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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 17.9

31. März 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

An die fortlaufende Strecke Eisenschienen, daß Jo, der Revolvermann, sich hielt, dort auf Susan, seinem Wallach, längs zu reiten.

Ständig belästigte Marga, die Barfrau, die Gedanken Jo's, des Revolvermannes. Marga, die Barfrau, eine, die quengelte. Marga, die Barfrau, eine für schöne Kleider.

Gewiß keine, Marga, die Barfrau, die das Verlangen in sich spürte, irgendwo in eine ihr unbekannte Wüstengegend zu geraten. Am wenigsten, durch ein Mißgeschick, das sie erlitt, orientierungslos zwischen den Sanddünen herumzuirren, dabei um ihr nacktes Überleben zu kämpfen.

Vielleicht, weil der Willy der Willys sie im Streit von ihrem Pferd herunterschubste, sie zurückließ.

Nicht wenig, daß Jo, den Revolvermann, dergleichen gefreut hätte.

Das wäre es gewesen, hätte das, was er meinte, daß ihm an die Gehörgänge drang, der Wahrheit entsprochen. Gab es zwischen Marga, der Barfrau, und dem einen Willy Zwist, war das etwas für die Schadenfreude.

 

Ungeduld entstand in Jo, dem Revolvermann. Langsam wünschte er es sich, daß er mal wo ankam.

Das verschlafendste Nest wäre ihm genehm gewesen. Dieser, jener, Erkundigungen bei ihm einzuziehen.

Durchaus eine Nachfrage wert, was die Willy-Bande umtrieb. So viele Willys auf einem Haufen, die einen langen Ritt auf sich nahmen.

Daß Jo, der Revolvermann, ihnen auf den Fersen war, das zählte mit Sicherheit nicht. Weil Jo, der Revolvermann, es nicht mit ihnen allen aufnehmen wollte. Dem Willy der Willys war klar, daß Jo, der Revolvermann, hinter ihm her war. Daß Jo, der Revolvermann, auf die Gelegenheit wartete, ihn alleine wo erwischen zu können, ihn und Marga, die Barfrau. Die restlichen Willys kümmerten Jo, dem Revolvermann, darüberhinaus kaum.

 

Die menschenleere Landschaft entsprach nicht nur Marga, der Barfrau, nicht. Sie war auch nicht ünbedingt nach dem Geschmack des einen Willys, eines Spielers. Die Holzlattenstädte, die der Willy der Willys für seine Zwecke errichten ließ, die befanden sich zumeist in einer strategisch guten Lage. Zwar weiiter weg von den gewöhnlichen Städten. Trotzdem waren sie aus vielen Orten leicht erreichbar.

Nur, hier die Gegend, die präsentierte zwar einen Schienenverlauf. Aber sonst war in der Gegend weit und breit nichts und niemand. Es mußte also irgendein Geheimnis geben, warum der Willy der Willys hierherkam. So viele Schwerbewaffnete, die Willy-Brüder, die nun abgebogen waren, mitten in die Wüste hineinzureiten.

Was für Sehenswürdigkeiten, Schätze der Wüstensand verborgen halten sollte, für diese vielen einer Willy-Bagage. Nicht zu erraten für Jo, den Revolvermann. Da war es wahrscheinlicher, daß er auf das richtige Pferd gesetzt hatte, auf Susan, dem Wallach, bei den Schienen zu bleiben. Zumindestens war dem so, solange er nicht das bißchen eine Ahnung von einer Oase hatte, die für die Willy-Sippschaft ein lohnenswertes Ziel hätte sein können.

 

Das, was Jo, der Revolvermann, mit dem Willy der Willys vorhatte: ihn zu einem Duell zu fordern. Ohne daß de eine Willy sich dem verweigern hätte können.

Wozu es bisher nicht gekommen war, weil die Willys zu viele waren.

Was sich jedoch augenblicklich ändern mochte. Sobald der eine Willy mal alleine wohin ritt.

Vielleicht, wenn die Willys aus der Wüste zurückkehrten. Sollte der eine Willy mal von den anderen fortreitte. Womöglich, um nach einem bestimmten Dampfzug Ausschau zu halten. Dem einen, der die Schienen befuhr. Wenn einer der Begleitwägen Goldkisten transportierte.

Daß es dem Willy der Willys darum ging, einen Zugüberall zu wagen. Die Ankunft des Zuges dort zu erwarten, an der Haltestelle, an der fürs Wasserfassen die Fahrt angehalten würde.

 

Plötzlich schnaubte Susan, der Wallach, schreckte Jo, den Revolvermann, aus seinen Überlegungen.

Susan, der Wallach trabte nicht länger voran, weigerte sich grundsätzlich, im Trab fortzusetzen.

Als Jo, der Revolvermann, mit den Lederzügeln, nach dem Hals des Wallachs haute, stieg Susan, der Wallach, auf die Hinterbeine hoch, drohte, Jo, den Revolvermann, aus dem Sattel zu werfen.

Mit kräftigen Armzügen und gebieterischen Rufen verhinderte Jo, der Revolvermann, das Durchgehen Susans, des Wallachs. Überdies durfte Susan, der Wallach, sogar ein paar Schritte rückwärts machen. 

 

Einigermaßen, daß Susan, der Wallach, sich abgeregt hatte. Erst jetzt konnte Jo, der Revolvermann, sich die nähere Umgebung eingehender betrachten, zm herauszufinden, was Susan, den Wallach, eigentlich ein ruhiger Zeitgenosse als Reittier, dazu veranlaßt haben könnte, durchzudrehen.

Eigentlich war nichts Besonderes zu bemerken.

Nichts als in den Grund hineingschlagene Pflöcke, quergelegt genagelte Holzstangen.

Alles, das nach einer Pferdekoppel ohne Pferde aussah. Zwar eine Koppel im Irgendwo. Aber derartiges war durchaus vorstellbar, daß doch einmal ein paar Gäule drinnen grasten. Vielleicht eingefangene Wildpferde, die man mal auf einem Haufen zusammenpferchte, bis man die vielen für den Abtransport abholte.

 

 Nicht die kleinste Kleinigkeit war für Jo, den Revolvermann, rundherum zu gewahren, was ihm das erklären konnte, daß Susan, der Wallach, Trotzdem hatte Susan, der Wallach, nahe der Koppel verrücktgespielt. Weiterhin zitterten Susan, dem Wallach, die Flanken.

Dann war  urplötzlich doch etwas für Jo, dem Revolvermann, zu gewahren.

Mit zusammengekniffenen Augen schaute Jo, der Revolvermann, nochmals hin, ob er richtig gesehen hatte.

Jemand lag innerhalb der Koppel im grünen Gras. Braungekleidet und verdreckt.

Von mal zu mal kam Jo, dem Revolvermnn, die dreckverschmierte Visage bekannter vor. Ebenso wußte er, wo er den am Boden Rumliegenden hinzutun hatte.

Wirklich zur Genüge kannte er jenes Pack. Eindeutig war das eine Willy-Fratze.

Einer der Willys. Wegen seines roten Halstuches jedoch einer der unwichtigerer Willys. Einer, dessen Fehlen unter den Willys erst in dem Augenblick auffiel, wenn unter den Willys abgezählt wurde.

 

Nichtsdestotrotz war das ein Willy, der regungslos auf der Grasfläche.

Ein toter, regloser Willy. Seltsam, daß Susan, der Wallach, wegen eines Verstorbenen des Willy-Gesindels durchdrehen sollte.

 An dem starren, auch ein wenig kotigen, aber weiter rotfarbigen Halstuch blieb der Blick Jo's, des Revolvermannes, hängen.

Irgendwie starr, daß die Zipfel des Tuches, das der eine Willy anscheinend straff um den Hals geschlungen hatte hochstand. Wie es aussah, war die Tuchware nach der Ausführung der Tat fest verknotet worden wäre.

 

Unzweideutig war das einer der Willy-Bagage, die Jo, der Revolvermann, ganz woanders vermutete.

Jo, der Revolvermann, wähnte die Willys weiter entfernt in der Wüste. Währenddessen hier ein Willy war, den ein Unbekannter erledigte. Wenn nicht ein Willy einen anderen Willy ums Eck brachte.

Der abgekratzte Willy, ein Beweis, daß Jo, der Revolvermann, mit seinen Gedanken recht hatte: die Wüste und das, tief in sie hineinzureiten, das war nicht der Plan der Willys.

Irgendwas Unbestimmtes hatten die Willys vor. Doch den Zugüberfall.

 

Das erdverkrustete Willy-Gesicht blieb totenstarr.

Der Willy, ein Toter, wie Jo, der Revolvermann, sie oft genug gesehen hatte. Weil er für den Tod eines anderen auch selber verantwortlich war.

Der in der Pferdekoppel rumliegende Willy, der war denn unzweideutig tot, toter wie sonst irgendwas.

Hatte es einen Streit unter Willys gegeben? Hatte hier ein Willy einen anderen Willy aus dem Sattel geworfen, hatte sich auf ihm draufgeworfen, den einen Willy am Ende mit dem rotfarbenen Halstuch stranguliert?

Oder trog das mit dem Halstüchlein? War was anderes Schuld an dem Ableben des einen?

So ziemlich in der Mitte innerhalb der abgegrenzten Fläche mit saftigem Grünzeug, daß der eine Willy dalag. Wie absichtsvoll hinplaziert.

Grünzeug, das überhaupt nicht danach ausschaute, als hätte an dem Ort in letzter Zeit ein einziges Pferd gegrast. Noch im Tod hätte Jo, der Revolvermann, dem Willy Grasbündel ins schiefe Maul stecken können.

 

Alles erschien Jo, dem Revolvermann, so, als wäre das Bühnenbild unzweideutig klar. Und doch verstand er das mit dahingerafftem Willy nicht genau.

Dieser eine Willy, fast zu genau mittendrinnen am Platz..

Für wen? Damit Jo, der Revolvermann, den Toten entdeckte?

Andererseits hätte Jo, der Revolvermann, nichts von der Willy-Leiche mitgekriegt, wär ohne weiteres vorübergeritten, wäre in Susan, den Wallach, nicht ein Schreck hineingefahren.

Allzu lange schien der eine Willy noch nicht an der Stelle herumzuliegen. Aasfresser hatten von der Leiche jedenfalls nichts bemerkt.

Außerdem hatte sich ein stiller Kampf ereignet. Jeder Revolver- oder Gewehrschuß hatte eine Lautstärke, daß die Gehörgänge Jo's, des Revolermannes, Geballere über eine weite Strecke hören hätte müssen. In einer flachen Gegend, in der Knallerei weithin in die Umgebung hinaustrug.

 

 

 

 

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