deMehr's K.K.-Expo, I 22
9. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
22. Jaques
* Metallisches Klicken: irgendwie ein allzu bekanntes Geräusch. Sie sollten keinen Blödsinn machen, langsam sich auf die Füße erheben und die Hände hochnehmen, versetzte eine spöttische Stimme. Ohne weiteres taten Ivan Hammer, René Depart, Pierre Raul, Irene Depart und Gina Davies das von ihnen verlangte, wandten sich um. Drei grinsenden Kerlen in roten Pluderhosen, blauen Hemden und mit schwarzen Kopftüchern standen sie gegenüber; zwei Maschinenpistolen waren auf sie gerichtet.
* Das war ärgerlich, daß keiner vom Spähtrupp den Wächter gespielt hatte, daß sie allesamt am Fels gelegen hatten, um fasziniert auf das Geschehen unten zu schauen. Das Narbengesicht, das der Anführer des "Piraten"-Trios war, besaß ein Sprechfunkgerät, drückte daran eine Taste, sprach in das Gerät hinein. Henry hier, sie hätten oben einen netten Fang gemacht. Drei in Uniformen, aber keine Soldaten, zwei in Zivil. Drei Männer, zwei Frauen. Wahrscheinlich die, die vom Hubschrauber aus gesichtet worden wären. Richtig, Jaques hätte recht gehabt, daß es nicht lange dauern würde, bis die ins Netz gingen.
* Ihre Rucksäcke, die Gewehre und Handwaffen mußten die Leute von der "Peter" zurücklassen. Henry machte einen Wink zu René Depart hin, Depart sollte fliehen. Still blieb René Depart stehen. Die "Piraten" feixten; das wäre zu spaßig gewesen, hätte einer der frisch eingefangenen Leute einen Fluchtversuch unternommen. Ohne jede Eile wurden René Depart, Ivan Hammer, Pierre Raul, Gina Davis und Irene Depart auf einem längs dem Fels abwärts verlaufenden Pfad auf die Dschungelstraße hinabgeführt. Henry versuchte es drunten nochmals bei Ivan Hammer, sagte zu Hammer, daß er ihm jetzt noch eine letzte Chance gäbe, schnell abzuhauen. Keinerlei Regung von Ivan Hammer. Grinsen bei Henry, das Henrys Narbengesicht gräßlich entstellte. Henry meinte großzügig, er bekäme seine Extraprämie, ob er sie nun lebend oder tot anbrächte.
* Die Hände hinter dem Kopf, von den Maschinenpistolen bedroht, durchschritt der Spähtrupp von der "Peter" die Felspassage. Bei der Clique der "Raptoren"-Jäger ging es immer spaßig zu. Der dicke Grünrock beschäftigte sich, aus der Kinderschar Paare zusammenzustellen: Jungen mit Jungen, Mädel mit Mädel, Mädel mit einem Jungen. Klar, was sie gleich miteinander anfangen sollten. Hier würde die Musik spielen, schnarrte Henry, das Narbengesicht. Nach dem Wink Henrys wandten sich alle Neuankömmlinge um.
* Auf einem einzelnen Felsstück hockte ein ganz in Schwarz gekleideter Mann, das Schnellfeuergewehr zwischen den Beinen; mit dem Stetson fächelte sich der schwarze Cowboy Luft zu. Aus der Distanz, mit der der Spieleveranstalter und Besitzer eines Kasinos die Glücksspieler an den Tischen betrachtete, überschaute der Cowboy die Szenerie bei der "Raptoren"-Jagdgesellschaft. Hier wären die Leute, Jaques, sprach Henry seinen Chef an. Jaques war ein wirklich gut aussehender Herr: schwarzes gegelltes Haar, ebenmäßige Gesichtszüge, gerade Nase, volle Lippen. Ein Frauenliebling erster Güte, wenn er ein Frauenliebling sein wollte. Erst beguckte Jaques Ivan Hammer, dann Pierre Raul. Bei Irene Depart blieb Jaques' Blick hängen.
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