Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 39

25. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

39. Sprechfunk

 

* René Depart wollte das nicht glauben; das konnte Irene doch nicht einfach machen, einen umbringen. Ob es einer wie Henry war oder nicht. Das überstieg jede Vorstellungskraft, zu was Irene sich hatte hinreißen lassen. Der Wahnsinn. Irene war oft exzentrisch, jähzornig, herablassend, ungeduldig, fragte nicht viel nach irgendwas. Aber das hatte mit dem hier nichts zu tun. Das war für Irene eine ganz andere Geschichte. Für Jaques das Mördergeschäft zu übernehmen, Henry für Jaques praktisch zu exekutieren, sich da drauf einzulassen, nein, das durfte Irene nicht. Überhaupt, ob Jaques das ernstlich von Irene verlangt hatte, das zu bringen, was sie für ihn gebracht hatte. Bloß leider, Irene hatte es getan, für Jaques getan.

 

* Sich Tränen der Wut fortblinzelnd, schaute René Depart auf Jaques und Irene, seine Tochter. Jaques und Irene unterhielten sich, ließen ihre Blicke im Rund schweifen. Eben eine Halde mit Steinen, sonst nichts weiter. Jaques wandte sich seinen wie ausgeschaltet herumstehenden Leuten zu, deutete auf zwei Figuren. Die Kerle traten vor, horchten auf Jaques' Befehle. Anschließend näherte sich der eine der "Piraten" dem Unbekannten, der lange den Rundstein heruntergerutscht war. Der zweite "Pirat" begab sich an Irene vorbei zu Henry, stellte sich in Position. Ein Zeichen Jaques', und das Duo schoß mit den Gewehren, je dreimal. Schüsse, die weithin hallten.

 

* Mit einem Armzeichen gab Jaques den Befehl zum Abmarsch. Tief atmete René Depart durch; er war überglücklich, die Bande drunten nicht länger sehen zu müssen. Hätte er ein Gewehr gehabt, hätte er zu schießen angefangen. Wo er auf dem Fels dalag, fuhr René Depart vor Schreck zusammen: dieses brüllende Gekreisch. Der Monsteraffe. Das zyklopenartige Ungetüm von einem Menschenaffen hatte doch noch die Großhöhle verlassen, auch noch ziemlich leise. Ungeheuer mächtig ragte das Gigantische vor der dunklen Höhlenöffnung in die Höhe.

 

* Auf der Geröllhalde war nur noch Jaques an Ort und Stelle geblieben, als Renè Depart dorthin guckte. Jaques, der sich das monströse Gorillaungetüm in aller Ruhe anschaute, die Macht des Bildes auf sich wirken ließ. Unaufgeregt holte Jaques einen handgroßen Gegenstand aus der Brusttasche seines schwarzen Hemdes, schob die Antenne raus, machte das Funkgerät bereit, sprach in die Membrane die nötigen Worte. Irene kehrte auf die Szene zurück, Irene, die zu Jaques zurückmachte, sich an Jaques' Seite zu plazieren.

 

* Der Gorilla-Gigant glotzte auf die Winzlinge auf der Geröllhalde. Das Monster ließ erneut Gebrüll hören. Weiterhin rührte sich bei dem lästigen Kleinvieh dort auf den winzigen Steinen nichts, also packte das Monstrum kreischend der Zorn, und es brachte sich in Bewegung. Jetzt sah René Depart Irene und Jaques laufen. Der riesige Affe bemerkte die Flucht des Kleinvolks, kletterte auf die granitene Lauffläche vor der Riesenhöhle zurück, brüllte lautstark, schlug sich die Fäuste mehrere Male vor die Brust.

 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post