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Blog von TeddeMehr

Der, der sonst nur schlägt, sagt auch mal "Aua", wenn ihn selber was trifft

13. Dezember 2016 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Kara Ben Nemsi erlebt Abenteuer im wilden Kurdistan. Bei Karl May zu lesen.

Heute ist Kurdistan ein Land, in dem kein Kurde mehr selbstbestimmt lebt. Die Kurden sollen dafür Perser sein, Syrer, Iraker - und Türken.

Viergeteilt ist das "Wilde Kurdistan" demnach.

Wobei das, daß die Kurden "Türken" sein sollen, das ist das allergrößte Problem. Daß die kurdische Teilregion mit all den Kurden ein Teil der Türkei ist, ein türkisches Riesenproblem.

Die Kurden teilen das mit der türkischen Großnation anscheinend nicht unbedingt so. Scheinbar wären die Kurden weiter lieber Kurden als Türken.

Fast ständig bereist die türkische Armee die Kurdenregion mit ihren Soldaten. Samt Militärfahrzeugen und Milizen, die die türkischen Soldaten dabei begleiten, fahren sie sogar in die gebirgigeren Gebiete.

Milizionäre, die in zivilerer Kleidung. Wie die sich ziviler kleideten, die mit den Armeniern vor einhundert Jahren auf ihrem großen Marsch mitgingen. Nur die Deutschen blieben ständig in ihrer Kaiserreich-Uniform.

Einen Friedensprozeß haben die türkische Staatsführer der Gegenwart, die von einem erneuerten osmanischen Reich träumen, abgebrochen. Der heutige erste türkische Machthaber spricht sogar davon, daß er seine Türkei größer machen möchte als das osmanische Reich je war. Das osmanische Reich soll zumindest erneuert werden.

Wie geht das aber bloß? Was hat das möglicherweise zu bedeuten?

Vielleicht, daß hier die türkische Staatsführung in Nachbarländer einmarschieren will, sich dortige Regionalgebiete für das Großtürkische, das Osmanenreich von ehedem, einzuverleiben. Ähnlich ungefähr, wie Rußland das mit der Krim gemacht hat. Steinzeitliche Politik mit Landnahme, Besetzung.

Besonders die kurdischen Regionen in Syrien könnten dahingehend von türkischem Interesse sein.

Nur, was wollen die Türkenherrscher dauernd mit der kurdischen Bevölkerung, die sie da mit zum Land dazugewinnen?

Wahrscheinlich nicht so viel. Die Kurden, die Ureinwohner, schließlich stolze, aufmüpfige Leute. Niicht unbedingt dauernd, daß die was ernst nehmen, sich unterdrücken lassen wollen. Irgendwann, daß sie zumindest mehr Autonomie fordern.

Das, was heutzutage in der Türkei geschieht, hat ja insbesondere mit dem Abbruch der Friedens- und Autonomieverhandlungen der türkischen Regierung mit den Abgesandten der kurdischen Gebietsverwaltung zu tun.

Seitdem herrscht nichts als Unfriede in den türkischen Kurdengebieten.

Es ist also alles eine Frage des Blickwinkels. Ursache und Wirkung. Wer mit was aufs neue angefangen hat und so.

Jedenfalls geschehen immer öfter Dinge. Etwa Übergriffe gegenüber der kurdischen Zivilbevölkerung in der Türkei, Während Selbstmordattentate im Innern der Türkei die türkische Allgemeinbevölkerung erschüttern. Anschläge, für die Kurdenmiliz die Verantwortung übernimmt.

Die hohen Türken-Herrscher sprechen von den Kurden dabei nur noch voller Haß wie von Tieren. Als ob gleichzeitig SIE es nicht wären, die sich als Türken uniformiert oder in Zivilkleidung auf Kurdengebiet bewegen würden. Kaum möglich dabei, daß ein Beobachter sagen könnte, die Kurden im Kurdengebiet, das wären denn tatsächlich anerkannte Türken. Eher sind die Kurden wohl Bürger zweiter, dritter Klasse. Niedrige Kaste.

Zwar wollen die Türken den Kurden das Türkische und das mit der türkischen Nation ständig aufpfropfen. Aber Türken bleiben eher nur die in den Kurdengebieten zugezogenen Türken. Der Rest mit kurdischem Hintergrund ist kaum der Rede wert.

Schon die Frage, wer in dem Konflikt zwischen den türkischen Dauer-Landbesetzern mit den kurdischen Ureinwohnern das Tier ist. Wenn das Türkisch-Nationale mit seinem Herrschaftsanspruch, seiner Intoleranz, Ignoranz durchregiert. Die türkischen Großherrscher, die ihrer Soldateska befehlen, die Stoßrichtung vorgeben...

Viele Neuigkeiten dringen ja nicht unbedingt aus der von der türkischen Gesetzgebung beherrschten Kurdenregion in die weite Welt hinaus. Sicher nicht in dem Maße, wie es laut wird, wenn sich mal was im Innern der Türkei ereignet.

Nur ab und zu erlauscht die Weltbevökerung wie nebenher das eine oder andere vom geheimen türkischen Soldaten- und Milizentreiben.

Daß klar wird, wessen Hand in der Türkei vorherrscht. Daß vielleicht die Kurden irgendwann mal die neuen Armenier sein könnten. Bei guter Gelegenheit.

Mann, haben sich da einige Türken erschrocken, die auf altvorderem armenischen Besitz leben, darüber bis heute genauestens Bescheid wissen, wem was mal gehörte. Angst hatten sie kurz, sie könnten eventuell gezwungen sein, Land- und Hausbesitz wieder hergeben zu müssen. Oder zumindest Geld dafür abzudrücken. Bis diese Türken von ihrer Regierung wieder beruhigt wurden: Alles bleibt, wie es war. Sie haben das von den Armeniern, es gehört ihnen, keiner wird's ihnen je wieder wegnehmen.

 

 

 

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