Verbinden sich die äußeren Enden, alles ein Katzensprung
Das Geschrei ist groß, von wegen den Geschehnissen in Hamburg bei einem G20-Gipfel.
Alle möglichen Staatsleute waren dort, mit den verschiedensten Gesellschaftshintergründen. Über ein paar von denen, die die Gewalt in ihren Gebieten ausüben, erregt sich heute keiner. Statt dessen geht die Rede von "Linkautonomen", "Linksradikalen" bis hin zu "Linksfaschisten".
"Linksfaschist", klingt dabei erst mal obskur. Obwohl ...
Sieht man eine gerade Linie, ist der Weg weit, von einem Ende zum anderen zu kommen. Verbinden sich die äußeren Ränder allerdings, wird das ein Kreis, ist das eine ungeheure Annäherung im Kreis. Sieht man das politische System plötzlich als eine Kreisform. Einen geschlossenen Kreis. Dann sind die Wege von einem ehemaligen äußeren Rand zu dem auf der gegenüberliegenden Seite überhaupt nicht weit. Vielmehr steht man sich unmittelbar gegenüber. Die Entfernungen zueinander, höchstens noch ein Katzensprung.
Daß sich die Geschichte besser erklärt, wie das funtioniert, daß aus einem "Linken" ein "Rechter" werden kann. Oder umgekehrt. Als wäre da gar keine längere Strecke dazwischen. Daß am Ende sogar das Wort "Faschist" paßt, für einen ehemaligen Linksaußen. Wie das Wort "Kommunist", mit dem plötzlich einer benannt werden kann, der ehedem noch ein äußerst Rechtsorientierter schien. Weil sich dort, wo sich die Enden unmittelbar verbinden, die Farben verwaschen. Alles wird ähnlich, das Rüberhüpfen von der einen Seite auf die andere ist bei der geringen Entfernung rasch.
Sieht man das so, wundert sich vielleicht keiner mehr über irgendwas. Wie das zugeht, daß ein Rechts- urplötzlich zu einem Linksdrehenden wird. Oder ein Links- zu einem Rechtsaußen. Der als profaner Spießbürger die plumpesten Ansichten von sich gibt.
Rechts draußen ist der Faschismus mit seinen Ausformungen. Linksrändig der Kommunismus. Der Kommunismus, der im Grunde ähnliches hergibt, wie der Faschismus. Viel Nationalismus, ein übersteigertes militärisches Gehabe mit Aggressionspotential. Massenweise Gleichschritt und Volksunterdrückung. Durch einen einzigen Despoten. Der durchregiert. Mit Abbildern von sich bei jedem im Wohnzimmer sein möchte. Oder vielleicht sogar, daß du einen Altar wo hast, wo du zu seinem Abbild geradezu beten solltest. Kerzen anzünden und so, Räucherstäbchen. Götzenverehrung zumindest, die hätten sie alle gerne, die Linken wie die Rechten, die, die an den äußeren Rändern stehen und die Menschen führen, anleiten wollen, dabei zwingend sich zeigen, und das hauptsächlich.
Wie gesagt, weite Entfernungen hat der eine zum anderen tatsächlich nicht zurückzulegen. Siehst du dort eine Kreisform, die verbundenen Enden.
Mao, Stalin, sie haben ihre Hände in Blut gebadet. Als "Linke". Genauso die "Rechten": etwa "der Führer". Der überdies mit der üblen Rasse-Ausprägung. Alle möglichen sonstigen Faschistenführer, die die jeweiligen Nationen als das Größte ansahen. Denen die Nation was Besonderes galt, bei denen waren die Sammellager, Gefängnisse ebenso groß.
Oder auch die Religion. Dort kann man viele Ähnlichkeiten in der Struktur blicken, möchte man sie denn sehen, erkennen.
Auch dort ist sie, die eine Machtpyramide. Eine einzige Gestalt sitzt ganz oben, die von dort herab von der Spitze der Pyramide herab durchregieren will. Bis ins Kleinste hinein.
Ihnen allen gemein: der Autokratismus, das Despotentum, die Gewaltherrschaft. Das mit der Religionssicht: Theokratismus.
Man muß sich nur mal kurz überlegen, wie der "Kommunismus" in der DDR mit all seinem militaristischen Gehabe, den Aufmärschen und den stadienfüllenden Turnveranstaltungen den Verhaltensweisen des Faschistensystems von zuvor angenähert war. Nur der Sprech war ein klein wenig unterschiedlich, den man sich in der DDR-Welt anzulernen hatte.
Der eine wie der andere hatte das Militante als Schulfach mitinbegriffen. Praktisch kam das bei den "Kommunisten" auf, ohne daß die öffentlich größer reflektierten, daß die "Nationalsozialisten" vorher eigentlich diese Verhaltensweise ähnlich für die Kinder, Teenager in Petto hatten. Der mit dem "Tramp"-Bärtchen wollte die Kleinkinder, Teenager jedenfalls nicht mehr aus dem Griff entlassen. Höchstens aus dem Raster fallen konnte man dort, als "Untauglicher" stigmatisiert werden.
Also, wo immer sich die Linken und die Rechten an den Rändern treffen. Durchaus drinnen, daß man die einen so wie die andern nennen kann. Im Kreisrund, wenn sich alles zusammenfügt und die jeweiligen Einfärbungen sich als Verwaschungen zeigen.
Die "Linksautonomen", die nicht weit entfernt von den "Rechtsautonomen" herumstehen und umgekehrt. Im Kreis sind sie sich nahe wie nichts. Kann der eine direkt zum zweiten hinüberhüpfen, total beliebig.
Das "kommunistische" System in Nordkorea, das in der Gegenwart ständig medial ins Bewußtsein gerät, kann man auf alle Fälle ebenfalls durchaus "faschistisch" nennen. Es hat auch alles, was ein faschistisches Regime benötigt. Es benennt sich dabei lediglich "links", kommunistisch. Schwer zu sagen, wo hier momentan die Unterschiede wären, kommunistisch, faschistisch. Die Staatsmacht möchte Fessel sein, sonst nichts.
------