Das, was ohnehin pikiert hat, kann auch verschwinden
17. Januar 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware
Ein nackter Kuhjunge mit Hut und mit vorgehaltener Gitarre spielt und singt in der Lobby des Hochhauses.
Jede Menge bunte, schrille Gestalten zu sehen. Frauengestalten mit mehr oder weniger Kleidung an laufen in der Gegend rum. Scheinbar Tänzerinnen. Wie für irgendeine Burleske.
Alles mögliche Exzentrische, dem Betrachter geboten. Kulissen für Bühnen werden angeliefert.
Ganz so scheint es, als wäre alles weiterhin wie früher. Als der Hochhausbesitzer eher ausschließlich mit denen vom Fernsehen zu tun hatte, das Produzieren der einen oder anderen Fernsehschau selber übernahm. Bis hin zur Eigenvermarktung von Produktreihen eigener Fabrikation.
Nur, wie geht das alles nun weiter? Bald, daß die Politik überhandnimmt an dem Ort. Könnte es nicht sein, daß das eine oder andere unvermittelt verschwindet? Als hätte es das nie gegeben.
Weil es nicht länger als passend empfunden wird für das neue Amt, in dem man sich einfinden wird.
Dort, wo eher die mit den genormten maßgeschneiderten Maßanzügen und Frauenkostümen umgehen. Die, die wenig durchgehen lassen. Entschieden in der Haltung. Gering an Toleranz. Auch erfüllt von religiöser Strenge.
Könnte es nicht pasiseren, daß die Geschichte demnächst auch zu einem paßt, der sich selber "rechtskonservativ" nennt, als "Führer einer Bewegung" sieht?
Daß ein anderer Geist in den Hochhausturm einzieht.
Der alte hatte sowieso zu stören begonnen. Hatte das Auge lange genug pikiert. Jetzt, nachdem man daran arbeiten wird, das Stringente tatsächlich durchzusetzen, das man sowieso eher in den Gedanken hatte. Nicht mehr viel Lüge, Täuschung; man kann es direkt zeigen.
Das eine, seine alte Welt. Die er mehr oder weniger großzügig ertrug. Das andere die, die unmittelbar bevorsteht.
Nackte trällernde Kuhjungen im Ankunftsbereich eines Gebäudes, das IHM gehört - ob die da noch gut ins Bild passen? Oder ob sich nicht demnächst die Welt in dem Haus eher spartanisch und voll angezogen zeigt. Geradezu soldatisch diszipliniert, uniformiert. Hacken, die zusammengeschlagen werden.
Jeder einzelne denn genau darüber Bescheid wissend, wo er was zu suchen hat und wo nicht. Wer nun tatsächlich der Pöbel ist, den kein Mensch braucht, wer nicht.
Jene anderen, rasch hinauszuwerfen, zu entfernen. Mit einem tüchtigen Tritt in den Hintern hintendrein. Ein paar unzweideutigen Worten, daß jedermann genauestens Bescheid weiß.
Das hat gedauert, daß so was sich bei einem wohlfühlen konnte. Als wäre man selber ein Freigeist, hätte im geringsten was mit denen zu tun gehabt. Nicht das bißchen hatte man so gedacht. Im Grunde genommen.
Solange man mit dem Zeug Geld verdienen konnte, wollte, war es gut genug. Jetzt braucht das keiner mehr. Soll es doch woanders hingehen.
Zwar ist die Rede davon, daß er seine Fernsehschauen weiter produzieren wolle. Nur, blicken lassen von da darf sich sicher nicht mehr jeder. Wer nicht paßt, anders geredet hat, wird ohnehin kaum noch empfangen.
Hörst du die Stimme, die da spricht?
"Du hast heute draußen zu bleiben, Baby! Oder willst du das tun, was Goebbels früher von seinen Schauspielern, Regisseuren verlangte? Jemand anders brauchen wir hier nicht."
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