Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

1. Teil: 17.8

31. März 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Nicht glauben wollte es Jo, der Revolvermann, der eine Willy der Willys und Marga, die Barfrau, hatten miteinander einen Treffpunkt ausgemacht. Wirklich reiste Marga, die Barfrau, ab, um den einen Willy samt Sack und Pack an der vereinbarten Örtlichkeit im Nirgendwo zu erwarten. Diesen Willy, diesen weithin bekannten Spieler, der Europäerinnen mit falschen Versprechungen ins gelobte Land lockte, um sie als Tänzerinnen und leichte Mädchen für sich arbeiten zu lassen.

Ausgerechnet diesen einen Willy, mit dem, daß Marga, die Barfrau, sich traf. Just zu der Zeit, als Jo, der Revolvermann, einen neuen Auftrag angenommen hatte. Viele Golddollars, die Jo, der Revolvermann, schon ausgehändigt bekommen hatte, weil die Osten dachten, auf Jo, den Revolvermann, wäre Verlaß. Innerhalb kürzester Frist wäre es um den einen Willy geschehen. Jo, der Revolvermann, hätte dem Wily eine Kugel zwischen die Augen gejagt

 

Die aus dem Osten hatten gut gezahlt. Einen guten Ruf hatte Jo, der Revolvermann, schließlich als Kopfgeldjäger. Dem Jo, der Revolvermann, allerdings nicht gerecht wurde. Bis heute.

Erst zögerte er lange damit, den einen Willy der Willys wo zu konfrontieren. Vor allem, weil Marga, die Barfrau, den einen Willy ständig nach überallhin begleitete.

Dann hatte er sich doch entschieden, um sich das ewahr zu werden, daß er es war, er, Jo, der Revolvermann, war, der in seinem Blut am Fußboden herumlag, getroffen von Revolverkugeln, die der eine Willy der Willys abfeuerte.

 

Einen Fluch stieß Jo, der Revolvermann, hervor, haute Susan, seinem Wallach, die Sporen in die Flanken, daß Susan empört wiehernd voranhüpfte, daraufhin in Galopp verfiel. Bis Jo, der Revolvermann, an den Zügeln riß, Susan, den Wallach, zwang, langsamer zu werden.

Es war eine verflixte Situation, seit Marga, die Barfrau, bei dem einen Willy weilte. Vor allem deshalb war der eine Willy dieser Tage putzmunter. Während Jo, der Revolverrmann, bei den Leuten der einwandfreie Leumund abhandenkam. Was Jo, der Revolvermann, daran merkte, daß sich kleine Kinder nicht länger hinter den Röcken ihrer Mütter versteckten, wenn er vorüberritt.

Früher hatte Jo, der Revolvermann, das immer spaßig gefunden, daß man ihn zu kennen schien. Fast, als wäre Jo, der Revolvermann, einer, per Steckbrief gesucht. Jedoch, Jo, der Revolvermann, nach dem fahndete steckbrieflich keiner. Trotzdem schien die Bescheibung Jo, des Revolvermannes, in aller Munde sein. Als sprächen ihre Mütter, wenn die lieben Kleinen nicht brav wären, dann würde Jo, der Revolvermann, sie holen kommen. Jo, der Revolvermann, mit seinen beiden Revolvern. Sehr genau, daß man Jo, den Revolvermann, anscheinend zu beschreiben wußte. Während das seit einem kleinen Weilchen anders war: Die Balgen entwickelten keine Furcht mehr, gafften vielmehr neugierig nach Jo, dem Revolvermann, hin, beglotzten ihn auf und runter. Statt fluchtartig davonzustürzen, so wie früher, geschah schon mal, daß einer mit seinem Zeigefinger auf Jo, den Revolvermann, zielte. Erst dann mit seinem spöttischen Treiben aufhörte, wenn Jo, der Revolvermann, Susan, den Wallach, zum Stehen brachte. Dann erst wurde rasch von den Holzplanken heruntergehüpft.

Wie sich die Zeiten änderten. Daß Jo, der Revolvermann, als Schreckgespenst angesehen wurde, davon konnte im Heute keine Rede mehr sein.

 

So lange ging dieser Ritt jetzt bereits. Bald mal wollte Jo, der Revolvermann, was anderes um sich herum überblicken, als den Schienenstrang mit seinen Holzbohlen und grünes, sattes Gras.

Überraschend nahmen die Schienen eine Kurve. Jo, der Revolvermann, zog an den Lederzügeln, brachte Susan, den Wallach, zum Stehen. Nachdenklich starrte er  auf die  tiefeingedrückten Hufspuren im Steppengras herab.

Die Tiefe der eingedrückten Hufeisenabdrücke war nachdenkenswert. Denn die Spuren verliefen geradeaus, in die Wüste hinaus. Die nahe erste Sanddüne führten sie hinauf, wo sich die Spuen oberhalb der Kante verloren.

Frische, tiefe Abdruckspuren, als wäre hier der grüne Untergrund durchfeuchteter, während nur ein kleines Stück weiter Sandwüste anfing. 

 

Einer der Gäuler, auf denen geritten wurde, hatte ein W wie Willy als Hufeisenabdruck.

Jo, der Revolvermann, riß Susan, seinen Wallach, am Zügel, brachte ihn sofort wieder zum Stillstehen, nachdem er einfach lostraben wollte, den anderen Gäulern in die Wüstenlandschaft und die Gluthitze hinein folgen..

Das fiel Jo, dem Revolvermann, überhaupt nicht ein, der Willy-Bande hinterherzureiten. Von einer Wüstendüne zur nächsten zu reiten, wie das war, das wußte er; Susan, der Wallach, der das im Grunde auch wissen solle..

Die Verfolgung der Willy-Bande, die kein Ende nehmen wollte, jetzt aber doch ein Ende für Jo, den Revolvermann, nahm.

Kein bißchen hatte Jo, der Revolvermann, das in Begehr, dem Willy-Pack über Sanddünen hinweg hinterherzureiten. Nicht wegen Marga, der Barfrau, und noch viel weniger wegen dem einen stinkenden Willy der Willys, den Marga liebte.

Für die beiden das nächstemal mal nach irgendwohin zu geraten? An den nächstbesten unwirtlichen, fremden Ort? Vielleicht dort die Orientierung zu verlieren. Sich auf Susans Instinkte und das Glück verlassen zu müssen. Obwohl er damit das eine oder anderemal schon gut gefahren war, nichts zu unternehmen und Susan, dem Wallach, das anstellen zu lassen, was dieser wünschte.

 

Der eine Ober-Willy, dem war das klar, daß Jo, der Revolvermann, ihm nahe auf den Fersen war.

Einen Willy mit einem Gewehr sah Jo, der Revolvermann, vor seinem geistigen Auge. Einen Willy-Bruder, dem der eine Willy mal angesagt hatte, sich auf der Kante einer Sanddüne auf die Lauer zu legen und nach Jo, dem Revolvermann, und seinem Gaul Ausschau zu halten.

Und dann geschah es tatsächlich, daß der herzige Bruder Jo, den Revolvermann, dahertraben sah. Nicht zu fassen, was Jo, der Revolvermann, für ein gutes Ziel abgab. Ein einziger Gewehrschuß holte Jo, den Revolvermann, aus dem Sattel. Ohne daß Jo, der Revolvermann, viel davon wußte, wie ihm geschah.

Was darüberhinaus noch bedenkenswert war, war, daß der eine Willy sich in Wüsten auskannte. Fähig war, falsche Fährten zu legen.

Vielleicht guckte der eine Willy in aller Seelenruhe Jo, dem Revolvermann, dabei zu, wie dieser vorüber- und tiefer in die Wüstengegend hineinritt.

 

Nahe den Schienen war es also besser. Dort, wo satt grünes Gras wuchs. Jo, der Revolvermann, konnte sich sicher sein, daß er immer irgendwo in der Nähe eine Wasserstelle fand. Züge schluckten Wasser zuhauf. Zwar hatte Jo, der Revolvermann, unterwegs noch keine gesehen, aber es mußte irgendwann mal eine Wasser-faß-Station auftauchen. Vielleicht mit dem und dem Gebäude.

 Den nächsten hochragenden Sandhügel mustete Jo, der Revolvermann. Die Düne auch nur zu betrachten, sorgte für ein Haßgefühl. Alles in ihm sträubte sich dagegen, Susan, den Wallach, auch nur ein Momentchen in die Nähe der Sanddünung traben zu lassen.

Obwohl das der Weg war, den die Willy-Brut sich erwählte. Die, mit denen Marga, die Barfrau, war. Den Willy der Willys begleitete Marga, die Barfrau, nicht Jo, den Revolvermann.

 

 Wünschte Jo, der Revolvermann, sich Not und Durst? Hatte er da drauf Lust? Wegen so etwas auf gut Glück in eine ihm unbekannte Wüstenumgebung hinauszureiten? Für verdorrte Lippen, ein verbranntes Gesicht?

Da war es mit Sicherheit angenehmer, bei den Gleisen zu verweilen, ihnen zu folgen. 

Irgendwann mußte wo ein Örtchen auftauchen, das nach menschlicher Besiedlung ausschaute. Eine Wasservorhaltestation für die die Schienenstrecke befahrenden Dampfloks.

Eisenschienen, wenn sie verlegt waren, hieß das, daß irgendwann ein Zug daherstampfte. Alle paar Tage mußte das die Möglichkeit sein. Selbst in der abgelegensten Gegend.

 

Überdies war in die Rechnung miteinzubeziehen, daß die Willys nicht zwingend vorhaben mußten, allzu tief in die Wüste hineinzureiten. So viele und schwer bewaffnet, wie sie waren. Da konnte es sein, daß sie irgendwann abrupt wo abbogen.

Das Bild wiederholte sich bei Jo, dem Revolvermann. Er sah zwei, drei der zuletzt reitenden Willy-Bagage ihre Pferde Satteldecken hinter sich herziehen ließen, ihre Spuren im Sand für den Verfolger zu verwischen.

Hielt Jo, der Revolvermann, durchaus für mögich. Wie das, daß die Willy-Bande irgendwas im Schilde führte. Selbst ein Überfall auf einen Zug war dem Willy-Haufen zuzutrauen.

Das war drinnen, daß der Ober-Willy sich kundig gemacht hatte, was die Güterwägen alles transportierten. Daß die Willy-Bagage deshalb hier die Schienen längs geritten war.

Wirklich bis an die Zähne bewaffnet, die Willys.

 

Nochmals überblickte Jo, deer Revolvermann, die Hufabdrücke im Sand. Schon spaßig, solange sie nicht zu tief in die Wüstenleere hineinritten, hatten die Willys nicht mal Ortskenntnisse nötig.

Plötzlich hatte Jo, der Revolvermann, die Stimme Margas, der Barfrau, in den Ohren. Marga, die Barfrau, die nicht aufhörte, wegen der Wüstenleere unzufrieden daherzureden Anscheinend begriff Marga, die Barfrau, nicht, was die Willys zwischen den Sanddünen suchten. Der eine Willy, der den Befehl zur Umkehr geben sollte. So viele, wie man war, würde man doch mit einem einzigen Verfolger, auch wenn das Jo, der Revolvermann, war, fertigwerden können.

Rauh wurde Marga, der Barfrau, geantwortet, daß sie still sein sollte, wenn sie schon sonst nichts begriff.

 

So unmittelbar glaubte Jo, der Revolvermann, die Stimmen Margas, der Barfrau, und von dem, bei dem es sich nur um den Willy der Willys handeln konnte, zu vernehmen, daß er den Hals von einer Seite zur anderen verdrehte, sich im Sattel umwandte. Ohne Reiter auf Pferden gewahren zu können.

Die ewige Grassteppe. Den Schienenstrang und dessen Verlauf. Die sandigen Hügel.

Vielleicht waren Marga, die Barfrau, und die Willys überhaupt nicht so weit entfernt. Jedenfalls nahe genug, daß Jo, dem Revolvermann, tatsächlich Worte Margas, der Barfrau, an die Gehörgänge dringen konnten. Das, was Marga, der Barfrau, geantwortet wurde.

Bloß, das waren flüchtige Momente, die vergingen.

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post