Einer, der kennt nur ein anderes Programm
So Parteien mit Rechtsdrift, nach denen muß man scheint's derzeit ständig schauen.
Sie haben unter anderem auch "Wahlprogramme", wird mitgeteilt.
Jetzt hat sich so einer scheinbar vor laufender Kamera in gutem Aussehen und vielgestikulierend versucht. So immer dabei, als einer, den kein Mensch eigentlich braucht, sich wählbar erscheinen zu lassen, eingängig daherzureden.
Bei etwas derartigem hat sich ein Späßchen ergeben, so nebenher, das gegenwärtig, Anfang Mai des Jahres '17 nach dem Millenium, groß medial gegangen ist.
Es hätte fast was zum Lachen. Wirklich wahr.
Einer gerierte sich vor eingeschalteten Übertragungskameras, posierte sich bedeutsam in der Gegend rum, Anzug, Krawatte. Gute Qualität. Willens, alles drinnen in der Anlage, den anständigen, brauchbaren Anzugträger raushängen zu lassen, eine sympathische Gesamterscheinung vorzuspiegeln. Als Mitglied einer Rechtsaußen-Partei, bei der er anscheinend frisch auf die Schnelle was geworden ist.
"Wichtige" Sachen hatte er zu erzählen.
Der Witz dabei: Was immer der eine von sich gegeben hat, das eigene, erst kürzlich diskutierte und beschlossene Parteiprogramm, das hat er überhaupt nicht großartig gekannt.
Man stelle sich das vor: Er kannte das Parteiprogrammheft der Leute nicht besonders, für die er selber geht. Mit herzlich wenig davon war er vertraut.
Was genau dort drinnenstand, als Programmpunkte für die Partei verabschiedet wurde, war ihm anscheinend auch nicht sonderlich wichtig. Nicht sehr, daß er sich mit den Inhalten beschäftigen, auseinandersetzen hätte müssen. Daß zu fragen ist: Von welchem Programm ist DER denn nun eigentlich als Parteivertreter ausgegangen? Auf was bezog sich das, was er daherplapperte, wenn's nicht viel mit dem Parteiwesen zu tun gehabt hat, in dem er selber beheimatet ist?
Was sonderte der am Ende da mitten im Kamerabild ab?
Er sprach als einer mit Rechtsaußenfahrt mancherlei, dem Anscheine nach freihändig. Weiß man ja heute. Der Öffentlichkeit bekanntgemacht worden: daß seine Kenntnisse des Parteieigenen minimal waren.
He, da läßt sich denken, daß er auf ganz andres Bezug nahm. Etwa so was von Programm von was altersher, das einer altvorderer Partei? In der Gegenwart eine Partei, würde man zugeben, ein Nachgänger von diesen Parteigenossen sein zu wollen, könnte einem jeder neue Parteiladen sofort zugesperrt werden. Wegen Verfassungsfeindlichkeit und so Sachen, weil man ein Nachgänger von Altvorderem wäre.
Man erinnere sich: Die "Nationalsozialisten", sie kamen gerne auch wortreich daher. Sie verfaßten sogar Gesetze. Hatten für alles mögliche ihre Regeln, Festlegungen, Formulierungen.
Es begann bereits mit dem, was sein sollte, wenn man erst den Windeln entkommen war. Ab dem Moment wollten sie nun alles mit einem in den Griff bekommen. Hatte man sich als kleiner Junge auf ein Leben unter Kerlen einzustellen, denen mehr und mehr befohlen wurde. Drill und Gehorsam hatten sie zu lernen. Später sollten sie schließlich Soldaten sein. Bestes Kanonenfutter. Die Mädchen dagegen hatten sich auf ihre Pflichten als Mutter und eventuell alleinige Familienorganisatorin vorzubereiten. Eine, der der Mann an ihrer Seite immer mehr fehlte. Weil ihn anderes einspannte. Bis er vielleicht am Ende überhaupt nicht mehr bei ihr auftauchte, zum Vorschein kam. So als einer, der bei kriegerischen Auseinandersetzungen den kürzeren zog. Irgendein schlimmes Schicksal erlitt. Aus einem Grab, nur schwer, daß von dort unter der Erde raufzusteigen wäre, zur Familie zurückzukehren.
Bloß sie, sie alleine, die Frau, sie könnte als Mutter für einen Fortgang der Geschichte sorgen, so dachten es sich die Nazis. Deshalb behielten sie sich die Frauen in der Hinterhand, weigerten sich standhaft, größere Frauenkommandos in den schwieriger werdenden Kampf zu schicken. Statt dessen entsanden sie die männlichen Jugendlichen, Kinder, überreichten ihnen scharfe Waffen, gegen den anrückenden Kriegsgegner anzutreten.
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