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Blog von TeddeMehr

DeMehr's K.K.-Expo, I 15

2. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

15. Kampf-Tanz

 

* Eben war der Trupp auf seinem Weg zur gegenüberliegenden Seite der Dschungellichtung an dem "Ankylo"-Kadaver vorüber, da vernahmen alle Gezwitscher. René Depart verfluchte die Welt. Eigentlich hätten sie sich ja denken können, daß die sich auch nur versteckt hätten, war von Ivan Hammer zu belauschen. Das seien zwölf, konstatierte Pierre Raul, nachdem er sich langsam im Kreis herumgedreht hatte; er würde zwölf zählen, wenn keiner mehr zähle, wären das zwölf.

 

* Die grünen "Echsen" näherten sich bedächtig aus allen Richtungen. René Depart mußte sich zur Kühle zwingen; auch von den anderen blieb jeder äußerlich ruhig, fast ein kleines Wunder. Der "Echsen"-Bursche mit dem roten Flecken auf der Schnauze trippelte heran, baute sich in voller Größe auf. Beinahe eine menschliche Geste, mit der "Rot-Schnauze" zum "Ankylo" hin nickte. Ohne großartig zu überlegen, machte René Depart mit der Rechten eine zustimmende Handbewegung, lud noch einmal ein. Ein erfreutes Gezwitscher von "Rot-Schnauze". Mit dem Finger zeigte René Depart auf den "Ankylo", winkte vorüber. Fröhlich zwitschernd tauschte die "Echsen"-Bande sich aus. Zwei der "Grünlinge" konnten sich nicht länger zurückhalten, liefen auf den "Ankylo" los. Zwei Hüpfer, und sie waren auf dem Rückenpanzer des "Ankylo" droben.

 

* Mit großen Augen beobachteten die menschlichen Zuschauer der Szene, daß eine der "Echsen" vor dem Halsstück sich aufbaute, dem in der Gegenwart der Gigantenkopf fehlte.Weit öffnete sich das Maul; scharfe Zähne rissen eine Schneise ins Fleisch, von oben nach unten und zurück. Mit dem "Echsen"-Schädel voraus bohrte sich der "Grünling" ins Weiche hinein, tiefer und tiefer. Am Schluß verschwand mit dem letzten Stück Schwanz das ganze gierige "Echsen"-Ungeheuer im "Ankylo"-Innern.

 

* Als ob nirgends sonst Platz wäre, tänzelte ein "Kollege" samt großem Fleischbatzen in den Ärmchen auf "Rot-Schnauze" zu. Deutlich hatte das zu bedeuten, "Rot-Schnauze" sollte zur Seite treten. "Rot-Schnauze" fiel das überhaupt nicht ein, seitwärts wegzumachen. Ein Zwitscher-Duell entstand; zuletzt kreischten die Kontrahenten nur noch. Dann beabsichtigte der mit dem Batzen Fleisch doch, locker davonzuspringen, als sei ihm plötzlich eine Idee gekommen. Das Laufbein von "Rot-Schnauze" schwang hoch, es klickte. Der Stich der feststehenden Kralle verletzte nicht, weil der andere reaktionsschnell rückwärts hüpfte. Beide Gegener führten jetzt Stiche, benutzten dafür ihre Kralle. "Sichelkralle" raunte Irene René Depart, ihrem Vater, ins Ohr; deswegen, wegen dieser Kralle, wären das "Raptoren". René Depart wischte sich mit der Hand über die Lippen.

 

* Ein tänzelnder Kampf. Wie wenn Menschen mit einem Messer gegeneinander antraten: Attacke, Abwehr, dem Hieb ausweichen, davonspringen, dem Feind etwas antäuschen. Mit bloßem Auge war es schwer, alles genau mitzubekommen, so rasend bewegten sich die Kämpfer. Bis es war, als hätte irgendwer mit der Fernbedienung die Szene angehalten; das Bild stand. Der Zweikampf war entschieden. "Rot-Schnauze" zielte mit der "Sichelkralle" auf den ungeschützten Unterbauch seines Gegenübers. Dagegen gab es nicht die allergeringste Abwehrmöglichkeit; der Stoß wäre tödlich. Vom Besiegten war ein jämmerliches Zwitschern zu hören. Abrupt ließ er sich nach hinten fallen, präsentierte der Welt den Bauch, als eine geschlagene Kreatur, schicksalsergeben. "Rot-Schnauze" war großzügig, erlaubte es dem Geschlagenen, sich hochzurappeln. Auf schnellen Laufbeinen warf sich der eine, der vorher Herrscher werden wollte, herum, um mit höchster Geschwindigkeit davonzumachen, im Unterholz des Dschungels den Blicken zu entschwinden.

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