Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 25

13. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

25. Irene erscheint

 

* Die Nacht verbrachten Ivan Hammer, René Depart und Pierre Raul in einem geräumigen Zelt. Weiterhin in Handschellen und mit Fußfessel; außerdem hatte jeder von ihnen eine Eisenkette hinten am Gürtel, die an der Zeltstange festgemacht war. Während den Nachtstunden war außerhalb des Zelts verschiedenstes Geräusch: Motorenlärm, immer wieder Schießen, kreischende Frauen, Männer, die sich etwas zuriefen. Als René Depart, Ivan Hammer und Pierre Raul aus dem Schlaf erwachten, war nichts mehr klar, deutlich, dafür hatten sie alle Kopfschmerzen. Raul meinte, entweder wäre eine Dröhnung im Wasser oder im Essen gewesen. Wahrscheinlich eine Gabe Henrys, der ihnen das schale Mahl höchstselbst serviert hatte, ihnen beim Essen zuguckte.

 

* Langsam verstrich die Zeit, da hob sich unvermittelt die Zeltplane. Henry, der hereinmarschierte, den Schalter drückte, daß das elektrische Licht der leuchtkräftigen Glühbirne an der Leitung an der Zeltplane die Räumlichkeit flutete. Als sich die Augen René Departs, Ivan Hammers und Pierre Rauls an die Helligkeit gewohnt hatten, erkannten sie die Leute, die bei Henry waren. Vor allem eine Person: Irene! Irene, die lächelte. Irene, die an der Seite Henrys dastand, als wäre das das Natürlichste auf der Welt.

 

* Ausdruckslos beobachtete Irene Depart Henry dabei, wie Henry die Rückenketten entfernte, die Handschellen aufmachte und die Fußfesseln löste. Nachdem Henry sein Werk vollbracht hatte, reichte Henry Ivan Hammer, René Depart und Pierre Raul je einen Wasserschlauch. Jetzt grüßte Irene ihre Freunde, meinte, sie hätte die Stunden, seit sie Jaques getroffen hätte, wirklich eine tolle Zeit gehabt. Im "Basislager", das Fest, das wäre nicht von schlechten Eltern gewesen. Sie hätten dabeisein müssen. Jede Menge zu essen und zu trinken, geile Musik von einer Gruppe. Die ganze Zeit hätte sie, Irene, nur mit Jaques abgehottet. Jaques wäre auf der Skala der angenehmsten Männer, die sie bisher in ihrem Leben kennengelernt hätte, ganz weit oben. Der Mund hatte sich nicht nur bei René Depart weit aufgesperrt, auch bei Raul und Hammer war das der Fall; sie faßten es nicht, was Irene daherredete. Pierre Raul fragte, wo Gina abgeblieben wäre. Gina wäre bei Jaques, antwortete Irene lächelnd; bei Jaques im Zelt. Es würde doch reichen, wenn sie, Irene, nach ihrem Vater und ihren Freunden schaute, oder?

 

* An der Seite Irenes war Henry die Freundlichkeit in Person. Henry trug das Essen auf, stellte den Pappteller samt dem Steak und der Jägersauce und dem Kartoffelsalat vor René Depart, Ivan Hammer und Pierre Raul auf den Stelltisch. Irene, die nicht mitessen wollte, redete erneut drauflos: Es wäre ihr auch lieber gewesen, wenn Jaques mit ihr mitgekommen wäre. Aber Jaques hätte gerade so viel zu tun. Was Jaques alles zu erledigen hätte - E-mails zuhauf müßte er schreiben. Jaques käme im Augenblick nicht mehr von seinem Laptop weg. Den Vorschlag Jaques könnte sie, Irene, aber auch so an ihren Vater und ihre Freunde von der "Peter" weitergeben. Jaques schlug vor, daß ihr Vater, René Depart, Ivan Hammer, Pierre Raul und Gina Davies auf die "Peter" zurückkehren könnten. Auf der "Peter" könnten sie die Mannschaft der "Peter" darauf vorbereiten, daß Jaques mit ein paar von seinen Leuten an Bord käme. Jaques wollte helfen, die "Peter" wieder seetüchtig zu kriegen.

 

* Ruhig erkundigte sich René Depart bei seiner Tochter, ob sie auch mit der Gruppe mitkäme. Irene schüttelte den Kopf. Irene sagte, daß sie bei Jaques bleiben wollte. Das wäre nicht das Allerschlimmste, weil Jaques sie gerne an seiner Seite hätte. Sie und Jaques, sie verstünden sich im Moment so gut. Sie, Irene, würde dafür sorgen, daß die Mannschaft von der "Peter" mit allem versorgt würde; alles würden sie bekommen, was auf der "Peter" nötig wäre. Mit gerunzelter Stirn schaute René Depart Ivan Hammer und Pierre Raul an. Ivan Hammers Blick sprach Bände. Eine Viertelstunde erbat sich René Depart, die er sich mit seinen Freunden alleine besprechen wollte.

 

* Die Diskussion zwischen René Depart, Ivan Hammer und Pierre Raul endete damit, daß sie die Möglichkeit nützen wollten, von diesem Ort, der "Lager eins" hieß, wegzukommen. Und wenn es ihnen gelänge, als freie Leute auf der "Peter" anzukommen, würde sich der Rest vielleicht von ganz alleine ergeben. Damit war es entschieden, René Depart rief Irene herein, der Henry auf dem Fuß folgte. Als der Sprecher teilte René Depart mit, was sie entschlossen hatten. Irene Depart lächelte, wiederholte, ihr Vater müßte sich wegen ihr wirklich keine Sorgen machen; Jaques, das wäre der netteste, liebenswerteste Mann. Schweigen bei René Depart, das anhielt. Irene räusperte sich, sagte, daß sie nun aber los müßte, Jaques und Gina die Neuigkeiten zu übermitteln. Zum Abschied schmatzte Irene Depart René, ihrem Vater, noch ein kleines Küßchen auf die Wange. Dann war Irene fort, aus dem Zelt hinausgeschlüpft. Und Henry, der zurückblieb, setzte wieder einen anderen Blick auf. Henry erklärte, sie würden alle drei so lange im Zelt bleiben, bis sie abgeholt würden; leider dürfte er sie nicht auf der Stelle erschießen. Liebend gerne hätte er, Henry, das sofort gemacht, ihnen eine Kugel zwischen die Augen gejagt.

 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post