DeMehr's K.K.-Expo, I 3
21. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
Der Nebel
* Der Sturm war vorbei. Sofort stürzten Renè Depart, seine Frau und die anderen an Bord der "Peter", die es nicht weiter schlimm erwischt hatte, an Deck. Jedem verging das Hochgefühl, die Geschichte mit dem Unwetter relativ heil überstanden zu haben. Die Schäden, die angerichtet waren: Der Fock- und der Schonermast waren geknickt, das teure Segeltuch: in Fetzen. Eine fatale Dummheit, mit nichts zu rechtfertigen, es versäumt zu haben, die Segel einzuholen. Seetang verdreckte das Schonerdeck; es herrschte erhöhte Rutschgefahr. Von den drei Beibooten der "Peter" war überhaupt nur noch eines vorhanden.
* Mit dem Bug voran trieb die "Peter" manövrierunfähig in einer starken Strömung auf eine weiße Nebelwand zu. Unheimlich wirkte der Nebel. Die Nachrichten, die Helmut Unger, der Techniker, und Heide Imienen, die einen Notruf für die Welt absetzen wollte, aus dem Bauch der "Peter" mitbrachten, waren nicht erbaulich: Der Generator und der Speicher für den Solarstrom: hinüber. Also blieb die gesamte Elektronik der "Peter" erst mal tot. Außerdem war infolge eines Lecks im Tank Diesel ausgelaufen, auch in den Motorraum. Das hieß, man sollte es besser bleiben lassen, auf die Idee zu verfallen, den Motor anwerfen zu wollen.
* Die "Peter" tauchte in den Nebel ein. In der ekligen, kühlen "Suppe" sah man manchmal kaum die Hand vor Augen. Urplötzlich klang an die Ohren Departs und der anderen, die sich an Deck zusammendrängten, ein Geräusch. Eindeutig: Rotorenlärm. Wie von einem großen Militärhubschrauber. Plötzlich begann wildes Schießen aus Nordosten: mehrere Gewehre; am Schluß ein einzelnes Maschinengewehr, das in einer Tour feuerte, bis die Schießerei abrupt abbrach. Unerklärlich. Spielte sich hier Krieg ab?
* Kurz hintereinander wurde die "Peter" von drei heftigen Schlägen erschüttert. War das Rumpf über ein Riff gescharrt? Anton Dieger, Helmut Unger und Gonzales Rigid begaben sich unter Deck, um zu prüfen, ob durch irgendwelche Lecks im Schiffsbauch Wasser einlief. Glücklicherweise waren die Stableuchten, die die Szene erhellen sollten, an Ort und Stelle.
* Dann war die "Peter" aus der kalten Nebelsuppe draußen. Die Männer und Frauen, die die Besatzung der Luxusjacht bildeten, staunten: Land! Sie sahen - Land. Mit der Strömung trieb das angeschlagene Segelschiff auf weißen Strand zu, Palmen, Gesträuch. Eigentlich aber auch logisch, daß alles so sein mußte, denn wo bitte hätte sonst das Geballere und das Koptergeräusch herkommen sollen.
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte