1. Teil: 17.11
Ein kleines Weilchen, daß Jo, der Revolvermann, im Rund herumblickte, bereit, in einem Moment zu ziehen.
Die Eukalyptusbäume und das Gesträuch störten ihn weiter. Schließlich war bis vor kurzem nichts von Bäumen und irgendwelchen Sträuchern zu gewahren gewesen.
Susan, dem Wallach, an dem Ast angebunden, paßte alles, der schlug sich den Bauch voll, rupfte am nächststehenden Strauch Blätter.
Eigentlich mußte Susan, der Wallach, das selber wissen, wann er genug gefressen hatte. Jedenfalls schien Susan, der Wallach, noch zu können.
Spontan, ohne es sich zuvor großartig überlegt zu haben, daß Jo, der Revolvermann, sich herabbeugte, zwischen den hölzernen Querstreben durch in das Innere der Koppel hineinstieg.
Ohne daß sich deswegen irgendwas ereignen wollte.
Zehn Schritte zählte Jo, der Revolvermann, ab, bis er sich breitbeinig über dem reglosen Willy gestellt hatte.
Zehn Schritte, das waren ein paar mehr, als er die Entferung zu dem reglosen Anzugträger-Willy ursprünglich eingeschätzt hatte.
Etwa halb so weit.
Komisch fühlte sich Jo, der Revolvermann, dem eine steife Brise ins Gesicht blies.
Scheinbar lässig, daß Jo, der Revolvermann, die Hände herabhängen ließ. Es blieb dabei, daß sich kein bißchen was abspielte.
Ohne vorher auch nur durch ein Zucken ein Zeichen davon gegeben zu haben, was er als nächstes anstellen wollte, bückte Jo, der Revolvermann, sich zu der reglosen Willy-Gestalt herab.
Die Frage: Was brachte den wirklich um? Eigentlich nicht zu glauben, daß der eine der Willy-Bagage, mit seinem roten Halstuch erwürgt worden wäre.
Jo, der Revolvermann, packte am staubigen schwarzen Anzug des Willys zu, verhalf dem am Rücken Daliegenden zur Seitenlage.
Die Totenstarre hatte den Willy noch nicht befallen. Ganz so lange war das Willy-Pack demnach noch nicht hinüber.
Kein Messerstich war dem, der einem wie ein gewöhnlicher Stadtmensch oder besser gekleideter Farmer vorkommen konnte, in den Rücken gedrungen. Hinterrücks war in den Willy vorne wie hinten nicht reingeschossen worden. Blieb das fest verknotete Halstuch. Mit dem dem Willy die Luft abgewürgt worden war. Was üblich nicht ohne Kampf vonstatten ging. Eine Auseinandersetzung unter gleichstarken Willys, wobei am Kleid des Willys dies oder das zerrissen hätte sein können.
Den Kopf schüttelte Jo, der Revolvermann. Es blieb dabei: An dem Willy war keine andere mögliche Todesursache zu erkennen, als das Tuch um den Hals als Würgemittel.
Die irgendwie seltsam starr hochstehenden Tuchzipfel anzufassen, das widerstrebte Jo, dem Revolvermann. Ohne sich dem Grund erklären zu können. Wenn das nichts als ein durchsichtiges Harz war, das den Tuchstoff tränkte und stärkte.
Trotzdem blieb es dabei, daß Jo, der Revolvermann, seine Finger dort wegließ.
Die schlammverschmierte Willy-Visage war schrecklich verzerrt. Schmerzerfüllt.
Plötzlich weitete sich der Blick Jo's, des Revolvermannes, und er sprang rasch hoch, stellte sich auf die Füße.
Es war nicht fassen, was er um sich herum blickte. Haufenweise tot Willys, die hier herumlagen. Daß es nicht zu glauben war, daß Jo, der Revolvermann, sie bisher übersehen haben sollte.
Anzug tragende Willys, die in Bauchlage dalagen. Oder solche - wie der eine Willy, Jo, dem Revolver, unmittelbar zu den Füßen, in Rückenlage.
So viele Willys. Nahezu die gesamte Willy-Bande, die der eine Willy der Willys, an dessen Seite Marga, die Barfrau, ritt, als Begleitung dabei hatte. Aus unerfindlichen Gründen konnte Jo, der Revolvermann, sie plötzlich sehen. Über die kreuz und quer rumliegende Schar war von ihm drüber hinwegzublicken. Ohne das ein Stückweit begreifen zu können, was hier geschehen wäre.
Bis vor einer Sekunde hatte er lediglich den einen Willy betrachtet, der dalag. Reglos, voll bekleidet mitten in die Pferdekoppel hineinplazert. Jetzt war es bald die gesamte Willy-Bande.
Alle des Willy-Packs waren vollständig angekleidet, schwarze Anzüge, rote Halstücher um den Hals geschlungen.
Die Idee war, daß die Willys sich mit ihren rotfarbenen Tüchern gegenseitig strangulierten.
Wie es aussah, brauchte sich Jo, der Revolvermann, nur auf die Suche zu begeben. Um unter den vielen Willys dann den einen Willy der Willys zu entdecken.
Gleichzeitig mußte es der Fall sein, wenn sich etwas mit den Willys ereignete, daß auch Marga, die Barfrau, das Mißgeschick der Willys teilte.
Es war Jo, dem Revolvermann, der Horizont hätte sich verdüstert. Als wäre, von ihm unbemerkt, ein Unwetter aufgezogen.
Aber leider war die Düsternis nicht so groß, daß er die stillen, unbewegten Willys nicht deutlich gewahren hätte können.
Die stillen Willys, nicht das bißchen hatte Jo, dem Revolvermann, das im Plan gehabt, wie er die Willys im Augenblick vor sich sah.
Irgendein wüstes Gemetzel hatte stattgefundem. Unter den Willy. Wie es aussah, brachte ein Wily den anderen um. Gegenseitig strangulierte man sich mit dem Halstuch.
Aus Eifersucht? Wegen Marga, der Barfrau?
Unter Umständen wäre es besser gewesen, der eine Williy der Willys hätte Marga, die Barfrau, mit den anderen Willys geteilt. Statt Marga, die Barfrau, für sich alleine haben zu wollen.
Vielleicht hätte dann unter den Willys mehr Frieden geherrscht.
Statt eine einzige für einen - Marga, die Barfrau, eine für alle.
Marga, die Barfrau, war früher auch mit mehreren Kuhhirten im Badezuber, hatten sie ein paar Dollars mehr in der Tasche. Hatte man Jo, dem Revolvermann, früher jedenfalls mal auseinandergesetzt. Zu der Zeit, als Marga, die Barfrau, daran dachte, Jo, der Revolvermann, wäre der, der sie mal mit sich mitnehmen würde. Mit ihr zusammen aus der Stadt hinausreiten.
Zu der Zeit hatte Marga, die Barfrau, hin und wieder Tränen in den Augen. Marga, die Barfrau, schluchzte an der Schulter Jo's, des Revolvermannes. Marga, die Barfrau, redete und redete. Ohne daß Jo, der Revolvermann, ihr immer zuhörte. Nach ein paar Tagen verließ Jo, der Revolvermann, die Stadt, während Marga, die Barfrau, an Ort und Stelle zurückblieb.