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Blog von TeddeMehr

Im Frühling sollen die Bienen wieder fliegen

29. Januar 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Draußen ist es eisig kalt. Lausig.

Im Bienenstock brummt und summt es.

Nur, nichts ist, wie's sein soll. Alles täuscht. Hunger herrscht, Krankheit und Verwirrung. Viele erfüllen ihre Aufgaben nicht mehr. Jemand anders krabbelt auch dazwischen rum.

Plötzlich steigt da so eine Hitze auf. Allen ist es heiß, heiß, als wär Frühling.

Sämtliche Bienen samt der Königin entscheiden sich, dem Trug zu erliegen, auszufliegen. Ein kurzer Flug, bei der Kälte. Minustemperaturen.

Zurückgefunden wird von keiner. Alleine wäre man sowieso tot.

Nun ist alles still. Stille im Stock.

Hm, schwer zu sagen, wer hier die Vorstellung hat. Eben gesehen, daß Werbung für billigen Fruchtsaft mit Bonusflaschen gemacht wurde.

Was könnten Fruchtsäfte sein? Kirsch-, Apfel-, Birnensaft. Alles mögliche.

Und überall dort, an Kirsch-, Apfelbäumen und so fort, sollen im nächsten Frühjahr wieder Bienen zu Werke sein. Fleißig von Blüte zu Blüte fliegen. In Massen. Wie immer. Wie es immer war. Sein soll.

Nur, massenweise Bienenstöcke, in denen keine Biene mehr ist. Weil sie einen letzten Ausflug machten.

Mitten im Winter, als da plötzlich Fieber war. Daß es den Frühling vorgaukelte.

Was sind die Ursachen, von denen gesprochen wird?

Die bäuerliche Monokultur, die Reduktion des Fruchtstandes auf weniges. Das Unkraut- und anderes Denken. Das Ausbringen von hektoliterweise Gift auf den Feldern. Ungehemmt. Weil alles Unkraut ist, was man nicht selber am Feld ausgebracht hat. Das gleiche gilt ungefähr für Ungeziefer. Für dessen Vernichtung gesorgt werden muß.

Man liebt überdies den Rasen. Grüne weite Fläche. Keine Blumenwiese. Man sorgt selbst für die braune Erdkruste am Gartenzaunrand, grasfrei. Der Rasenmäher, der hat Vorzug. Mindestens einmal in der Woche, daß man den anwirft. Daß die Halme kurz bleiben.

Vielleicht denken so Pharmazie-Leute, welche dieser bespaßten Giftfabrizierer, die aus der Giftformel ein Betriebsgeheimnis machen, demnächst daran, ein paar Wochen, Monate am Bauernhof oder sonstwie als Landschaftsgärtner zu verbringen. Um auf Sprossenleitern zu steigen, Ohrstäbchen in den Fingern. Mit dem Wattestäbchen die Arbeit der Bienenvölker und anderer nützlichen Tiere zu vollbringen, die für ihren Reichtum und dem börsennotierten Fron ihrer Firmen, Konzerne und wegen unablässiger ausgezeichneter, weil gewaltig erfolgreicher Lobby-Arbeit bei zuständigen Politikern mal kurz ins Nirwana gegangen sind.

Das bringt sicher Abwechslung in den drögen Berufsalltag dieser gähnenden Büro- und Petrischalenleute. Selber auf so Leitern zu steigen, gegen Baumstämme gelehnt, die Arme langzustrecken, Blüte um Blüte eigenhändig zu bestäuben.

Damit den Bestäuber zu geben. Für den Apfel, die Birne und so weiter. Den gefüllten Früchtekorb.

 

 

 

 

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