Schlechten Umgang gehabt oder selber schlechter Umgang sein
Der eine Prozeß da in München, der läuft immer noch. Während andere neu aufgenommen werden müssen, weil einfach nicht recht zu Potte gekommen wurde, das Mittel der Zeitverzögerung zu sehr griff.
Dort, in München, gibt es derzeit, Mai Jahr '17 nach dem Millenium, eine Art Gutachterstreit.
Der eine hält sie, die eine, fit für alles. Der andere würde ihr gerne einen Persilschein besorgen.
Daß alles mit ihr eigentlich nicht so schlimm wäre. Das mit ihrer Beteiligung an Geschichten. Daß die anderen es gewesen wären, die die volle Verantwortung trügen. Während sie eher nur unter Zwang gehandelt hätte. Als eine, die nicht weg konnte, dabeibleiben mußte. Sogar bis zu den intimeren Verhältnissen unter und zwischen jenen Leuten geht das heute. Daß der eine sie oft hergeschlagen hätte, mißhandelt. Von so was ist hier nun die Rede.
Alles, daß sie vielleicht die Freiheit wiedererlangen könnte, in absehbarer Zeit, wenn ihr Prozeß dann vorbei ist. Die Prozeßtage, die bei ihr doch weiterhin für einige Abwechslung sorgen, viel Umgang mit Menschen. Jede Menge Aufmerksamkeit, bis hin zu mit guten Schauspielern gedrehten Filmen, die alles bei und mit ihr zum Mittelpunkt haben. Ob man alles so gut weiß oder nicht.
Daß ihr ausgeholfen wäre, darum dreht's sich. Nicht die Rede von weiteren öden Gefängnisjahren, mit einer "Feststellung der Schwere der Schuld" wäre.
Die "Feststellung der Schwere der Schuld", Teil eines Urteilspruchs, mit dem SIE nur mehr schwer wieder rauskäme aus dem Knast. Ergäbe sich nicht zufällig irgendwas Positives für sie, etwa auch neue Personen an der Macht.
Anbei ist nebenher durchaus mitzukriegen gewesen, daß sie einiges an Zuwendung aus dem rechten Kreis erfährt. Daß es ihr von da her ganz gut geht.
So richtig von dem dort und jenem Szenenbild, diesen Ansichten abgewendet hat sie sich nicht, ein paar von ihren beiläufigen Kundgebungen zum Trotz, war letztens mal zu erfahren.
Es handelt sich momentan trotzdem um eins bei ihr: es nach Möglichkeit hinzudrehen, daß sie doch nur so ein harmloseres Heimchen war, eben ein Opfer der Umstände. Im Sandwich der beiden, die ihre Begleitung waren und diese ewig blieben. Von den zwei anderen, daß sie sich nicht lösen hat können. Niemand, den es gab, der sie von dort, wo sie war, rausholen hätte können. Wenn jemand größer gewußt hätte, daß sie gerne wo rausgeholt worden wäre. Daß er das Bild gesehen hätte: sie, velleicht getrennt, losgelöst von ihrer beständigen Begleitung. Von jenen, die bei ihr überraschend hereinschneien konnten.
Macht durchaus einen gewissen Unterschied aus, die Beantwortung jener grundsätzlichen Fragestellung: ob man schlechten Umgang hatte. Oder man selber der schlechte Umgang war.
Das ist das Wesentliche für sie: sich eventuell rauswickeln zu können aus dem Netz. Als die eine, die die Geschichte des Trios überlebt hat. Sogar Feuer hatte sie zum Schluß noch gelegt, um möglichst Spuren zu verwischen. Als ihr alles viel zu nahe kam. Daß es absehbar war, daß es sie erwischen mußte.
Und jetzt möchte sie vor allem eins: harmlos gesehen werden, naiv beäugt. Um möglichst wenig der Schuld tragen zu müssen. Ein geringes Urteil zu erlangen, weniger zukünftige Gefängniszeit so. Ferne der gegenwärtigen Abwechslungsmöglichkeiten, der Reisen und sonstigen Spannung, die die Prozeßszene ihr derzeit noch bietet. Ehe der massive Alltag bei ihr in der Gefängniszone einzieht. Daß niemand mehr sie großartig abholen kommt aus der Haftkammer. So was ihr nur noch selten geschieht. Daß es einem auffällt, daß sie doch Frisur hat.
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