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Blog von TeddeMehr

DeMehr's K.K.-Expo, I 16

3. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

16. Rübermachen

 

* Der Dschungel war zurückgeblieben. Die schweigsamen Mitglieder des Spähtrupps marschierten auf härterem Boden, aus dem nur noch vereinzelt Baumriesen in die Höhe wuchsen. Da sei ein Abgrund, rief Gina Davies aus, die dauerhaft die Spitze des Trupps für sich erwählt hatte. Über den Daumen gepeilt war das eine Dreißig-Meter-Erdbebenspalte, die jegliches Weiterkommen unmöglich machte. Per Münzwurf wählte Ivan Hammer eine Marschrichtung. In der Hoffnung, daß der Riesenspalt irgendwo enden müßte, schritten die Leute der "Peter" den Felsspalt längs.

 

* Abrupt stoppte Gina Davies, daß Raul gegen sie stieß. Mit ausgestrecktem Arm zeigte Davies voraus. Das wäre die Frage, ob er sich über irgendwas hier freuen sollte, brachte Pierre Raul seine Gefühle zum Ausdruck, weil Gina daherkam, als wäre sie erfreut. Niemand des Trupps wollte Rauls Worten etwas hinzufügen; allerdings brachte Raul es auf den Punkt. Das, auf das sie blickten, war eine Art stählerne Hängebrücke; das Ding schien stabil für eine ganze Gruppe.

 

* Tochter Irene war launisch, gereizt. Und irgendwie und irgendwo schien Ivan Hammer nicht den passenden Augenaufschlag gebracht zu haben, was Irene anging. Jedenfalls mochte Irene den Schokoriegel nicht, den Ivan Hammer ihr anbot. Auch aus der Wasserflasche Hammers wollte sie nicht trinken. Das einzige Wasser, das schmeckte, war das von Gina Davies. Zu Ivan Hammer hin zuckte René Depart die Schulter. Griesgrämig entfernte Irene sich von den anderen, baute sich breitbeinig knapp vor dem steilen Abgrund auf, starrte in die Tiefe hinab. Auf einmal war von Irene ein Schrei zu vernehmen; dort drunten an der Felswand gegenüber wäre ein großes Netz gespannt; ein Netz wie das von einer Riesenspinne.

 

* Ivan Hammer war der, der meinte, die Augen müßten Irene einen Streich gespielt haben; nichts als Dunkelheit, wo drunten dieses Spinnennetz sein sollte. Auf alle Fälle, er würde nichts sehen. Aber es wäre sowieso alles ziemlich egal, solange die "Spinne" nicht hochkäme ... Ein Aufschrei Ginas erschreckte; jedem schlug sofort das Herz bis zum Hals. Alle der Gruppe konnten das gleiche erblicken: bleiche Viecher. Bleiche Riesenviecher, die aus ihren Verstecken zwischen dem Fels herausschlüpften. Diese bleichen Monster - raupenartig - machten sich daran, relativ langsam, unaufgeregt hochzukommen.

 

* Von einer Dreckssituation in die nächste würden sie in diesem Alptraum tanzen, lamentierte Ivan Hammer. Pierre Raul sollte als erster gehen, Gina Davies hinterher, dann Irene, Hammer und er selbst, entschied René Depart. Pierre Raul ließ sich nicht lange bitten, begab sich auf die stählerne Hängebrücke, hielt sich links und rechts an den zweimal fingerdicken Stahllängssträngen fest. Zu Rauls Füßen waren Ein-Meter-Stahlplatten ineinandergeschoben, und als Raul einmal hochhüpfte, schaukelte das Ding wenig. Also in dieser Hinsicht alles bestens.

 

* Als René Depart hinter Ivan Hammer etwa die Hälfte des Weges nach drüben zurückgelegt hatte, fiel ihm ein, daß er doch gerne gesehen hätte, was sich in seinem Rücken abspielte. Halb drehte Depart sich um, sich nur mehr mit einer Hand am Stahlseil festhaltend. Dort, wo der Spähtrupp eine Pause eingelegt  hatte, krochen sechs bleiche Ungetüme. Die größte der suchenden "Raupen" schätzte René Depart auf drei Meter.

 

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