DeMehr's K.K.-Expo, I 9
27. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
9. Die Lage peilen
* An Bord der "Peter" hatte es bis tief in die Nacht Kriegsrat gegeben. Etwas mußte hier unternommen werden; man konnte nicht auf der "Peter" herumhocken, Däumchen drehen, auf irgendwas warten. Das Beste wäre ein Landgang von drei, vier Leuten. Der Spähtrupp müßte herausfinden, was auf dem Eiland vor sich ginge. Wer waren die, die ballerten? Die Helikopterbesatzung, zu wem gehörten die? Vielleicht wurde auf die "Echsen" geschossen, wenn die sich woanders weniger friedfertig aufführten. Entdeckte der Trupp, daß die anderen freundlich gesonnen waren, konnten sie gewiß eine Hilfe sein, die "Peter" wieder seetüchtig zu machen. War das nicht der Fall, kriegte man jedenfalls durch die Späher Bescheid.
* René Depart entschied sich, mit Ivan Hammer und Pierre Raul mitzugehen. Plötzlich wollte jedoch auch Gina Davies mitkommen. Daraufhin bestand Irene darauf, ebenfalls dabeizusein, schließlich war Gina ihre allerbeste Freundin. Entweder erlaubte man es, daß sie, Irene, sich dem Spähtrupp anschließen durfte, oder sie würde auf eigene Faust losmachen; dazu müßte sie nur an Land schwimmen. Ruth Depart, die Mutter, faßte ihre Tochter wieder einmal nicht, die die Gefahr suchte. Und René Depart, der Vater, war schließlich von dem Gerede genervt, bestimmte, daß, wenn Gina dabei war, auch Irene sich dem Trupp anschließen könnte.
* Nach ein paar Stunden Schlaf oder keinen Schlaf weckte Anton Dieger, der die letzte Nachtwache zugewiesen bekommen hatte, die Mannschaft der "Peter". Das Nötige wurde für den Spähtrupp vorbereitet: ein paar Essensrationen, Schlafsäcke, Gewehre und Pistolen. Helmut und Markus Unger ruderten als erstes Ivan Hammer und Pierre Raul samt Zeug an den weißen Sandstrand rüber. Ein letztes Mal versuchte Ruth Depart Irene davon abzubringen, sich sinnlos einer gefährlichen Situation auszusetzen. Irene langte sich an den Kopf, erwiderte der Mutter, daß es auf der "Peter" doch nicht weniger gefahrvoll wäre. Mutti Ruth sollte bloß an die "Dinos" denken, wenn die vom Strand her zur "Peter" schwammen, an Bord schlichen, dann ...
* Die Zeit, als er die "Peter" verließ, rübergerudert wurde, war für René Depart wie weggewischt. Eine Art Filmriß. Departs Blick fixierte traurig Helmut und Markus Unger, die zur "Peter" zurückruderten. Ivan Hammer räusperte sich, man verlangte anderswo Aufmerksamkeit. Hammer, Raul und Davies standen in voller Kampfmontur da, Rucksäcke und Gewehre geschultert, wie frisch aus dem Militärlager. Irene Depart trug Wanderstiefel, schwarze Turnhose, eine Korbballmütze verkehrt herum auf dem Kopf; wie der Vater hatte Irene eine Pistole im Holster am Gürtel. Ein Krachen riß René Depart aus seinen Betrachtungen; noch viermal wiederholte sich der Lärm. Mörsergranaten, erläuterte Raul, der sich mit solchen Dingen auskannte; irgendwer feuerte mit Mörsern, irgendwohin, auf irgendwen.
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