deMehr's K.K.-Expo, I 26
26. Herausgescheucht
* René Depart strich sich über das frisch bandagierte Handgelenk. Ivan Hammer grüßte zum wiederholten Male zu der Maschinengewehrschützin auf den Palisaden rechter Hand hinauf. Hammer meinte zu der Mittdreißigerin, das wäre ein schöner Tag heute, und an so einem schönen Tag, da müßte sie die mörderische Sonne sein. Pierre Raul fingerte am Gurt seines Gewehrs herum; Pierre unterrichtete, daß jeder von ihnen dreien das gleiche Fabrikat überreicht bekommen hätte. Endlich schritt Gina Davies durch die Palisadentorhälfte, gesellte sich zu Ivan Hammer, René Depart und Pierre Raul. Gina erschien wie das blendende Leben selbst: rosige Wangen, funkelnde, abenteuerlustige schwarze Augen, ihre kecke Nase. Außerdem war Gina als einzige neu eingekleidet. Perfekt saß alles an Gina, das grüne Jagdherrenjackett, die braune Knickerbockerhose, graue Socken, Wanderstiefel. Mit einer Umarmung und einem Küßchen links und rechts auf die Wangen begrüßte Gina ihre alten Freunde von der "Peter".
* Gina entschuldigte Irene, die leider nicht kommen konnte. Wegen Jaques. So viel logistisches Zeug, wie Jaques derzeit zu erledigen hätte, da hätte keiner eine Vorstellung von. Irene hätte deswegen an Jaques' Seite bleiben wollen. Und sie, Gina, hätte dafür das vollste Verständnis. Außerdem würde Irene ihren Vater René und ihre Freunde sowieso die nächsten Tage an Bord der "Peter" sehen. Ivan Hammer guckte Pierre Raul und René Depart mit großen Augen an, blies die Wangen auf. Dann drehte Ivan Hammer sich um, winkte zu Henry auf den Palisaden hoch. Ein neues Winkewinke an jedermann von Hammer. Sie würden jetzt hier langsam weggehen, verschwinden, informierte Hammer. Antwort erhielt Ivan Hammer keine, von niemandem.
* Eine Tatsache, daß nur die Leute von der "Peter" auf der Wiese außerhalb von "Lager eins" unterwegs wären, sang Pierre Raul; sonst wäre irgendwie keiner an dem Ort da auf den Beinen. Gina hatte sich bei René Depart untergehakt. Ohne jede Eile schlenderte der kleine Trupp von der "Peter" voran, um bald wieder stehenzubleiben. Gina wollte das nicht glauben, daß René Depart, Ivan Hammer und Pierre Raul die letzte Nacht gefesselt verbracht hätten. Sie, Gina, und Irene, sie beide hätten einen guten Abend gehabt und eine kurze Nacht. Vom vielen Tanzen täten ihr jetzt noch die Füße weh. Hätte wenigsten sie ihren Spaß gehabt, warf Hammer ein; dafür säße Gina jetzt mit in der Falle. Das würde sie nicht glauben, daß das eine Falle wäre, widersprach Gina; dafür verstünde sich Jaques einfach zu gut mit Irene. Irene hätte Jaques richtig um den kleinen Finger gewickelt. Jaques hätte nur noch Augen für Irene, sonst für keine.
* Bloß noch eine relativ kurze Strecke wäre das bis zur Dschungelstraße, sprach Pierre Raul es aus; vielleicht hätte Gina ja recht, daß sie alle hier Jaques falsch einschätzen würden. Wenn die Liebe nicht wär, was wäre mit der Welt? Bei wem müßte er, Pierre Raul, Abbitte leisten deswegen? Gina zuckte die Schulter. In dem Moment fing die Schießerei an. Jede Menge der grünen "Raptoren" stürmten rechter Hand aus dem Dschungeldickicht. Zu viele davon geradewegs auf den Menschentrupp los.
* Pierre Raul schrie, sie sollten laufen, zwischen die Bäume. Ivan Hammer folgte Pierre Raul auf dem Fuß. Gina Davies wußte nicht, wohin sie rennen sollte; auch nach "Lager eins", das war für sie eine Möglichkeit. Dicht zischten die Kugeln René Depart am Kopf vorbei, und er faßte Gina am Arm, zog sie hinter sich her, während die "Raptoren" in ihrer Panik vorüberstürzten. Gina stolperte. René Depart mußte Gina in die Höhe reißen. Aus den Augenwinkeln erblickte Renè Depart, mitten in der Bewegung, "Rotschnauze", der mit aufgerissenem Maul zu ihm herzischte, um weiterzurennen. Die einzige Wahl: hinein in den Dschungel. Rechts von René Depart stürzte ein grüner "Raptor", schwer getroffen. Einem anderen erging es ebenso.