Nach der ersten der großen Wahlen in Europa
Die erste der großen Wahlen im Jahr '17 nach dem Millenium, die in den Niederlanden, hat stattgefunden.
Was war nach dem Verkünden des Ergebnisses das Auffällige daran? Die Kameras und die Mikrophone, die in Richtung des einen Verlierers gehalten wurden. Als hätte der trotz seiner Zugewinne an Stimmen irgendeine größere Relevanz, wenn er weiter auf die Oppostionsbank muß. Dort die nächsten Jahre altert.
Schon seltsam, wie der von dem Medien umstanden wurde. Obwohl er alles andere als der Sieger war, und eigentlich ansonsten auch nichts Besonderes ist, im Grunde genommen. Nur von Aufmerksamkeit und Lärm lebt.
Das, für das er steht, was ganz Altes, früher Hergebrachtes. Praktisch an jeder Ecke gab es das zu finden. Das Nationale. Mit seinen verschiedenen Ausgeburten.
Während das, für was andere Leute stehen, das eigentlich Besondere ist. Weil es das in dem Sinne überhaupt nicht so lange gibt: ein Europa relativ autonomer Staaten, die an einem Punkt zur EU mit einem Parlament vieler europäischer Abgeordneter vereinigt sind. Parlamentarier aus jedem Einzelstaat Europas. Überdies ein Europa mit einer einzigen Gesamtwährung, die die ungezählten Regionalwährungen ersetzte
Das ist tatsächlich die Besonderheit. Kurz tritt das erst auf.
Der Rest, der des Wahlverlierers, gegen den sich die in den Niederlanden nun ein wenig aussprachen, der ist so was von gewöhnlich ordinär ist. Ordinär wie eine körperliche Ausdünstung, der jemand freien Lauf läßt.
Nur eben lange nicht mehr gesehen, jenes Antlitz, innereuropäisch. Nur beiläufig gerochen. DAS.
All den vergangenen Versuchen einiger zum Trotz, daß man es trotz des üblen Geruchs oder sonstwie deutlicher am Bild wahrnehmen sollte, ohne sich deswegen sonderlich zu erregen. Eine Wiederwahl war für DIE; sehr schwierig. Den großen Zug fahren sie nicht.
Und der, der dort angeredet wird, als wäre man verwundert, daß er doch der Verlierer in den Niederlanden ist, ist nichts als einer aus der chauvinistischen Revanchistenschublade. Lediglich ein altvorderer "Rechtskonservativer", der sich bereits deutlich bei den restlichen Rechtskonservativen auf europäischer Bühne vorzeigte. Zusammen mit Gestalten in Frauenkleidern aus der französischen und deutschen Europaregion, die ihre Weiblichkeit auch gerne genutzt sehen würden, die Macht im Staate zu erlangen, daß ganz Altes zurückkommen könnte.
Die Deutschregionalen erzählen es dabei besonders deutlich, was das für Zeiten wären, in die sie am liebsten zurückkehren würden. Die vor Erhardt, Adenauer.
Schon klar: Bei Adenauer, Erhardt wurde das mit Europa auf den Weg gebracht. Adenauer, De Gaulle, die sorgten für eine Abweichung von eingefahreren nationalen Pfaden. Alles war da schließlich noch wie gehabt, einzelstaatlich, wie es die in den neuen Larven gegenwärtig gerne wiederhaben würden. Sich das wünschen.
Wenn sie jedoch Adenauer, Erhardt meiden, noch gerne weiter zurückwollen würden, was ist das nun denn für eine Vergangenheit, die einem vorm geistigen Auge entstehen könnte. Schließlich nicht unerforschbar, was da aus dem Dunst auftaucht. Was dort mitzukriegen ist, verzieht sich der Nebel, kriegt man den Blick aufgeklart.
Da sind zunächst mal jede Menge Ruinen, die entstehen. Massen zerbombter Städte. Schutt und Asche. Soldaten, die ihre Arme hochheben, weil sie sich ergeben haben; andere, die sie mit Gewehren umstehen.
Da ist für den einen ein großer Krieg verlorengegangen.
Horror, Blut und Elend blickt man, taucht man noch ein wenig tiefer in diese vergangene Realität ein. Millionfaches Sterben. Mancher Tod nicht im kriegerischen Kampf, sondern infolge übelster rassistischer Übergriffe auf Minderheiten. Als Versuchsballon war die Euthanasie angeordnet im Dritten Reich. Das Dritte Reich, das dem Beamtentum einen besonderen Charakter verlieh. Anordnungen von Staatsbeamten sorgten dafür, daß im zweiten Weltkrieg Leute von Sonderkommandos zusammengetrieben wurden, um in Konzentrationslager gefahren zu werden. In Züen wurden Menschen wie Vieh zum Schlachter Richtung der Vernichtungslager transportiert.
Eben systematischer Massenmord mit der dazu nötigen Bürokratie im Staat im Hintergrund, den man von Staats wegen betrieb.
Das taucht denn auf am Horizont dieser vergangen Ära. Der zweite Weltkrieg mit seinen Mißbildungen. Die auf reichtsdeutscher Seite ziemlich groß waren. Daß Ursache und Wirkung ein Thema ist.
Der Vorlauf davon, vielleicht meinen die Heutigen der deutschen Europaregion das. Die Phase einer "Friedenszeit", als die Nationalsozialisten noch keine Großverlierer waren. Sondern Alpha waren. Natürlich kann man sie da noch großtuerisch als die despotischen Vorherrscher im Reich beobachten. Die Herren bei ihren zahlreichen Aufmärschen, Paraden, Fackelzügen, ihren Ansprachen an das Volk. All der soldatischen Szene, der gehuldigt wurde. Die einseitige, trügerische Propaganda, mit der sie die Deutschsprachigen zusülzten.
Klarerweise hatte der Despotenstaat auch seinen Prunk und seine Bevorzugten. Schauspieler, Musiker etwa. Filmpreise, die jährlich an teuer gekleidete Günstlinge verliehen wurden. Der "Führer" bevorzugte einen gewissen Komponisten, reiste dorthin, den Neuaufführungen der alten Meisterwerke zu lauschen. In seinem Geist, daß inszeniert wurde. Alles mögliche, was sonst in der deutschen Bevölkerung üblich war, Volksfeste etwa, die bildeten den nationalsozialistischen Horizont ab. Ihre Fahnen hingen bei besonderen Anlässen aus den Fenstern. Anderer Flaggenfundus als der heutige.
Auch in Resteuropa gab es viele Sympathisanten der Nationalsozialisten. Etwa in den Niederlanden, Frankreich. Kollaborateure der Besatzungsmacht, als das Kriegsgeschehen war. In Italien regierte in den zwanziger, dreißiger Jahren der "Duce". Nölte mit seinem breiten, kantigen Gesicht seine Landsleute zu. Spanien war fest in Faschistenhand. Noch Jahrzehnte überstand das Regime in Spanien, rettete sich als Militärdiktatur durch die Jahre. Der spanische Staatsführer überstand einigermaßen unbeschadet den Untergang der anderen Faschistenführer. Schrecklicherweise. Gebot wie eh und je über sein Militär.
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