Hoechstens Fuenf-Buchstabenworte, Neun-Worte-Saetze
Was von einer Sprachuntersuchung mitgekriegt.
Einer, der demnächst ab Februar des Jahres '17 nach dem Millenium als US-Präsident seine "Wirklichkeitsschau" im Weißen Haus anbringen möchte, war extra ziemlich einfach strukturiert in der Wahl seiner Worte.
In seinem Amerikanisch nutzte er bei seinen Wahlreden selten den Worthaufen mit mehr als fünf Buchstaben. Und seine Klingelsätze überstiegen kaum je die Zahl von neun Einzelworten.
Allerhöchstens fünf Buchstaben das größte Wort; neun Wörtchen für einen ganzen Satz.
Für so was, eine gewisse Schlichtheit, Satzeinfachheit muß man trainieren, anders haut das so nicht hin.
Vielleicht, daß seine vielen Fernsehauftritte dabei als Trainingsmaßnahmen nützten. Ansprachen ist er ebenfalls gewohnt. Die hielt er jahrein, -aus in größerer Zahl vor Mitarbeitern seines Konzerns und bei Tagungen andere Wirtschaftsleute.
Zum einen war da bei dem Thema auch seine Berufswünschler-Schau, in der er Leute auftreten ließ, die sich einen höherdotierteren Beruf, hochrangigeren Posten irgendwo wünschten. Nicht selten, daß er die nicht nur vor der Fernsehkamera zeigte, sondern sie dabei gesondert vorführte. Voller Häme, Spott. Nach dem auf sie bezogenen Motto: "Es gibt Leute, die sind einfach zu dumm. Zu dumm für irgendwas". Wie es auch den Sängerstreit-Glotzesendungen Fallobst gibt, das im Einklang heruntergemacht wird. Dabei geschieht alles, daß es mehr oder weniger spontan wirken soll.
Dann spielte er das Spiel mit seiner gesamten vielköpfigen Familie des weiteren. Sein Familienleben, auch im "Reality-TV"-Format zelebriert. Die Parole hier: "Mein Haus mit Inhalt, meine Yacht und meine vielen reichen Kumpels. Guckt ihr, was ich hab - und ihr nicht".
Da hat er sich diesen einen einfach aufgebauten Satzbau mit Kurzwörtern anscheinend eingeübt. In langen Jahren. Bis der Gipfel kam: Wahlkampfauftritte. Um mit dem Jargon US-Präsident zu werden.
Ehrlich, solche Art Fernseh-Schaus, die der öffentlichen Zurschaustellung dienen, die gibt's eigentlich überall auf der Welt. Beinahe täglich. Aber, daß ich auf die Idee käme, wird mir einer von denen, die dort ihr Bild als Ansager abgeben, politisch, den oder die wählen zu mögen. Nicht die Bohne würd ich das privat machen.
Das eine ist schließlich ausschließlich Unterhaltung. Während das andere, das ist Politik. In der Politik geht's wirklich um was. Für einen. Die Welt, in der man selber lebt. Leben möchte.
In der Politik sollte man eher weniger nach dem Äußeren gehen. Eher wäre angesagt, das Wahlprogramm von Leuten gegenzulesen, als sonstwas Nutzloses von dem oder der zu wissen.
Das ist schließlich etwas ganz anderes als eine Schönheitswahl. Statt einer auf die Brüste oder die Beine zu glotzen, zu denken, die gefällt vielleicht, ist viel wichtiger, was da für eine Politik rübergebracht werden soll. Mit welchem Personenkreis sie zusammen auftritt. Genauso, wie er ausschauen kann, wie er mag. Wenn er bei seinen Reden das Verkehrte schwatzt, sogar rumlügt - was soll das?
Genauso muß man sich doch die Frage stellen: Hat denn das tatsächlich immer alles gepaßt, was der eine, alsbald demnächst US-Präsident, in seiner Berufswünschler-Schau und in seiner Vorführung seines wahren Lebens dargeboten hat? Oder hat der nicht auch damals was von den derzeitigen Neuigkeiten wissen lassen? Und das befand man denn tatsächlich für gut für sich? Daß man ihn wählen hatte müssen?
Heutzutage geht es für manche Amerikaner schließlich um ganz was anderes als reines Fernseh-, Monitorformat zu gucken. Sie können die Ergebnisse von dem, den sie an der Glotze scheinbar ganz brauchbar fanden, ihm die Stimme zu geben, richtig zukünftig am eigenen Leib erfahren.
Etwa, weil sie plötzlich als Mexiko-Stämmige selber nach Mexiko zurückmüssen. Nachdem ihnen die Wohn- und Aufenthaltserlaubnis für die USA entzogen wurde.
Sie sind keine Nordamerikaner, sondern Mexikaner. Dorthin sollen sie wieder zurück, sagt er, der von der "Reality-Show"-Bühne nun am US-Präsidententhron oben landete. Dort sich abbildet.
Gestern hat er noch Spaß gemacht, jetzt setzt er mancherlei Ideen in die Tat um. Baut zum Beispiel Mauern. Möchte die Zeit zurückstellen. Zeiten wieder hervorbringen, die man lange genug hatte. Oder mit Religion den Horizont beengen.
Von vielem hat er in seiner einfach gehaltenen Wortwahl bei seinen Wahlauftritten vor mancherlei Volk gesprochen. Einigen hat er dabei was versprochen.
Eben beispielsweise den Mexikanern, die in den USA leben. Daß sich keiner wundern sollte, wenn er Versprechungen wahr werden läßt. ER, der sich "rechtskonservativ" nennt, sich nicht als profanes Parteimitglied sieht, sondern als "Führer einer Bewegung".
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