Leute, dynastisch
Monarchen, Könige, nicht allzu lange her, eigentlich, daß so welche herrschten. Mit ihren Feudalsystemen. Praktisch ein paar Minuten, daß man ohne so was auskommt.
Monarchen, Könige, nicht allzu lange her, eigentlich, daß so welche herrschten. Mit ihren Feudalsystemen. Praktisch ein paar Minuten, daß man ohne so was auskommt.
In der Gegenwart will anscheinend keiner mehr "König" sein. Oder: "Kaiser". Keine Krönung weit und breit. Als gäb's keine alten, schönen Herrschaftkronen.
Statt "König", "Kaiser", desgleichen, gibt's was anderes, in dem man sich trifft: das "Präsidial-System".
Das Präsidial-System ist das Mittel der Wahl für den, der nicht wegkommt vom Thron.
"Staatspräsident", der Titel für den ewigen, autokratischen Herrscher. Ohne den nie was geht auf der Welt, schon gar nicht im mit Parteifreunden selber gleichgeschalteten Staat.
Der Staatspräsident ist der König, Kaiser von ehedem. Derjenige, der auf seinem Throngestühl hocken möchte, bis man seine Gebeine dort runterkratzen muß.
Ein Leben lang will oder muß er sogar herrschen. Sonst gibt's weit und breit nichts als die Notwendigkeit seiner Herrschaft.
Zumindest, solange er am Leben ist. Nur der Tod kann ihn von seinem hoheitlichen Sitzplatz scheiden.
Im "Präsidial-System" wird zumeist scheindemokratisch dahergeredet. Jede Menge "Demokratie"-Sprech. Demokratie-Umschreibungen.
Es wird doch noch gewählt, oder? Alle paar Jahre dürfen verschiedene Parteien im Streit um die Wählergunst gegeneinander antreten. Worauf man sich dabei aber mit einhundertprozentiger Sicherheit verlassen kann: daß immer EINE ausgesuchte Partei als Sieger aus so einer Wahlveranstaltung herausgeht. Die altbekannte.
Etwas anderes braucht keinem in den Sinn zu kommen, als daß DIE Partei, die vorher an den Machtplätzen war, nicht auch die nächste Neuwahl gewinnen würde.
Der Rest, der es in das Parlament schaffen darf, ist späterhin für das Flöten da.
Flöten-Parteien. Solche, die mit im Parlament sitzen, die Opposition mimen. Um nur bei den unwichtigsten Dingen gewichtiger was mitzureden zu haben.
Andere Gesichter in der Regierung, die tauchen im gleichgeschalteten Präsidial-Staat höchstens auf, wechselt der eine an der Spitze mal ein bißchen Personal. Da sind Personal-Rochaden möglich, oftmals sogar erwünscht.
Kann ja vorkommen, daß irgendwer dem EINEN auf die Nerven gefallen ist. IHM zu mächtig wurde. Daß dieser Intrigant nun seines Postens enthoben werden muß.
Darüberhinaus: Jegliches bleibt beim alten. Stets überall das gleiche in der Schein-Demokratie. Mit dem einen Dauer-Präsidenten an der Spitze. Er ist fast überall, wie ein"allsehendes Auge". Von den Göttern abstammend. Seine Wurzeln, geradewegs in der Götterwelt. Wenn er die Götterzahl nicht auf eins reduziert.
Ein einziger, immer derselbe, der der Ansager bleibt. Dem Thron-Sessel, dem ist er mehr verbunden als jeder Frau. Was da mitspielt, das ist schlimmer wie jedes Ehe-Gelübde.
"Bis daß der Tod uns scheidet", spricht das verliebte Paar, das sich zur Ehe entschlossen hat. Daran sollen sie sich für die Zukunft halten. Aber, nach zwei, drei Jahren oder so kann's schon die Scheidung geben.
Jedoch seltener bei den Figuren am Throngestühl. Dem Gestühl, dem sind sie vielleicht treu. Treuer geht's nimmer.
Nur der Tod kann wirklich von dem Sitzplatz trennen. Abwahl: vergiß es!
Worte, die sie nicht so gerne auf sich bezogen hören, als echte Schein-Demokraten: "Despot", "Diktator", "Faschist", "Duce", "Führer".
Welch ein Greuel!
Zumindest offiziell sind sie so was von beleidigt, nennt einer sie so.
Dabei gibt's doch darüberhinaus so viele schöne Titel, die man tragen könnte, als jemand, der eine Erbfolge nötig hat, so dynastisch: "Sultan". "Zar". "König". "Kaiser".
Hat man denn nicht lange blaues Blut? Blaueres Blut kann keiner haben. Von edlerer Güte kann Blut doch überhaupt nicht sein, als das, das man selber hat, als Dauer-Herrscher.
Warum nur die Herrschaftskronen in den Museen lassen? Aufsetzen könnte man sie sich doch. Ihnen zu neuer Geltung verhelfen, bei einer Krönung. Hat Napoleon sich damals nicht selber die Krone aufs Haupt aufgesetzt? Napoleon...
Warum hat man sich nur zu verbergen? Kann nur während so Museumsbesuchen an den Herrschaftssymbolen alter Zeit fingern? Obwohl man sie ohne weiters mitnehmen könnte. Sie in Gebrauch nehmen.
Zar...
Sultan...
König...
"Kalif" mag sich einer schon benennen.
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