.
Neben eisernen Schienen trottete Susan, der Wallach, voran. Eine ewige Strecke eines längs verlaufenden Schienenstrangs und in gleichbleibenden Abständen hinplazierten Holzbohlen.
Lustlos wandte Jo, der Revolvermann, seinen Blick dem Horizont zu, guckte in der Gegend rum. Eintönige grüne Steppenlandschaft so weit das Auge reichte.
Nicht das bißchen etwas davon wollte Jo, dem Revolvermann, einfallen, wie er vor Ort eintraf und was er hier sollte, wollte.
Jedenfalls war er das nächstemal mit dem Leben davongekommen. Irgendwie.
Hinter dem Willy der Willys war er her, das kam Jo, dem Revolvermann, schlagartig zu Bewußtsein. Wo der eine Willy sich aufhielt, sollte die verräterische Hure Marga nicht weit sein. Marga, die Barfrau, das Willy-Liebchen.
Die Frage allerdings: Welchen Zweck hatte das, dem Willy der Willys hinterherzureiten, ihn zu verfolgen? Wenn der eine Willy Marga, die Barfrau, bei sich hatte, Marga, dieBarfrau, die den schiefmäuligen Willy nicht verließ.
Das Ärgste aber war: Immer blieb Jo, der Revolvermann, von einer Kugel getroffen, irgendwo liegen. Während der Willy der Willy und Marga, die Barfrau, wähnten, Jo, der Revolvermann, der wäre erledigt und sich von dannen machten. Derweil Jo, der Revolvermann, nirgends allzu lange liegenblieb, Jo, der Revolvermann, er wurde aufgelesen, mitgenommen, als wäre das unbekannt, daß er Jo, der Revolvermann, war. Ein Kopfgeldjäger. Allzu viele waren nicht mit dem Leben davongekommen, die Jo, der Revolvermann, verfolgte, jagte.
Trotzdem, daß Jo, der Revolvermann, aufgelesen wurde, zwischen Leben und Tod schwebend zu einem Doc verfrachtet wurde, der Jo, den Revolvermann, die Kugeln herausholte und wieder zusammenflickte.
Nur zu vermuten, weshalb. Vielleicht aus Mitleid? Die Geschichte mit dem einen Willy der Willys Jo, dem Revolvermann, hatte Jo, dem Revolvermann, so sehr geschadet, daß es erfreulich war, Jo, den Revolvermann, am Leben zu sehen.. Schließlich konnte es Jo, dem Revolvermann, passieren, daß, weil keiner ihn mehr ernstnehmen wollte, sobald er auf Susan, dem Wallach, wo eintraf, sofort zu einem Duell gefordert wurde. Von Gestalten, die sich mit Jo, dem Revolvermann, messen wollten.
Oder, es wurde daran gedacht, Jo, der Revolermann, er wäre irgendwie ein Mann des Gesetzes und eigentlich kein Mörder. Keiner, der für Golddollars jeden umbrachte.
Irgendwas war der Grund, daß Jo, der Revolvermann, am Leben blieb. Jo, der Revolermann, Marga, der Barfrau, auf der Spur, die sich für den Ober-Williy entschieden hatte. Für den Willy der Willys, der ein Spieler war. Städte fürs Glückspiel und die Hurerei ließ der eine Willy ständig irgendwo schnell hochziehen. Holzlattenstädte, die rasch zu verlassen waren. Während Jo, der Revolvermann, als Kopfgeldjäger hinter dem Willy-Pack her, in eine Geisterstadt einritt..
Das Jagdglück, das fehlte Jo, dem Revolvermann, seit einer geraumen Zeit.
Wie die Welt momentan für Jo, dem Revolvermann, ausschaute, hieß das, daß er auf Susan, seinem Wallach, einzig und alleine deswegen dahinritt, dem einen Willy der Willys und Marga, der Barfrau, hinterher, um seinen ehemals einwandfreien Leumund wiederherzustellen.
Etwas, das am besten gelang, wenn er dem Willy der Willys eine Kugel zwischen die Augen verpaßte.
Dann war nichts mehr ein Problem. Nur, den Skalp des Willys der Willys mußte er an sich bringen. Oder irgend etwas anderes Wichtiges, das der Willy der Willys niemandem freiwillig aushändigen würde. Womit von Jo, dem Revolvermann, der Beweis zu erbringen war, daß er als Revolvermann doch noch zu Dingen fähig war.
Vielleicht konnte Jo, der Revolvermann, sich daraufhin, auch wieder im Osten blicken lassen. Ost-Leuten gegenübertreten. Hurenhäuser dort betreten, ohne die Furcht haben zu müssen, eine Kugel in den Rücken verpaßt zu kriegen.
Kaum eine Hoffnung gestattete Marga, die Barfrau, Jo, dem Revolvermann. Daß alles zwischen Jo, dem Revolvermann, und Marga, der Barfrau, wieder wie früher werden könnte, das war wohl nicht möglich.
Vielleicht war es ein Fehler, immer nur für ein paar Tage bei Marga, der Barfrau, in der Stadt zu sein. Um dann von dort fortzuteiten, Marga, die Barfrau, in dem Hotel zurückzulassen, in dem sie ihrer Beschäftigung nachging.
Das war Jo, dem Revolvermann, klar, daß Marga, war er fort, anderen Männern Annäherungsversuche gestattete. Blumensträuße, in denen sich kleine Botschaften versteckten, bekam Marga, die Barfrau, fast ständig.
Entweder erlaubte Marga, die Barfrau, Besuche. Aber auch das war möglich, daß Marga, die Barfrau, in einem Zimmer vorbeischaute. Selbt im Badezuber schrubbte Marga, die Barfrau, dann und wann einen Männerrücken. Solange eine Lederbeutel mit Golddollars prall gefüllt war, hatte Marga, die Barfrau, auch gegen ein gemeinsames Bad nichts einzuwenden, solange sie die einzige mit im Zuber war.
Blumensträuße und kleine Präsente liebte Marga, die Barfrau, einfach, Briefchen, die Nachrichten enthielten. Stand geschrieben, wie bewunderungswürdig ihre Schönheit war, war sogar das die Möglichkeit, daß Marga, die Barfrau, darüber hinwegsah, wenn die Golddollars von einem nicht mehr für alles reichten, was sie für einen getan hatte.
Gut entsann Jo, der Revolvermann, sich auf das erste Mal mit Marga, der Barfrau. Einen Strauß roter Rosen hatte er ihr geschickt. Dann kam ein Bote, der Jo, den Revolvermann, ins Ohr flüsterte, mit ihm mitzukommen. Vor Marga, der Barfrau, zählte er seine Golddollars. Um dann zu erfahren, daß man Marga, die Barfrau, immer nur alleine haben konnte, nie zusammen mit einer anderen. Gleichgültig, was er bezahlen wollte und sich wünschte. Sollte er darauf beharren, daß eine weitere sich dazugesellte, würde sie weggehen.
Marga, die Barfrau, meinte das ernst, also genügte Marga, die Barfrau, Jo, dem Revolvermann, Marga, die Barfrau.
Irgendwann ereignete es sich, daß, kaum fand sich Jo, der Revolvermann, in der Stadt und dem Hotel ein, daß Marga, die Barfrau, sich an seiner Seite aufhielt. Kaum, daß Marga, die Barfrau, davon erfuhr, daß Jo, der Revolvermann, zurück war, stellte sie sich bei Jo, dem Revolvermann, ein, stand neben ihm am Tresen, saß bei ihm am Tisch. Als wäre das das Selbstverständlichste auf der Welt, gäbe es in dem Hotelbau mit den vielen Gemächern keine andere mehr. Erst mal, daß Jo, der Revolvermann, sich das gefallen ließ, bis alles immer so war, daß Marga, die Barfrau, die eine war, mit der er umging, sonst mit keiner mehr.
Bloß, Jo, der Revolvermann, er verließ die Stadt wieder. In die Weite der Prairie, daß Jo, der Revolvermann, nach einem längeren, kürzeren Weilchen aufbrach. Nachdem er sich die jüngsten Steckbriefe am Stadtaushang mehrmals ausführlich angeschaut und sich die Gesichter ausführlich eingeprägt hatte.
War mal eine Frage an Jo, den Revolvermann, warum er Marga, die Barfrau, nie mit sich mitnahm. Leisten hätte er sie sich können. Schließlich, jedesmal, sobald er seine Geschäfte abgewickelt hatte, hatte er jede Menge Golddollars in der Tasche. Die für vieles reichen hätten können, nicht nur dafür, aufs neue zu Marga, der Barfrau, in das eine Hotel in der Stadt zurückzukehren.
Nur, Jo, der Revolvermann, ritt dann doch wieder von dannen. Der festen Meinung, Marga, die Barfrau, sie würde warten. Weil die Rückkehr Jo's, des Revolvermannes, erwartbar war.
War auch nicht an was anderes zu denken, als daß Marga, die Barfrau, das erwartete, daß Jo, der Revolvermann, heil, gesund und munter wiederkehrte. Außerdem unterhielt Marga, die Barfrau sich mit Jo, dem Revolvermann, über solch Dinge, wie eine Heirat. Auch davon sprach Marga, die Barfrau,, daß sie dem Hotel und der Stadt gerne den Rücken zukehren würde. Weil viel zu viele sie kannten, ihr das überall auf der Straße zeigten.
Trotzdem, daß Jo, der Revolvermann, Marga, die Barfrau, nicht mit sich nahm. Um sie dauerhaft an seiner Seite zu wissen. Mit ihr in irgendeine Blockhütte mit dicken Holzwänden einzuziehen. Aus deren Kamin es oben am Dach herausrauchte.
Mitten in Indianergebiet mußte die Hütte zwar nicht unbedingt sein, auch wenn Jo, der Revolvermann, dort eine wußte. Marga, die Barfrau, hatte für sich Ruhe und Frieden in Begehr und wollte nicht als Squaw im Zelt eines des Indianerstammes ende. Was Jo, der Revolvermann, denn ebenso sah, daß das kein Schicksal für eine wie Marga, der Barfrau, sein durfte. Obwohl er fand, daß das Wort eines Indianerhäuptlings weniger brüchig als das eines weißhäutigen Bürgermeisters war.
Dann blieb es dabei, Jo, der Revolvermann, ritt wieder aus der Stadt hinaus, mit seinen Revolvern links und rechts. Während Marga, die Barfrau, in dem Hotel zurückblieb, zufrieden mit dem Versprechen, daß Jo, der Revolvermann, sobald wie möglich zu ihr zurückzukehren würde.
Währenddessen Jo, der Revolvermann, zwar wußte, was Marga, die Barfrau, so trieb. Aber nichts davon ahnte, daß der eine Willy der Willys plötzlich ein Auge auf Marga, die Barfrau, geworfen hatte. Wiewohl davon geredet wurde, daß der eine Willy Weiber rekrutierte. Nur, daran war nicht zu denken, daß die Schmeicheleien des Willys der Willys bei Marga, der Barfrau, auf fruchtbaren Boden fallen könnten. Immer drängeliger wurde der Willy der Willys mit seinen Blumensträußen, zwischen deren Stengeln Briefchen mit Botschaften staken. Überdies dieser und jene Goldring oder Ohrschmuck, in einer kleinen Verpackung.
Marga, die Barfrau, sie verweigerte sich den Schmeicheleien des einen Willys nicht. Und Jo, der Revolvermann, war weit weg im Irgeendwo, ahnte von nichts. Davon erst recht nichts, daß der eine Willy Marga, die Barfrau, nicht nur hofierte, sondern zu sich einlud. Ohne bei Marga, der Barfrau, auf taube Ohren zu stoßen.
Irgendwann stellte der eine Willy Marga, der Barfrau, die Frage, ob sie nicht eiine der SEINEN sein wollte; lange genug wäre sie in dem einen Hotel Weile gehabt. Zu den Männern an die Tische hätte sie sich gesetzt und für Unterhaltung gesorgt. Außerdem für sie getanzt. Was sie für die Kerle machte, könnte sie auch woanders. Außerdem dafür sorgen, daß Tänzerinnen ihre Beine schwangen, sich die richtige Schminke auflegten und brauchbar parfümierten. Wie es ausschaute, wäre sie frei, könnte jederzeit alles hinter sich lassen, wenn sie wolle. Als der eine Willy würde er sie mit offenen Armen empfangen, wenn sie zu ihm käme. Wenn sie es sich überlegte, sich dafür entschied, würden Willys sie bei ihrer Abreise aus dem Hotel schützen. Einen Treffpunkt schlug der eine der Willys Marga, der Barfrau, überdies vor. Dort könnte sie auf ihn, den einen Willy warten. Zu einer gewissen Stunde würde er, der Willy der Willys, dort mit ein paar seiner Willy-Brüde vorüberkommen. Dann würde man sehen, ob sie da war und wie alles mit ihnen beiden von dem Augenblick an weiterging.
Tatsächlich ließ Marga, die Barfrau, sich auf das Abenteuer ein, packte ihre Koffer, während ein Willys in der Hotel-Lobby herumflegelten. Eiinen Kutscher mitsamt Einspänner bezahlte Marga, die Barfrau, von ihrem Geld. Und das, obwohl Marga, der Barfrau, das klar war, daß jeden Moment Jo, der Revolvermann, in der Stadt zurücksein würde. Weil er länger nicht mehr in der Stadt und in dem Hotel war, von dem er wußte, daß Marga, die Barfrau, ihn dort erwartete.
Es geschah, daß Jo, der Revolvermann, in die Stadt zurückkehrte. Nachdem er dafür gesorgt hatte, daß es Susan, der Wallach, in dem Stall gut ging, der dem Inhaber des Hotels gehörte, ließ er, als er Marga, die Barfau, nirgends finden konnte, nach ihr schicken. Damit erfuhr Jo, der Revolvermann, daß weit und breit keine Marga, die Barfrau, mehr war. Danach, daß Jo, der Revolvermann, wegen Marga, der Barfrau, bei dem Hotelbesitzer vorstellig wurde. Der eine teilte mit, daß Marga, die Barfrau, die Stadt verlassen hatte; zusammen mit Marga, der Barfrau, verschwand auch eine Bande von Willys, die sich flegelhaft aufführte und ständig an den Revolvern herumfingerten.
Ein Einspännergefährt hatte Marga, die Barfrau, für sich angemietet. Der Name des Mannes am Kutschbock war in dem Hotel nicht unbekannt. Jo, der Revolvermann, machte sich auf die Suche nach dem Mann. Von ihm, daß Jo, der Revolvermann, erzählt bekam, wohin Marga, die Barfrau, abgeeist war. Daß Marga, die Barfrau, ihn nahe einer Felsenumgebung anhalten und ihr Gepäck abladen ließ. Anschließend fuhr der eine am Kutschbock seines Einspännes davon. Jedoch neugierig geworden. Den Gespannwagen ließ er hinter einem Gebüsch stehen, während sein Pferd grasen durfte. Daraufhin kletterte er ein Stückweit an Felsvorsprüngen herum, kehrte sozu dem Ort zurück, wo er Marga, die Barfrau, zurückgelassen hatte. Marga, die Barfrau, war auch noch an Ort und Stelle. Dabei zu beobachten, wie sie auf einem Felsstück unter einem Sonnschirm dasaß und die Füße wippte. Ab und an trank Marga, die Barfrau, einen Schluck Wasser aus einer lederumhüllten Flasche. Außerdem kaute sie an Trockenfleisch. Bis die ankamen, auf die Marga, die Barfrau, anscheinend gewartet hatte. Und die, die dort eintrafen, waren dem Kutscher auch keine Fremde. Als jemand, der das Pokerspiel liebte, kannte er sie, die Willys. Und den einen Willy der Willys hatte er auch schon öfters bei sich in der Nähe stolzieren gesehen, ihn beobachtet, wie er in der Willy-Stadt Pain City im Saloon Empireless die Tische der Glücksspieler überblickte. Oder auch den Tänzerinnen auf der Bühne beim Cancan zuschaute.
Dem Willy der Willys begegnete Marga, die Barfrau, als wäre man ziemlich vertraut miteinander. Man gab sich Küßchn links und rechts. Marga, die Barfau, die sich bei dem einen Willy unterhakte, während sie gemeinsam mit diesem dabei zuguckte, wie ein paar der üblichen Willy-Bande sich das Gepäckstücke Margas, der Barfrau, hinten oder vorne auf die Sättel ihrer Pferde banden.