Arielle, barbusig
Was eine Überraschung: Arielle die Meerjungfrau war zu erblicken, ohne daß etwas ihre Brustwarze verbarg. Was auch eine Brustwarze war, Brusthügel, eigentlich, sonst nicht viel.
Aber, trotzdem gab's diese Aufregung. Ungeheuer. Daß hier einem Schört-Drucker dieser Irrtum unterlief.
Statt einer Bedeckung war alles die Natur. Eigentlich sehr unaufgeregte Natur, die nichtsdestotrotz Aufregung hervorrief. Daß sofort wieder abgedeckt werden mußte, was normal als Meerjungfrau wahrscheinlich oben ohne herumschwimmen müßte. Oder? Die ewige Bedeckung mit Oberteil aus der Bikiniindustrie eher was Unnatürliches. Für ein Fischwesen. Obwohl eines mit menschlich weiblichem Oberkörper.
Oder war das Ganze ein Werbetrick? Nach all dem hocherregten Auftrieb, den die Medien weltweit abbildeten. Als wäre sonst was Böses zu blicken gewesen, Mord und Totschlag.
Dann war Arielle auch plötzlich wieder einwandfrei bedeckt, daß man sich ihre Brusthügel eigentlich nicht ohne Behaubung vorstellen kann. Daß sich die Frage stellt, wie das überhaupt passieren konnte, daß ... Daß "Arielle die Meerjungfrau" mal oben ohne war.
Dafür sieht ihre Körbchengröße auf den Bildwerken mit Stoffteil drüber plötzlich ein wenig größer aus. Vergrößert. Als hätte, im Gegensatz zur Nomalgröße von zuvor, ein Chirurg nachgeholfen. Die Dinger aufzupolstern, die Körbchengröße zu steigern. Oder der BH steht dafür. Daß er sogar hervorhebt. Das, was darunter verborgen ist, vergrößerter erscheinen läßt. Deutlicher.
Oder sie ist heißer ...? Fast könnte man den Wunsch haben, das wegzutun, daß ein Blick auf das darunter zu erhaschen wäre. Das, das plötzlich so groß aussieht. Verschärft.
Ob Kinder sich darüber Gedanken machen, ob Arielles Oberkörper stoffrei ist oder nicht? Vielmehr scheint der Blick ein Erwachsenenproblem.
Es gab immer diese Zeiten der Prüderie. Prüderie andererseits, die das Sexulelle erst so richtig an- und aufheizte. Es gab Vergangenheitstage, da hatte sich die Damenwelt so sittsam zu bedecken, daß schon der Blick auf ein Stückchenweit Wade reichte. Daß ein Mann große Augen machte, da mehr wo zu blicken. Der, der am besten was vom Rest von einer Frau nur zu Gesicht kriegen sollte, war sie .... Sofort seine Ehefrau. Und die Liebe mit Müh und Not bei möglichst abgedunkelten Zimmer stattzufinden hatte. Alles noch dazu immer in einer Position. Der Missionarsstellung.
Woher hier das mit dem "Missionar" kommt? Weil der "Missionar" unbeherrscht war? Oder daher, weil der Missionar die eine Stellung "für seine Schäfchen" verlangte? Eine andere durften die Leute, die er missionierte, denen er den einen Exklusiv-Glauben nahebrachte, neben dem es nichts anderes geben sollte, nach seinem Willen nicht anwenden? Nur die eine Zweierlage: Mann oben, Frau unten, die Beine auseinandergelegt. Und das für alle Ewigkeit, Amen. Und im Finstern bitte.
Prüderie hat schließlich vermehrt mit Religiösen zu tun, Personen, die dir selbst bis in dein Bett hinein gerne angesagt hätten, was du zu tun und zu lassen hast. Neben deinen Dauergebeten. Man siehe, es gibt so bürgerliche Gesetze, und dann wollen dir welche ihre Gesetze unter dem Deckmantel der Religion auch noch mit aufs Auge drücken. Oder als Religion auch noch mit für Gesetz sorgen. Oder du sollst nur noch das religiöse Gesetz für Ernst nehmen, weil es ja von "Gott" kommt.
Und das Sexuelle, das wird all mit prüder Hysterie sogar noch an-, aufgestachelt, Wenn man sich schon größer erregen soll, nur weil man eine Stückweit weiblicher Wade sieht ...
Verbote, die sind die Anheizer, Verbote zu brechen. Noch dazu, wenn welche auch noch beim Sexmiteinander mit ihren Verbots- und Stoppregeln dabeisein wollen ...
Hochinteressant, wer das ist, der dir dies und das zum Schluß auch noch mit Regeln, Verbotsgeboten belegen möchte. Dir Sittsamkeit, Anstand beibringen, Gottesfürchtigkeit. Mancherorts auf dieser Welt hängen dich um Sitte, Kleiderordnung und dergleichen besorgte Religionswächter an Kränen auf. Peitschen dich aus, steinigen dich, hauen dir Körperglieder ab. Was immer du dir vorstellen kannst. Einmal soll das deiner Einschüchterung dienen, aber auch deinem Amusement, schließlich gibt's wenig andres, dort, wo sie hauptsächlich vorndran sind, die hochherrschaftlichen Gebieter. Fasziniert sollst du hinschauen, dabei zusehen, wie ein Gefolterter am Ende seine letzten Zucker macht. Warst ja nicht du, der vorgeführt wurde, alles erlitt, sondern jemand anders der das Pech hatte.
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