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Blog von TeddeMehr

Ein Bild technisch sehen, aber nicht DIE Abgebildeten betrachten

5. Januar 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Es ist einfach unheimlich. Welche Leute sich jene Filmwerke der einen, die reine Propaganda-Streifen im Sinne von DENEN waren, schon angesehen haben.

Und vor allem, lobend, daß sie darüber sprachen. Ungeheuer. Ohne irgendwas vom Rest zu erwähnen.

Etwa Mick Jagger, der hinguckte, was toll fand. Oder, in den letzten Jahren herausragend: Lars von Trier, der vielgepriesene Regisseur. Bei denen hier vorn eben könnte man auch ein paar namenlose Modeschöpfer dazu nennen. Die ebenfalls auf das in so Lobreden Bezug nahmen.

Ehrlich, das ganze Hohle spiegelt das eigentlich wieder: wegen so hochwertigeren Filmschnitten soll man da was ansehen. Betreffs den Kameraperspektiven und dem Zeug.

Davon spricht man als was "Hochkünstlerisches".

Bloß: Wen bekommt man dann auf diesen Szenenbildern ewig zu sehen? DIE!

DIE in bester Pose, als sie noch herrschten, alles bestens im Griff zu haben schienen.

Reicht das am Ende, DIE ständig zu blicken, nicht den gesamten Rest mit zu vergessen?

Wenn das anscheinend "Neuerungen" waren, die die, die Filmemacherin, sich an Revers heften konnte, nach Hollywood schafften sie sie am Ende nicht. Weg aus der Nähe von DENEN.

Man hätte doch sicher auch in Hollywood Filmwerke mit Bergsteigerhintergrund und Szenen aus dem ewigen Eis nahe den Polarkappen verfertigen können. Wie sie sie gut drauf hatte. Oder nicht?

Statt dessen blieb sie bei IHNEN, schaffte es, sogar bei KZ-Besuchen nicht viel von Geschehnissen mitzukriegen. Wie andere der Daheimgebliebenen spater sprachen, sie hätten nie so recht was mitbekommen. Selbst nicht mittendrinnen an den Orten. Auch nicht viel in den Örtlichkeiten wahrgenommen, in die sie plötzlich einzogen, weil da zufällig Platz für sie frei geworden war. Worüber sie sich ursprünglich freuten. Hatten sie doch zuvor voller Neid dorthin geguckt. Plötzlich hatten sie es.

Oftmals hingen sogar noch die Bilder der Vorbesitzer an den Wänden, wenn sie auftrauchten. Anreisten, einzuziehen. Keineswegs abgehängt. Art Familienporträts und alles.

Entweder wohnten dort Systemfeinde oder Juden. Wobei Juden öfters weniger "Systemfeinde" waren, als Leute, die davon überrascht waren, wie weit das Ausmaß denn ging, in dem sie verfolgt wurden.

Alles gab es im Dritten Reich in IHREM Sinn: Schaupieler, Regiesseure, Schriftsteller, Drehbuchautoren, Bildhauer, Maler, Journalisten. Gestalten, die im Reich verblieben, kein Berufsverbot erhielten. Etwa als Verfertiger "entarteter Kunst".

Weil sie oft offen mit IHNEN gingen. Was manchem in der Heimat auch half, sich Kriegsdienst zu ersparen. Etwa Rühmann, den brauchte Göbbels "daheim".

Wie gesagt, mancherlei Personen erfuhren in den Dritte-Reich-Jahren einen gewaltigen Zugewinn. So plötzlich als Eigentümer von Gebäuden, Flächen, zu denen er, sie davor nie gekommen wäre. Weil dort ursprünglich welche wohnten.

Die Besitzer, von den Nationalsozialisten entweder vertrieben. Die Flucht, die ihnen gelang. Oder per Lokomotive, daß sie auf die Reise in eines der Konzentrationslager geschickt wurden.

Jedenfalls waren sie zur Abreise gezwungen, so oder so. Wie die neuen Eigentümer sich nach dem Krieg unangenehme Fragen gefallen lassen mußten. Hin und wieder dort auszogen, wo die Alliierten sie angetroffen hatten. Um sich mit ihnen zu unterhalten.

 

 

 

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