Kann man mit so was missionieren? Man kann!
Es wird sogar von einer Renaissance der Religionen gesprochen.
Das heißt, das Religiöse hat Zulauf. Jede Menge Zulauf.
Religionen, als MÜSSTE man für eine sein. Wie für irgendein einzelnes Land. Wär da irgendwo Exklusivität, eine Neuigkeit. Nicht andauernder Aufguß, ständiges Aufkochen.
Daß man sich fragen kann, warum denn eine Religion? Warum eigentlich? Was möchte man nur von diesen Kunstgebilden, in sich geschlossenen Welterklärungsystemen, in die man sich wie in Irrgärten hineinverirren soll? Um drinnen verlorenzugehen. Hat es das alles nicht lange genug gegeben? Daß es so ernst zugehen muß. Als müßte man da was ernst nehmen.
Herausgeholt zu werden, aus so einem Glaubens-System, das ist am Schluß wirklich schwer. Wenn's dich erwischt hat, du dich verlaufen hast. Wenn das Religiöse nochgerade angesehen ist in der Gesellschaft. Das nicht auffällt, daß einer in der Sekte unter die Räder gerät.
Anderswo landest du mit deinen seltsamen Gesichten und ähnlichem Zeugs, das du bei Menschen anbringst, möglicherweise in der Psychiatrie. Erst recht, wirst du zudringlich, bedrohst Leute, greifst sie an. Nur, weil sie nicht an das glauben wollen, was du glaubst. Weil du an einem Punkt jenseits jeder Toleranz geraten bist, daß du denkst: Das, was du gern hast, das muß jeder gerne haben. Anders geht's nicht.
Man stelle sich vor, da gibt's Gebiete auf der Welt, da bist du mit was ein angesehener Mensch, wird dir auf die Schulter gehauen. Mit bestimmtem Gehabe, Geschrei. Anderswo schicken sie dich als Gefahr für die Allgemeinheit in die nächste Irrenanstalt. Auch wenn du das und das ausdauernd mit deiner Religion erklärst.
Was sieht man denn heutzutage? Daß die Tausendsten Dinge im Namen der Religionen passieren. Alles scheint zu gehen. Reichlich Leute aber, alles andere als abgestoßen. Die gehen trotzdem dorthin, in die Kirchen, Moscheen, Tempel, romantisieren die Religion. Selbst wenn Mike Myers und Freddie Krüger von dem erhöhten Ort runterplärren. Daß es klar ist, was da ausgebrochen ist. Alles, was es da eben an religiösem Wahn, Spinnerei gibt. Bis hin zum Schwert, zu dem einer greift, im Namen der einen WAHREN Religion. Im Namen der Religion scheinbar alles möglich, tolerierbar, jeder Mord, jeder Totschlag.
Quasi sind alle immer entsetzt, sobald mal was passiert. Daß einer mit einer Religion im Hintergrund seinen Wahnsinn zum Ausdruck gebracht hat. Aber, es entsetzen sie nie die Religionen, die das bewirken. Die Schriften. Manchen bringt so was sogar diesem und diesem "Glauben" näher, trotz dem, was in seinem Namen getrieben wird. Daß sie tatsächlich extra noch breit in die Tempel, Kirchen, Moscheen latschen. Daß man sich echt Dinge fragen darf.
Es sind SIE doch alle. ALLE Religionen. Alle haben das in der Anlage.
Sogar zum Beispiel die Buddhisten sind zu körperlicher Gewalt fähig. Statt den Ansichten anderer Toleranz entgegenzubringen, sie hinzunehmen. Die Einsicht zu haben, daß niemand dasselbe denken, glauben muß. Weil es viele Perspektiven gibt. Man die Welt auch auf andere Weise sehen kann. Nicht nur so, wie es ihm und ihm etwa gelehrt wurde, was sie als "Gläubige" kritik- und zweifelsfrei angenommen haben.
Gelehrtes, das er, als Einzelner, für so gut befunden hat, daß er das sogar weitertragen möchte. Es anderen auch mit Gewalt aufdrängen, aufpfropfen. Das von einem selber ist "Glaube", der Rest - Unglauben.
Der Geist der Missionierung, ein Problem.
Echt wahr, bei den Christen steht's genauso wie bei den Moslems in den Exklusivbüchlein der Büchlein. Es steht geschrieben, wie man dem Andersgläubigen umzugehen hätte. Es gibt scheinbar dabei immer wieder Zeiten, da nehmen Leute so Textzeilen für Ernst. Erlauben sich das mal. Daß sie in sich das Verlangen spüren, den Inhalt eines Textes in die Tat umzusetzen. So ein durchgeknallter, wichtigtuerischer Typ der Marke Mike Myers, Freddie Krüger, der die Religion für sich entdeckt hat, hemmungslos hetzerisch von einer Kanzel runterruft, -kreischt, -bellt. Im Namen einer Religion. Um seine Zuhörer mitzureißen. Indem er sich aufführt, als hätte er irgendwelches Wissen, eine Art Gewißheit und Versicherung in sich.
Dabei hängt er einem Glauben an. Glauben steht als "Glauben" in jedem Wissenslexikon. Nicht als Wissen. Gewißheit ist da was bestimmt nur deswegen, weil du das mal meinst, sonst ist das mit der Gewißheit, Wahrheit was anderes. Es gibt hier Unsicherheiten.
Das scheinen bestimmte Gläubige und Vertreter der reinen Lehrmeinung heutzutage scheinbar wieder nicht recht zu begreifen: daß nichts sicher ist. Die, die da meinen, "Glück" erfahren haben, und nun dieses "Glück" über jeden bringen wollen. Und sei es mit dem Mittel der Gewalt. Sie denken, das Schwert erheben zu dürfen. Ungefähr gegen "Ungläubige".
Noch dazu, das Schrecklichste daran: Anscheinend schreckt so was allzu viele überhaupt nicht ab. Sondern weckt bei ihnen Interesse, Faszination. Als möchte einer doch so leben, wie der eine oder andre nach den Vorschriften in den Religionstexten lebt. Als wäre das alles unbedingt wahr, was in Religionsbüchern drinnen steht. Eine ultimative Wahrheit.
Pah!
Zweifel mal besser. Komm runter und mach wirklich halblang.
So, wie die mit IHRER Religion leben. MÜSSEN muß das keiner.
Ehrlich, statt denen die kühle Schulter zu zeigen, gehen hier in der Gegenwart Leute in die Kirchen, Moscheen, Tempel. Als wäre diese Art gegenwärtiger Missionierung mit vorgehaltener Waffe, Mord und Totschlag mit einem gewissen Reiz verbunden.
Es scheint zu helfen. Nach vorn zu bringen.
Ist das nicht erst das Entsetzliche?
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