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Blog von TeddeMehr

Wer die Scheidung vollführt: nicht DIE oder DER

14. Juni 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Alle Termine für die Scheidung stehen. Die Planung ist klar.

Zwar wollte eine Seite sich nicht unbedingt scheiden lassen. Aber jetzt ... Jetzt hat man sich an den Gedanken gewöhnt, hat alle Vorbereitungen für die Scheidung getroffen.

Bei einigen Terminen wird man selber pünktlich erscheinen müssen. Und man wird dort sein.

Und jetzt - so scheint es -, ist es mit den Briten so, daß der, der sich scheiden lassen will, das lange öffentlich überall verkündet hat, überall, an jede Wand war es gepinnt, jeder konnt's lesen, so seine Besorgungen hat. Jetzt kommt da wer, hemdsärmlig, scheinbar im letzten Augenblick noch hergerichtet, zurechtgemacht, weil er vielleicht MUSS, termingemäß an.

Der, der sich in erster Linie scheiden lassen will, schaut fast aus, als wäre er schlecht auf alles, was die Scheidungsformalitäten anbetrifft, vorbereitet. Wäre überrascht.

Dauernd muß ihm ausgeholfen werden. Der eigene Anwalt des Gegenüber schüttelt quasi den Kopf, angesichts von demjenigen, der sein Klient in der Scheidungssache ist. Da kann wirklich alles nur noch besser werden. Oder, was will man? Sich überhaupt nicht scheiden lassen? Noch mal ein neues Referendum? Demnächst könnten noch mal Neu-Wahlen sein. Oder nicht? Überhaupt: Mit wem man jetzt zusammen zu sehen ist. Wollt man mit so was wirklich zusammenkommen? Da wird ja fast was teuer. Auf vielfältigste Weise. Die neue Geschichte mit dem eingemeindeten Nachbarn. Und denjenigen, deren starken Arm man sich wünschte, um Scheidungsfolgen abzumildern. Die sind auch nicht das Wahre.

Auch ein Preis, zu den anderen britischen Rechnungen dazu, das, was man am liebsten britisch kühl abschmettern würde. Nur die Frage: Wie alles immer abzuschmettern wäre? Weil man sich manchmal an gewisse Regeln halten muß. Sonst ... Sonst ist Weltuntergang. Wenigstens im gewöhnlichen Leben. Für einen selbst wäre das so.

Was ist das nun in Großbritannien? Da ist jemand an der Regierung, der das eigentlich nicht vorndran wollte, wofür der jetzt geht. Viele waren dort gegen den "Brexit". Ehe sie sich des "Brexits" annahmen. Mehrheitlich waren die dieser Regierungspartei nicht so sehr dafür. Erst später. Schwer zu sagen, warum, bei nur zwei mäßigen Prozentpunkten Vorsprung des Siegerlagers beim Referendum. Keine fünfzehn, zwanzig Prozent jenseits der fünfzig Prozent. Daß man sich deswegen tatsächlich erregen hätte müssen? Was davon für sich nehmen?

Und das mit dem "Brexit" scheint nun doch schwerer hinzunehmen zu sein, als sich das so welche dachten, bei dieser konservativen Partei in Britannien. Dauernd unterlaufen ihnen da Irrtümer, Fehleinschätzungen. Als wäre das eigentlich nicht das, was man wünschte. Sondern ...

He, der "Brexit" ...? Er ist in Wahrheit nicht IHR "Brexit".

Er wird trotzdem weiterhin vertreten, der "Brexit". Nur, wie erwähnt, nicht mit der ganz besonderen inneren Anteilnahme, mit der alles sein müßte. Eher müde. So echt diese letzte innere Überzeugung, Entschlossenheit, alles damit richtig zu machen, an der mangelt es. Nicht so wie sie der eine hatte, dieser Milliardär, der die "Brexit"-Idee betrieb, jahrelang die "Brexit"-Kampagne mit seinem Geld befeuerte. Wie ein Sportler. Die hat man nicht so, diese Begeisterung, Motivation. Bei den Fehlern, die man sichbar, erkennbar dauernd macht. Eben was mitversteht, bei der Sache.

Bei dem Ganzen, für das man im Grunde, weil man den Überblick über die Folgen hat, nicht das ganz Große über hat. Bei dem Volksschaden, den der "Brexit" - der "Brexit", eine Art britischer Schildbürgerstrech -, bringen kann. Andeutungsweise längst anbringt, nur hintergründig eben, unausgesprochen, kaum diskutiert. Erkennbar jedoch: Sozialabbau, manche Einschränkung, die man dem britischen Volk bereits zumutet.

Der "Brexit"-Anreißer, der Super-Reiche - dem, dem bei nichts jemals was fehlt - er ist weggegangen. Hat sich verkrümelt. Als Regierungspartei hatte man ihn eigentlich nicht, den besondern "Brexit"-Moment. Hätte gut mit einem negativen "Brexit"-Bescheid leben können. Scheiden lassen von Europa, scheidenlassen hätte man sich nicht unbedingt müssen. Weitergegangen wäre es für sie alles, als die an der Regierung, wie sonst auch.

Und jetzt fehlt ausgerechnet gerade der den Briten, der die Scheidung innig wollte. Der, der das Inseldenken des in der Nußschale eingeschlossenen hatte. Der von Wasser umflossene Insel sein wollte, unerreichbar für alle Welt.

Statt sich von andern vertreten zu lassen, hätte er schon selber dranbleiben müssen. Er, der Milliardär. Dessen "Brexit"-Partei im Nirgendwo der letzten Jahr-'17-Briten-Wahl abgeblieben ist. Schon wieder sucht die mit ihren Mitgliedern einen neuen Parteichef. Alle möglichen Namen, nur nicht der seine, den man nennt, daß da wer gewählt werden könnte.

Wo er nur bleibt, um wieder einen neueren längeren Weg zu beschreiten? Weil er unterbrochen hatte. Ohne IHN besteht die Gefahr, daß bald noch alles restlos hohl, kahl wird, in der "Brexit"-Gegend Daß die das mit dem "Brexit" noch ins Meer kippen, wie Sondermüll mit Masken vorm Gesicht entsorgen.

Der, der Scheidungswillige von der britischen Insel, er hat überdeutlich manche Probleme, alles mit der eigenen Scheidung so recht voranzubringen.

Wenn das nicht zum Lachen ist. Was die Briten da im Juni des Jahres '17 nach dem Millenium mal abbilden. In der geistigen Verwirrung geschehen denen so Sachen, den Briten.

Na ja, Europa wird auf die Briten warten. Vielleicht ohne Gesichtszucker. Mit "Pokerface". Solange man kann. "He, ernsthaft, hör mal, DU willst dich scheiden lassen. Nicht ich. Ich werd sicher nicht deine Scheidung für dich voranbringen. Das ist dein Anwalt, mit dem bist DU da. Mit dem mußt DU das besorgen."

 

 

 

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