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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 18.2

29. April 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

An sich passierte nichts mehr, seit das elektrische Licht ausgegangen war.

Die Welt um ihn herum zeigte sich dunkel und war für ihn von einer ungesunden Eiseskälte. Woran sich ebenfalls nichts ändern wollte.

Nur, daß das mit der zugigen Kälte nichts war, das er auf sich beruhen lassen durfte.

 

Der nächste Windstoß fuhr eisigkalt über ihn drüber. Die offenstehende Haustür ließ ein Krächzgeräusch vernehmen. Bewußt war Joachim sich das nicht, es vorher schon mal gehört zu haben.

Oder - war er dafür taub gewesen?

 

Langsam, das fand Joachim, daß es für ihn an der Zeit war, sich aufzurappeln. Auf die Beine hochzukommen.

Wirklich. viel zu lange, daß er sinnlos herumlag oder dasaß.

Er mußte endlich irgendwas unternehmen.

Einzig und alleine, an was immer er aufgeregt dachte, den Gedanken folgten keine Taten. Dabei war die Kälte schrecklich.

Seit seinem Wiedererwachen war das ein einziger mieser Übelzustand. Auf steinkalten Fliesen bei kaltem Durchzug.

Hier war zwar nicht die Welt Jo's des Revolvermannes. Die eine, die zwar gruselig, während die Joachims mindestens unsäglich, gräßlich war. Schwer erträglich.

 

Viel zu wenig, daß er am Körper anhatte. Wegen der Überempfindlichkeit seiner Haut.

Außerdem hatte er gedacht, daß alles nicht so weit weg war. Die nächste Apotheke, sein Hausarzt.

Die Kühle, sich ihr bewußt zu sein, war grauenvoll. Das war klar, daß einer sich auf diese Weise den Tod holen konnte.

Wobei sich lange die Frage stellte, warum er sich den nicht lange abgeholt hatte. Schon vor Tagen hätte er tot sein können.

Wäre er da schon gestorben, hätte ihm jetzt nicht mehr gefroren.

 

Die elende Kälte, der Durchzug, Energie, daß das ihm absaugte.

Wenn er weiterhin nichts dagegen untenahm, nur auf der Stelle rumlag, mochte es die Möglichkeit sein, daß es das dann war.

Wollte er das nun, daß es DAS war? Oder wollte er das nicht?

Dabei war es ihm vor einem Weilchen noch ein Stückweit besser gegangen. In der Lage war er, rumzustehen und  voranzumachen, wenn auch ab und zu sehr taumelig.

Sogar mit Stockie, dem Riesenköter der Dottlers, war er fertiggeworden. Zur Haustür hatte er Stockie rausgelassen. Stockie, das zu groß geratene Schoßhündchen, das räudig und heruntergekommen aussah. Trotzdem weiterhin haufenweise Zähne im Maul hatte, mit denen er einen Menschen zerfleischen hätte können.

 

Das durfte alles so nicht weitergehen. Gegen die Müdigkeit, daß Joachim ankämpfte.

Jedem wußte das, daß er, stürzte er bei unter Null wo, dort nach Möglichkeit nicht einnicken sollte.

Der Schlaf, der bedeutete den sicheren Tod. Daß es das war, das mit dem schnöden Leben.

Der nächste Ausgang: Tod. Bei der Vermutung einer Seele noch was anderes, vilelleicht.

 

Verstorben war Joachim allerdings noch nicht, er war in dier Lage, weiter die Augen aufzureißen. In eine Dunkelheit blinzelte er, die nicht so dunkel war.

Etwas an Erhellung drang von draußen herein.

Ganz Gewöhnliches aber. Jenseits der offenstehenden Eingangstüre, brannte Lampenlicht. Das von ferneren Straßenlampen. War die eine vorm Wohnhaus ausgefallen?

Nichtsdestotrotz, das elektrische Licht, das sich nicht verabschiedete, nicht den Geist aufgab.

 

Wenn die Schwäche dergestalt Wiederkehr hielt, dann mußte es ihm aus den Poren herausgeblutet haben. 

Bewußt hatte er nicht viel davon mitgekriegt.

Vor seinem geistigen Auge sah Joachim eine gelb gleißende Kugel. Eine, die aussah, als bestünde sie aus reiner Energie. Wie die Sonne am Himmel.

Einen Horror empfand Joachim, er riß die Augen weit auf, erkannte, daß um ihn her nichts als Dunkelheit herrschte.

 

Es wiederholte sich Frage: Warum war er noch am Leben? Geradezu die eine Dauerfrage.

Was er insbesondere fürchtete, war, daß Fieber schlimmer bei ihm losbrechen könnte.

Auch deswegen, weil sein Körper eine einzige Wunde war. Wollte er an Wundbrand versterben?

An erster Stelle brauchte eins ganz dringend: ärztliche Versorgung.

Ein Krankenhausbett. Daß man ihn an einen Tropf anhängte. Mehrere Tage der Pflege.

Vielleicht war noch nicht alles vorübr, konnte er sich doch wieder von dem von ihm kaum geistig faßbaren Übelzustand erholen.

Jede Kanüle wäre ihm recht gewesen; Hauptsache, er wurde irgendwo angeschlossen, und es gab Hoffnung für ihn. Daß er, mit ein wenig Glück, in absehbarer Zeit wieder ganz der alte war.

 

Da drüher hatte er schon mal was gelesen, wie das früher so war, als das mit der ärztlichen Versorgung zu wünschen übrig ließ. Im Mittelalter beipielsweise konnte schon ein kleiner Schnitt, Riß einen ursprünglich kräftigen Mann nicht nur umwerfen, sondern umbringen.

Weil er bei sich nicht für die notwendige Sauberkeit der Wunde sorgte. Auf nichts sondernlich achtete.

Auch nicht viel anders war es bei ihm. Seit mehreren Wochen jetzt schon beinahe war nichts weiter, als daß er im Dreck herumlag. Sich vollsuhlte.

 

Wundbrand war in früherer Zeit wirklich eine häufige Todesursache. Dabei war sein Problem nicht irgendein unversorgter Schnitt. Eigentlich war sein ganzer Körper nichts als eine einzige schwärende Wunde.

Ein wahres Wunder, sich unter diesen Begebenheiten lebendig wo vorzufinden. Noch Leben in sich zu spüren. Ganz vernünftig zu sein, nicht im Fieberwahn.

Er mußte auf die Beine hochkommen. Aus dem Haus rauswanken. Draußen den Gehsteig runterzumachen.

 

Das war doch zu erwarten, daß mal doch irgendwelche Leute längs marschiert kamen.

Anderes war doch nicht vorstellbar. Doch ein Ding der Unmöglichkeit, daß momentan mehr weit und breit niemand war..So viele Menschen, wie da in der Stadt wohnten. Milliarden waren ihnen rund um den Globus.

Gut, nie betrat jemand das Wohnhaus. Warum nicht?

Außerhalb jedoch mußte mal einer des Weges kommen. 

 

Das stellte Joachim sich vor, wie ihm links und rechts unter die Arme gefaßt und auf die Beine geholfen wurde.

Ein Phon war gezückt worden. Der Notruf gewählt.

Ein Notarztwagen und ein Sanitätsauto, die waren dahergefahren gekommen.

Für die erste Notversorgung bei Joachim wurde eifrig alles getan.

Alles war getan, auf eine Liege war Joachim geschnallt worden. Angehängt an den Tropf beeilte man sich, Joachim auf den Rollen der Transportliege, zum Sanitätsfahrzeug zu verbringen. Drinnen im Inneren landete er. Angefahren wurde. Fahrtrichtung, die war sonnenklar: das nächstliegende Krankenhaus.

Es MUSSTE die Wirklichkeit sein. Es MUSSTE.

 

 

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