Die in der Bütt sollen in ihrem Geist witzeln
Ende Februar des Jahres '17 nach dem Millenium, ist das mit dem Fasching wieder vorbei für dieses Jahr. Zumindest der offizielle Teil.
Der Rest wird geradezu amerikanisch befeuert, nennt sich "fake news". Wobei du erst mal mitkriegen mußt, daß was "fake news" ist. Daß etwa eine Geschichte ungefähr so war, daß sie aber trotzdem gefälscht ist. Eine Verfälschung der Tatsachen erlebte. Daß das Geschichtlein denn dienlich sein könnte, gewissen Intentionen.
Das sind wirklich Gegenwartszeiten, in denen man aufpassen muß, was einem als Neuigkeit unterkommt. Sich genauer ansehen, wer der Verbreiter der Meldung ist.
Hat sie eine bestimmte rechte Intention und dergleichen Urheber, könnt man das als beabsichtigt und gezielt sehen. Daß man besser zweimal hinsehen sollte. Ob man nicht vielleicht eine Entdeckung macht. Etwa die, daß man belogen, betrogen, getäuscht werden sollte. Daß es einen in eine bestimmte Richtung verleite. Weil vermutet wurde, so Empfindungen, die könnten einem selber ebenfalls ganz nahe liegen.
Jetzt war zu erfahren - das darf man, über den Daumen gepeilt, sicher glauben -, daß es da einen Personenkreis gibt, der sich heuer die Büttenreden nicht mehr so recht anhören kann. Sie hätten in den in der "Bütt" gehaltenen Ansprachen gerne Inhalte in ihrem Sinne, andere Feindbilder, "Wahrheiten".
Die, die in der "Bütt" reden, werden wie kaum die Zeit zuvor im Jahre '17 von Volk bedroht und beschimpft. Das ganze Spektrum an Drohbriefen, Telefonterror, bis zur persönlichen Bedrohung und der Androhung, der Familie was anzutun.
Wirklich, unter diesen Voraussetzungen muß man sich die Karnevalsprunksitzungen im Jahr '17 fast mit anderen Augen anschauen als sonst üblicherweise. Muß direkt hinhören, was die von der Faschingsredekanzel herunterreden. Einmal in dem Sinne: Ziehen die Redner ihr Programm durch? Halten sie Stand? Oder fließen nebenbei so Zeilen ein, wie sie unten im der Menge Bestimmte lieber hören als sonst was. Denen das nicht gefällt, was ihnen im Jahr zuvor an Toleranz und dergleichen von der Faschingsbühne herunterschallte. Wobei sie noch taten, als würde sie der Witz freuen. Der ihnen jedoch im Nachgang nicht paßte, wie sie es nun, in der Faschingszeit '16/'17, zum Ausdruck brachten, wie das so ist, das mit ihnen, wie sie in Wirklichkeit denken. Was sie lieber abgebildet sehen würden. Was eher ihren Vorstellungen entspräche.
Gerade die sind das, die sich was herzlich wenig mehr anhören wollen, die heutzutage mit den Rechtspopulisten gehen. Diese, daß sich empören, aufregen, darüber verärgert sind, weil ihnen von der Bütt her Dinge erzählt werden. Sicht, die sie scheinbar nicht mehr brauchen. Bei der sie nicht länger mitlachen wollen.
Die genaue Gegend, wo die herstammen? Es sind die, die in der Gegenwart den "Untergang des Abendlandes" fürchten. Die "Überfremdung". Die Frage irgendwelcher "Identität" stellen, als hätte man keine. Als müßte man sich was von ganz früher zurückwünschen, so die exklusive ehemalige National-Denke. Die noch viel weiter zurück reichen könnte. Gerne hätten sie, die neuerdings im Ewiggestrigen was vermuten, auf der Lachbühne mehr ihres dräuenden Rassismus, ihrer Fremdenfeindlichkeit. Die Worte, die gegen das politische "Establishment" gerichtet sind, bei ihnen auf fruchtbaren Boden gefallen. Und das politisch Korrekte momentan ist nicht, wie es ihnen länger gefällt. Sie hätten da gerne ein paar Veränderungen. Daß sie besser was lachen könnten, nicht nur mehr so tun, als hätten sie da was zu lachen, weil andere freiweg lachen. Fänden sie da an was was zum Mitlachen. Obwohl die Büttenrede im Grunde auf sie persönlich abzielt.
Also, die Rechtsdrehenden mögen, im Publikum hockend, nicht länger stillhalten. Präsentieren sich dieser Tage den Faschingsrednern deutlich. Treten ihnen unverhohlen freimütig bedrohlich aggressiv entgegen. Geradezu unmaskiert. Die Maske der Wahrheit haben sie aufgesetzt, um wen es sich bei ihnen handelt. Als dürften sie langsam voraussetzen, daß auch die auf der "Bütt"-Bühne ihren Geist teilen. Weil sie sich als Teil einer Mehrheit wähnen. Die jetzt was für sich sehen möchten, weil sie die Zeit dafür für reif halten, mit derartigem laut werden zu dürfen.
Sie wollen das Intolerante, Ignorante, Verlogene, Schein-Anständige auch in den Bühnen-Witzen erlauschen, daß sich das von ihnen bei den Witzeerzählern abbildet. Und nicht als Spott, der sich über sie ergießt. Sondern IHRE "Wahrheit" in den Witzen vernehmen. Ansonsten passiert was.
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