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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 18.3

30. April 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Mit der Rechten, daß Joachim sinnlos herumtastete.

Es war unheimlich, daß bei seinem Wiedererwachen das elektrische Licht an war. Normalerweise hätte er im Dunkeln zu sich kommen müssen.

Das war durchaus ein Problem, daß dem nicht so war.

 

Vor einem Weilchen hätte er daran gedacht, daß er das doch selber war, der den Lichtschalter drückte. Nur ...

Plötzlich hielt er ein Ding in den Fingern, das sich genauso wie das Wegwerffeuerzeug Lena Gesings anfühlte. Das, mit dem er Stockie abgewehrt hatte.

Das es allerdings nicht sein konnte. Das Feuerzeug hier, das gehörte jemand anders. Es mußte aus einer Hose oder sonstwo herausgerutscht sein.

 

Der Impuls entstand in Joachim, das Plastikteil von sich schleudern.

Tatsächlich konnte er das an sich wahrnehmen, wie er den Arm hob. Um ihn allerdings kraftlos herabsinken zu lassen.

Obwohl sich die Pein von seinen Fingern her steigerte, schaffte er es wider Erwarten das Feuerzeug mit einem Daumendruck zu entzünden.

 

Es war nicht Lena Gesings Einmalfeuerzeug. Bei dem war das Gas bis zum Anschlag aufgedreht.

Das jetzt war eine normale Flamme, die Joachim überblickte.

Erst mal verbrannte er sich Daumen und Zeigefinger nicht, überblickte aber nur krude Schemen.

Sollte er herumfummeln, die Feuerzeugflamme größer werden lassen?

Der matte Lichtschein reichte jedenfalls kaum für irgendwas.

 

Die Haustüre, der war er nahe genug, daß er gewahrte, daß diese weit offenstand.

Bloß, das hatte er auch so gewußt. Jedoch nicht das, daß mehrere Kleiderhaufen in der Türumgebung herumlagen.

An diese Bündel Kleidung konnte er sich schlicht überhaupt nicht erinnern.

Als er Stockie zum Gebäude rausließ, war es hell im Gebäude. Und außer auf Stockie hatte er nicht so viel auf was achtgegeben. Trotzdem ...

Im Moment war die Möglichkeit, im Düster was nicht mitzukriegen und wo für einen bösen Sturz drüberzustolpern.

 

Der kalte Windzug: weil da Gebäudeein-, ausgangstüre dummerweise aufstand. Statt geschlossen zu sein.

Als Stockie rausgelaufen war, war die Tür ins Schloß geschnappt. Das war Joachim sich sicher, daß er zugemacht hatte.

Schon alleine deswegen, sollte Stockie einfallen, kehrtzumachen, mußte zu sein.

Noch mal sich Stockie gegenüberzusehen, das wünsche Joachim sich nicht das bißchen.

 

Trotzdem war im Augenblick offen. Der Wind, der von außerhalb hereinblies.

Mehrmals versuchte Joachim, die Flamme des Feuerzeugs aufleuchten lassen. Bis es einmal hinhaute.

Am Fliesenboden, dort befand sich ein Stück helles Schört auf der Türschwelle, der Tür dazwischengeklemmt. Das Zufallen der Haustüre, das so verhindert wurde.

 

Einen Stich spürte Joachim im Kopf.

Das war klar, die Haustür war zu und auch nichts drunter hingelegt gewesen, nachdem Stockie aus dem Gebäude raus war.

Noch dazu war dort höchstens ein Kleiderhaufen. Keine fünf, die herumlagen.

Plötzlich empfand Joachim die Kleidung wie hindrapiert. Viel zu viel Gewandung war das, als daß sie vorher schon dagewesen wäre, wo sie jetzt war.

 

Stunden hatte er in Bewußtlosigkeit verbracht, konstatierte Joachim.

Bei Jo dem Revolvermann spielte Zeit keine Rolle. Auch ein Wechsel von Ort zu Ort war jeden Augenblick möglich. Ebenso das, auf Wolken zu reiten, durch sie hindurch.

In dem Alptraum, dessen letzte Momente Joachim deutlichst vor seinem inneren Auge sah, war eine Tür erst einen Spalt, und dann ganz aufgegangen. Greller Lichtschein füllte den Türrahmen zur Gänze aus.

 

Die Gebäudetüre?

Bei ihm, daß da die Tür offenstand.

Schrecklich und befremdlich fand Joachim das, daß er, nachdem es ihn aus dem Alptraum gerissen hatte, tatsächlich die Haustür geöffnet vorfand.

Als wäre was eines schlimmen Traums tatsächlich die Realität.

 

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