Die Sicht auf IHN abzumildern, das war der Zweck
Das Dekret zum Regieren, es wurde IHM verlängert. Man könnte ihm das sogar noch bis in alle Ewigkeit in der Türkei weiterverlängern.
Obwohl ER lieber hätte, er könnte verfassungsgemäß werden. Daß seine Herrschaft das Fundament einer Exklusiv-Verfassung erhält. Daß er quasi frei von allen Fisimatenten "ermächtigt" würde.
Daß das Seine, das von ihm bevorzugte "Präsidial-System", in dem Sinne staatstragend wäre.
Für DAS ist er bald am Ende der Reise: Hinweg geht es mit der relativen Demokratie in der Türkei. Mit der Herrschaft des Ministerpräsidenten, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl antreten darf. Auch wenn er sich am Herrschaftsgestühl klasse eingelebt hat. Fort denn mit den ihm unlieben Verhältnissen: daß man sich vor einem Parlament für sein Tun und Lassen zu rechtfertigen hätte, Kritik, Auseinandersetzung erfährt. Gesetze und Zeugs ständig mit viel Gekämpfe, Diskussion durch das Parlament bringen muß. Oft genug, daß man auch Oppositionelle nach etwas zu fragen hatte.
Zwei Amtszeiten hatte er lange, waren dem EINEN nicht genug. Ins Amt des Staatspräsidenten hat er sich geflüchtet, braucht jetzt das "Präsidial-System", für die Dauerherrschaft, die er im Sinne trägt. Mit den Seinen. Denen seiner Partei. Deren Kader strukturiert sind, wie er das will. Wer ihm widerspricht, hat nicht viel Posten dort.
Bestes Autokratentum stellt er unzweideutig dar. Jedoch, er ist nicht nur ein Autokrat, sondern auch ein Theokrat. Religion ist ihm insbesondere was Wichtiges. Ein besonderes Anliegen. Als einer, der aus einer Religionsschule kommt.
Daß man mit dem Verfassungsreferendum in der Türkei nun das Volk befragte, noch mal einen außerordentlichen Wahlkampf aufgeführt hat, hat sicher eher was mit der Weltsicht zu tun, als daß man die Meinung der türkischen Bevölkerung wirklich nötig gehabt hätte. Vielmehr steht das Problem, daß einer, der ausschließlich per Dekret wie per Willkürakt regiert, ein anderes Ansehen weltweit hat als einer, der mit einer eigenen Staatsverfassung und dem Willen des Volkes abgesichert ist. Als wäre die Dauerfortsetzung seiner Herrschaft eine demokratische Entscheidung gewesen.
Darum dreht es sich bei allem, wie der eine es auch ausspricht: um den Anschein, den einer erwecken muß. Bei ihm, Recht und Gesetz. Der rechtmäßige Anstrich, der ist ihm durchaus ein Bedeutender. Gesetz ist Gesetz, auch wenn die Gesetze selber schreibt.
Und weil er sich seiner Beliebtheit im Türkenvolk sicher war, sich gewiß, daß er die Mehrheit mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit beim Referendum innehätte, weil die Stimmung in der Bevölkerung für ihn wäre, dachte er mit den seinen: Warum denn nicht eine Volksbefragung, statt sich ausschließlich an der Zweidrittelmehrheit im Parlament zu versuchen?
Schließlich kann man, hat man die Volksmasse befragt, nachdem man lange einen Wahlkampf für eine Mehrheit aufgeführt hat, behaupten: Die Türken wünschten es sich mehrheitlich so. Sie haben sich das Joch selber genommen, sind mit einem breiten Lachen freudig hineingestiegen. Groß die sichtbare Nationalbegeisterung, sich die Knute des despotischen Allmachtsherrschers zu geben.
Auch weil die Medien gelenkt waren, dachten ER und die SEINEN an ein gutes Gelingen..ER, tatsächlich auf den meisten Kanälen omnipräsent. Kaum eine Opposition, die man als solches ernsthaft fürchten mußte. Mit dem "Referendum" kann man das Zukünftige als was "Demokratisches" verkaufen. Als wäre das am Ende Erwählte das Ergebnis einer demokratische Entscheidung gewesen. Nicht viel mehr das Resultat, daß viel zu viele nicht sonderlich informiert waren. Getäuscht, geblendet.
Wohl ein Ding der Unmöglichkeit, daß aus der Türkei die Meldung eines "Nein" für das Referendum in die Welt hinausdringt, im April des Jahres '17 nach dem Millenium. Die Mehrheit für ein "Ja", die wird mit Sicherheit gefunden werden.
Wie sollte es schließlich anders weitergehen? Ohne IHN wird nichts sein. Der Dekrete-Regent hat weiter seinen Posten inne, infolge einer Dekret-Verlängerung. Und per Dekret kann er auch weiterhin in alle Ewigkeit vorherrschen. Nur, das Antlitz des Machthabers vor der Welt wäre ein anderes. Dinge viel zu deutlich. Diese Sicht auf IHN abzumildern, darum ist es bei dem ganzen Volksreferendum doch gegangen.
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