Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, I 44

30. April 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

44. Abtransport

 

* Von Richtung Meer her flog ein Transporthubschrauber in Sicht. Per Sprechfunk schien Jaques nochmals seine Anweisungen zu erläutern; jedenfalls begleitete Jaques seine Worte mit einer Vielzahl eindringlicher Gesten. Der grüne Großraumhubschrauber mit den Rotoren in Tandemanordnung näherte sich langsam der Gigantenhöhle, neben der der Gorillatitan mit dem Jungen dasaß. Das war ein Hasardeur hinter dem Steuerknüppel, der seinen Frachthubschrauber in gefährliche Nähe zu den vorstehenden Felszacken brachte, das Ding da in der Luft verhielt.

 

* Personen in schwarzen Einheitsdressen seilten sich aus dem Innern des Großhubschraubers ab. Sieben Mann waren das schließlich, die nacheinander auf dem Rücken des in Sitzposition vorgekippten Nachwuchsmonsteraffen gelandet waren. Am Bauch des Transporthelikopters befand sich eine metallene Längs- und Querstrebe mit allerlei Gurten dran. Diese Vorrichtung glitt herab. Die Uniformträger beschäftigten sich daraufhin damit, die Verschlußhaken an den Gurtstücken zu öffnen und die einzelnen Bänder zu ordnen.

 

* Solcherart Gurte hatte René Depart bereits einmal auf einem Schatzsucherschiff gesehen. Gekümmert hatte er sich darum allerdings nicht; auf der "Peter" brauchte niemand so was. Außerdem waren damals die Kisten mit den chinesischen Keramiktellern, Tonvasen und die Elfenbeinschnitzereien interessanter. Beim halbwüchsigen Gorillatitan verschwand ein Mann in Schwarzuniform mit einem Langgurt; anscheinend war dort unter dem Brustkorb eine ausreichende Lücke, durch die der Bursche kriechen konnte. Jedenfalls sahen René Departs Augen den Uniformtypen auf der anderen Seite wieder heraufklettern. Die gleiche Tätigkeit wiederholte der Unbekannte nun mit dem nächsten Bandteil, das ihm von einem Kollegen hingereicht worden war. Mit den Art Karabinerhaken wurden die langen Gurte an der Querstrebe der stählernen Vorrichtung festgemacht. Je drei kürzere Stoffbänder zogen die Leute dem gewaltigen Affensproß unter den Achseln durch.

 

* Nachdem die Arbeiten an dem Nachwuchs eines Affentitanen scheint's den Ansprüchen genügten, ließen sich die Uniformierten zu zweit mittels einer Korbvorrichtung in das Hubschrauberinnere hinaufziehen. Anschließend wurde die Längs- und Querstrebeneinrichtung per Knopfdruck des Hubschrauberkommandanten näher an den Helikopterbauch herangezogen; damit richtete sich der Rücken des Jungtieres auf. Der Großhubschrauber stieg Meter um Meter in die Höhe, bis der Monsteraffenabkömmling mit leicht gebeugten Knien dazustehen schien. Ein seltsamer Anblick; als wäre der Affenriese eine Marionette.

 

* Bei den Leuten Jaques' drunten brach lauter Jubel aus. Männer und Frauen in roten Pluderhosen, verletzt oder nicht, umarmten sich, rissen die Arme hoch, tanzten herum. Der Großraumhubschrauber mit dem Rotorentandem, der auch schwere Lasten zu tragen vermochte, schwenkte zur Geröllhalde hin, verharrte. Der bewußtlose Jungaffentitan hing ohne jede Bodenhaftung der Länge nach herunter, das Haupt zur Brust gesunken. Alle Gurte hielten das Gewicht. Jaques ballte die Faust, die Pose eines Siegers nach einem lange andauernden Wettkampf. Das war sie jetzt, die letzte Probe. Der Hubschrauberkommandant wartete auf nichts mehr weiter, flog sein Großgefährt samt Anhängsel Richtung Meer. Augenblicke später war das Fluggerät mit dem, was es abtransportierte, außer Sicht.

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post