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Blog von TeddeMehr

Häuptling, Schamane ist Gott

11. Januar 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Das, ein anderes Land anzugreifen, um sich von ihm Gebiet abzuknabbern - das hat natürlich in Jahren relativen Friedens was Ordinäres. Eine Überlegung, wirklich, Jahre hatte sie in der europäischen Region in dem Sinne keiner mehr größer. Diese Art von einfachem Landraub.

Tatsächlich bereist man sich in der Europaregion ohnehin jede Menge, kann jederzeit woandershin umziehen, um sich vom jeweiligen Regionalherrscher mit seinen Gesetzen regieren zu lassen. Womit der eine oder andere manchmal sogar glücklicher ist als mit dem in seiner ursprünglichen Heimat.

Dieser Ablauf: Den Truppen wird Kampfbereitschaft befohlen, und dann marschieren sie in die an das Regionalgebiet angrenzende Fläche ein. Ein Gedanke, wie ihn jeder Häuptling in der Steinzeit nicht schlechter denken hätte können. Mit Sicherheit gedacht hat. Wenn ihn zu viel seiner Schläue überwältigt hat.

So ein Einfall, der lag denen in der Steinzeit gewiß nicht fern. In die Landstriche eines anderen Stammes einzufallen. Eventuell um Frauen zu rauben, Handlanger, Diener, Sklaven zu erwerben. Irgendwas dem nebendran wegzunehmen, was der dort hat, man selber nicht.

Die simpelste aller Absichten: das eigene Stammes- und Herrschaftsgebiet zu erweitern. Durch eine unvermittelte Attacke.

Was Elementares - und so was von uralt. Daß es unglaublich scheint, daß jemand in der Gegenwart auf derartiges verfallen mag.

Oder ist es DAS? Das Schmeichelnde dieser Überlegung? Es hat lange keiner mehr gemacht.

Andererseits, auch früher hat man unangenehme Vorkommnisse für einen selber mit in die Rechnung miteinbeziehen müssen. Einen Gegenangriff. Das, daß der eine das vom andern nicht auf sich sitzen lassen mußte. Ebenfalls das, daß er plötzlich gewarnt sein konnte, zu was man fähig war, ganz weit unten drunter. Daß sich Beziehungen mindestens verschlechterten.

Auch Speere konnten in jenen Steinzeittagen bereits irre weit fliegen. Mit Vorrichtungen an ihnen dran, noch viel weiter. Treffsicher. Geübt mochten viele sein. Man ging schließlich im Haufen zur Jagd. Wer friedlich war, der mußte es nicht bleiben, war die gute Nachbarschaft erst gestört.

Es war also Denkarbeit nötig, was wirklich fur einen gut war. Entschied man sich böswillig für eine kriegerische Unternehmung, die Frage: Was hatte man denn am Ende davon? Gestern noch friedlich im Thing. Morgen mit Vorsicht bedacht, ins Abseits gesetzt. Die andern, die sich auf alles vorbereiteten. Immer besser vorbereitet könnten sie sein, fällt einem plötzlich das nächste ein.

Ist das nicht was mit Bart hier jetzt? Ein Auszug aus einem Ding, mindestens urzeitlich. Damals, als leichte Ideen noch leicht umzusetzen waren.

Na ja, viele heutzutage greifen auch ganz grundsätzlich nach der Macht im Staate. Marke "Alleinherrscher". Häuptling ist Schamane und Gott und einfach alles. Man mag keine Opposition, andere Meinung mehr gelten lassen. Die Tausendsten Gründe erfinden sie dafür, warum sie das so betreiben müssen.

Erst eine Zeitlang die Gewählten, dann die Erwählten, die nicht mehr fortkönnen von ihren Herrschaftsstühlen. Ewig, daß sie herrschen wollen. Mit ihrem Geist. Neben dem es nichts gibt. Wie beim sendungsbewußten religiösen Faktor.

Auch schon steinzeitlich. Der Stammesführer. Dieser weise, große Beherrscher. Der unvermittelt durchknallte. Vielleicht noch die Götter über sich sah. Wenn überhaupt noch die. Er, sie, es mochte längst selbst "göttlich" sein. Daß "Gottes Gnaden" nicht  für ihn, sie reichte. Mindestens war man ein Gott. Wenn nicht der gesamte Götterhimmel. Den man höchstselbst verkörperte.

 

 

 

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