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Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 21

8. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

21. Die Strecke verblasen

 

* Nicht die halbwüchsigen Nackedeis vom Teenager- und Kindersklavenmarkt wären hier die Treiber gewesen, sondern die im Piraten-Look, das wäre er sich sicher, meinte Ivan Hammer. Nicht gleich begriff René Depart, wovon Hammer redete, weil er ausschließlich die Gruppe der "Raptoren"-Jäger und die nahezu nackten Kinder im Auge hatte. Aber dann blickte Depart von diesen Leuten und ihrem Treiben fort, und damit erweiterte sich ihm der Horizont. Das war sehr ärgerlich, daß erst Ivan Hammer ihn da drauf aufmerksam machen mußte, daß hier noch andere waren, empfand René Depart. Das wären die wirklich gefährlichen Leute, raunte Ivan Hammer. Und dem war für René Depart nicht zu widersprechen: mit Sicherheit waren das diejenigen, die den Jägern die "Raptoren" vor die Flinten getrieben hatten, daß die "Jäger" die "Raptoren" nur noch abknallen mußten.

 

* Die "Piraten", die dritte Gruppe auf der Szene drunten. Schwerbewaffnete Männer und Frauen, eine Bewaffnung, fast wie Soldaten: Maschinenpistolen, Schnellfeuergewehre. Zu dem Dolch, der Machete in Lederscheiden, der Pistole im Lederholster, die jeder "Pirat" am Gürtel trug. Schwarze oder rote Kopftücher; weiße, blaue Hemden; rote Pluderhosen, das war das "Piraten"-Kleid. Die "Piraten", die wären da und wären doch nicht da, die verstünden ihr Geschäft der Unsichtbarkeit, sagte Pierre Raul beeindruckt. Raul war von der Kante weggerutscht, hatte sich auf den Rücken gedreht, um sich einen Schluck aus der Wasserflasche zu genehmigen.

 

* Einer mit einem schwarzen Kopftuch, weißem Hemd und roter Pluderhose war mit einem Metallkoffer auf der Bühne unten erschienen. Aus dem Koffer holte der Mann eine mittelgroße Motorsäge und einen länglichen Gegenstand, wie ein langes Messer. Das Ding steckte er sich in den Gürtel, während er suchend herumschaute. Dann verfing sich bei ihm der Blick eines Knaben, und den winkte der aus der "Piraten"-Mannschaft zu sich. Der Bursche war sicherlich der älteste der Kinderschar, am größten gewachsen. Vorher war er auf dem Schoß der weißhaarigen Dame aus der Jägergesellschaft herumgehockt. Dem Teenager drückte der "Pirat" die Motorsäge in die Hand, das plötzlich deutlich erkennbare Langmesser, erörterte die Aufgabe. Der Jüngling schritt danach von dannen, näherte sich einer gerade tatenlos herumstehenden Elf-, Zwölfjährigen, deren Schönheit auch der Kahlkopf nichts anhaben konnte. Dem Mädel übergab der "Kollege" das lange Messer, bedeutete ihr, sie solle einen der Bastkörbe mitnehmen. Als die Kleine zurückkam, gingen sie zu den "Raptoren", machten sich an die Arbeit: Der junge Kerl trennte dem ersten der dahingemetzelten "Raptoren" den Kopf vom langen Hals, ließ erst mal liegen, das Teil sollte ausbluten. Unlustig probierte die Kleinmädchenschönheit das aus, was sie gekriegt hatte: anscheinend ein Akku-betriebens Küchenmesser. Es schien schließlich ihren Ansprüchen zu genügen, und sie schnitt dem "Raptoren" die Sichelkralle und die restlichen Klauen ab. Das Abgetrennte warf sie in den Korb, schmiß den Holzdeckel zu, um eins weiterzumachen.

 

* Drei aus der Jägerclique - die jüngere der Damen und zwei Männer mit Durchschnittsgesichtern - stellten sich auf dem Kiesweg gegenüber den abgeschlachteten "Raptoren" Seite an Seite in Positur. Der Mittlere des feierlichen Trios gab ein Zeichen mit gestrecktem Zeigefinger, darauf setzten sich die drei ihre Jagdhörner an die Lippen, begannen, nach gutem Jägerbrauch, die Strecke erlegtes Wild zu verblasen. Die Hornbläser verstanden ihr musikalisches Geschäft.

 

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