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Blog von TeddeMehr

Tiermaske und Obsidiandolch

22. Mai 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

So bewußtere Anfänge von Religion ...

Zumindest was Geheimes, weil man das sicher nicht den Schülern in den Klassenzimmern lehrt ...

Es heißt immer, wenn man so Beiträge über Höhlenmalerei und so liest, die Steinzeitmenschen hätten sich nie selber auf den Höhlenbildern abgebildet. Das scheint so nicht unbedingt zu stimmen. Oder Ausnahmen bestätigen die Regel. So was. Schwer zu sagen, was da im Dunklen gelassen wird.

Da gibt es etwa eine Art Höhlenmalerei-Comic. Angebracht an die Wand einer Höhle. Vor Jahrtausenden. Steinzeitwelt.

Der Zeichner oder die Zeichnerin, der, die was an einer Höhlenwand hinterlassen hat. Ziemlich kunstvoll, ungeheuer detailverliebt. Geradezu modern, lebendig. Wirklichkeitsgetreue Abbildung. Zeichenkunst, die höchsten Ansprüchen genügt. Bis in die Gegenwart.

Das Anfangsbild scheint das: Man sieht zwei Schamanen mit ihren aufgesetzten Tiermasken in einer Höhle. Es scheint eine vorbereitete Falle zu sein. Für den, der außerhalb der Opferhöhle spitz wie Nachbars Lumpi herumsteht. Hat auch allen Grund dazu, angeschärft zu sein, denn, für ihn wurde der Anschein erweckt, im Höhleninnern, bei denen mit den abgeschnittenen Händen und den Masken, herrsche lüsterne Bespaßung. Der eine handlose Maskierte räkelt sich fast blasphemisch auf dem Blutstein herum. Was der draußen vor der Höhle Stehende auf die Lauscher kriegt, ist lustvolles Frauengestöhn, Männerkeuchen. Drinnen ist eine regelrechte Orgie im Gang, bei der man eigentlich selber mitmachen könnte, könnte man sich denn zum Reinlatschen entschließen. Eine schreit jedoch urplötzlich schrill auf. Nichts mit Lustgeschrei, anderweitiges hysterisches Gekreisch. Sie läuft drinnen mitten ins Bild. Sie, die auch Lust bekommen hatte, bei dem mit der Lust beteiligt sein wollte. Scheinbar hat sie den zweiten im tiefergelegten Höhlenhintergrund dastehenden, lauernden Tiermasken-Schamen mit sich belästigt. Da hat der Arrogante eine Wut gekriegt, er ihr seinen Obsidian-Dolch in die Schulterpartie gestoßen, als er die Geduld mit der bei ihm drängelnden Verlebten mit den ausgetrockenten Brüsten verlor. Jetzt ist sie am Kreischen wie ein waidwundes Tier. Der Steindolch steckt ihr, ist ihr in der hinteren Schulterpartie zerbrochen. Den zwei Spitzbärten, die mit hochgehalten Speeren am Höhlenzugang lauernd rumstehen, haben wegen ihrer Schreierei vor Schreck die in einer Spitze zulaufenden wurf- und stoßfähigen Holzdinger verräterisch gezuckt. Daß der außerhalb bestimmt sieht, mitkriegte, was er nie sehen hätte sollen, ehe er nicht reingekommen war. Um am Ende was anderes als was Sexuelles zu erleben. Eher bei einem blutigen Ritus am Opferstein und nach einiger Marterung sein Leben auszuhauchen..

Dann ist das: Die Steinzeitpriester mit der Tiermaske bei einer Art von Zeremonie. Der eine ohne Hände, der zweite mit dem markanten Hohlkreuz hat seine beiden Hände noch. Kann ein Kleinkind festhalten. Und ist anscheinend überdies außerstande, an sich halten zu können. Was unmißverständlich Sexuelles vollführt er an dem Kind, während eine ziemliche Schönheit bei ihm in der Nähe einen ebenfalls ziemlich mitgenommenen, vielleicht toten Säugling vor sich hält. Jedenfalls, viel Lebenskraft scheint in denen vom Nachwuchs, der den Schamanen für ihre abstrusen rituellen Handlungen übergeben wurde, nicht mehr. Das Schärfste jedoch der eine, der seine händischen Greifer, Zupacker noch hat und das Neugeborene vor seiner Körpermitte plaziert. Glasklar, was der treibt. Während der Handlose erkennbar komisch rübergafft, als vollführe sein Gegenüber unter den Augen zu vieler was Ungeheures und ziemlich Risikovolles. Jeder der Säuglinge schon mehr tot als lebendig. Nur, das mit dem unzweideutigen sexuellen Treiben des einen Schamanen.

Auf der dritten Szene ist da ein angedeutetes Thing zu erkennen. Man ist in Gefangenschaft. Der eine mit dem Hohlkreuz zumindest, nun demaskiert, hält ein dickes Holzscheit in die Höhe, will es einem Mann, der mit dem Rücken zu ihm steht, von hinten über die Birne ziehen. Eine Schöne sieht man deutlicher, eine, die vielleicht eine wohlgebaute Prinzessin beim Schamanenrudel war. Sie ist mit so Frauen ebenfalls dort. Während ein Halbwüchsiger vor weiteren knieenden Mädchen, Frauen umgeht wie einer auf Patrouille. Oder beim Aussuchen. Ein Speerträger läuft unten, zielt mit seinem Speer aufwärts. Entweder ist das ein Befreiungsversuch für den Hohepriester, oder ein Bewacher hat mitgekriegt, daß der eine sich befreit hat und nun mörderische Absichten hat. Ein Speer, der hochfliegen könnte. Zu ihm, der zu den Schamanen gehörte. Oder mit einem anderen Wurfziel.

Schwer zu sagen, ob das eine Befreiung ist. Oder ob ein Wächter mit Speer unvermittelt was mitkriegte. Nebendran auf der Szene sind nur noch Weiber am Bild, als wäre die EINE wo geblieben. Sklavinnen? Oder Freie zusammen mit Sklavinnen? Ein Frauenharem? In den SIE geraten ist. Wirklich, eine von denen könnte eine gute Bekannte von den Bildern von zuvor sein. Eine scheint etwas hervorgehobener als der Rest. DIE? Auf alle Fälle irrt rechter Hand auf der letzten Szene eine Type mit hochragendem Speer im Schädel in der Gegend rum. Das dauert wohl noch, bis der sein Leben aushauchen wird. Allzuviel an Lebenszeit kann er nicht mehr haben.

Das sind so Szenen. Uraltes Schamanentreiben. In der guten alten Steinzeitwelt. Die Person, die die Malerei besorgte, könnte ohne weiteres weiblichen Geschlechts gewesen sein. Die, die das aus irgendeinem Grund an eine Höhlenwand malte, um das der detailversessen der Nachwelt abzubilden.

Schamanengeschehen, das sie dokumentiert. Das von ein paar des reisenden Schamanenvolkes. Die mit den Tiermasken am Kopf und bei den Blutsteinen, auf denen unbekannten Götterwesen blutig geopfert wurde.

Szenerie aus der Ära der Obsidiandolche und der geschleuderten Holzspeere. Was es da zu überblicken gibt, läßt nichts an Eindeutigkeit zu wünschen übrig.

"Schamanen" werden die frühen Priester, Vorbeter genannt. Fahrensleute, die sich was außerordentliche Macht über Menschen nehmen wollten. Einfach so, bei den Stämmen und deren Oberen, "Häuptlingen", Stammesführern, mit denen sie die Begegnung suchten, sich vor ihnen wichtig und von Gewißheit durchdrungen zu gehaben.

 

 

 

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