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Blog von TeddeMehr

Daß Volk sich das Joch selber anlege, sich die Knute gebe

5. März 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Was Geschrei: "Skandal", "antidemokratisch", "faschistisch".

So klingt es aus der Türkei.

Von solchen, die darüber bestens Bescheid wissen. Als diejenigen Leute, die derartiges im Augenblick deutlichst abbilden, repräsentieren.

Sie sind das schließlich höchstselbst, was sie andere Leute nennen.

Nur, von Volkes wegen hätten sie ihren Willen gerne auch noch installiert. Darum geht es ihnen bei dem ganzen Auftrieb. Deswegen all ihr Getrommle.

Daß die breite türkische Bevölkerung sich das selber staatstragend untermauert, was es eigentlich längst hat. Jedoch nur per Dekret.

Es ist noch nicht zu Recht und Gesetz gemacht. Im Gesetzesblatt drinnen steht momentan immer noch ungefähr das eine demokratische Parlamentssystem. Mit den verschiedenen Parteien, die um Mehrheiten, Koalitionen kämpfen sollen. Das der Staatspräsident und die seiner Partei, die ihn begleiten, nun gerne abschaffen möchten. Daß der Staatspräsident denn offiziell als alleiniger Machthaber ermächtigt wäre. Daß er jenseits der Welt des reinen Dekret-Erlasses gerät.

Die, die also türkisch am lautesten schreien, Leute von anderswo "Faschist" nennen, einen "skandalösen Antidemokraten", verdrehen einfach die Tatsachen. Als die wahren Demokratiefeinde wollen sie ein faschistisches System, "Präsidialsystem" betitelt, eingerichtet sehen. Das es eigentlich jetzt bereits in der Türkei gibt, nur nicht passend, für das richtige Ansehen in der Welt. Als reiner Diktator, Machthaber möchte er nicht dastehen. Deshalb, daß sie dahinter her sind, es auf den Wegen einer Volkswahl anbringen zu können. Den Volkeswillen später in Gesetzform zu gießen..

Darum handelt sich das Geschehen bei ihnen: Daß einer, der Staatspräsident wurde, längst per Dekret allmächtig durchregieren darf, einen anderen Status erhalte. Als wünsche sich die türkische Bevölkerung das, sonst nichts.

Ins Gesetzbuch soll er, der Systemwechsel. Der mit IHM an der Machtpyramide oben. Als wäre es Volkes Wille, daß er regiere. Alleine. Exklusiv.

Das wäre alles ja jetzt schon locker möglich. Nur: das ist er, der springende Punkt: die Türken. Man braucht als Deckmantel für das eigene Treiben den scheinbar freien Volkswillen. Die Bevölkerungsmasse, sie soll sich das Joch selber anlegen. Sich die Knute, dorthin gelenkt, willig eigenhändig geben.

Dafür sind die Wahlkabinen da, daß die Leute dem Ermächtigungsgesetz für einen mit diktatorischer Allmacht vertrauensvoll in den Kabinen zustimmen. Daß der Einparteienstaat denn was Handfestes kriege. Alles für den einen Allmachtspräsidenten seine Richtigkeit hätte. Er auf sein Volk zeigen kann, es wollte ihn so.

Weltweit soll man es überblicken: Das türkische Volk, es hat IHN sich erwählt. IHN, den großartigen Führer. Ohne den sonst alles im Staate den Bach runterginge, zu Staub zerfiele.

Am Ende, daß er selber der drögen Volksmasse auch noch was vorbeten kann. Aus dem heiligen Buch. Daß sie ihn auch beim Gebet noch manche Stunde sehen. Aus der Glotzekiste herausschauend. Sie bei sich daheim immer im wissenden Blick habend. Als könnte er, sähe er das allergeringste, dem Gerät jede Sekunde leibhaftig entsteigen. Drinnen stehen in der Bude. Um zu tadeln. Zornig gestikulierend schreiend loszulegen.

 

 

 

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