Als räumliche Möglichkeit: das "Nichts"
Schwer zu überblicken, was das ist.
Jetzt scheint es in den "Großer Bruder"-Sendungen immer mehr an gewissen Härten zu geben. Ganz Hartes, das den Veranstaltern einfällt. Das sie in die Tat umsetzen.
Verschiedene Bereiche, "arm", "reich", daß SIE dazu "hinauf", "hinunter" sagen. Und jetzt noch einer dazu, der insbesondere "Nichts" heißt, zu dem es "hinabgeht".
Dieses "Nichts". Fast ein Haftbereich, in dem man nichts hat, als eine leere Räumlichkeit und sich selbst.
Es heißt, jemand wird ins "Nichts" geschickt. Wechselt also stundenlang in die tristeste Leere, als wäre echter Knast mit der Bestrafung Isolationshaft. In Haft wird einem das lediglich klarer ausgedrückt.
So richtig prominent ist in der Jahr-'17-Ausgabe dieses Formats mal nicht jeder. Die wahre oder auch die nur unbestimmt bessere Prominenz, die überläßt die Geschichte scheinbar anderen. Obwohl es Geld dafür gibt.
Daß es beinahe wirkt, die, die dort reingegangen sind, die haben vielleicht was nötiger als üblich. Daß sie so Aufmerksamkeit erregen MÜSSEN.
Eine Karriere ziemlich mit Haltesignalen versehen oder so.
Daß man sich sogar auf diese Art Verträge wie DIE einläßt. Die Terminansagen von denen. Über mehrere Monate hinweg Verpflichtungen.
Schon lustig, letztes Jahr waren die Damen auch so vorschnell nackt, die ersten Tage.
Beinahe unvorbereitet wird das geneigte Publikum mit ihrer Nacktheit konfrontiert. Die nebenher wenig Erotisches hat, eben Männer, Frauen ohne Kleid. Sonst kaum ein Bezug zu irgendwas, außer daß die Damenwelt denkt, man würde das auf der Stelle sehen wollen: alles von ihnen. Selbst gespreizte Beine.
Es lassen sich welche innerhalb kürzester Zeit überdies so richtig gehen. Scheinen zugedröhnt mit Alkohol. Als würden nicht Millionen dem Unterhaltungsformat doch noch zuschauen. Daß man sich bei dem Ganzen fragt, was hat man am Ende davon, diese Art Aufmerksamkeit gehabt zu haben. Wenn man sich unbedacht irgendwie aufführt.
Könnt's nicht sein, daß man sich dann später für was anderes vorstellen möchte, erwähnt, man war dort und dort dabei. Und derjenige sagt: "Aha! Stimmt. Eigentlich hab ich's auch dann und wann gesehen. Was mitgekriegt. Dacht mir doch, das warst du. Wußt's nur nicht mehr so genau. Jetzt aber, wo du's selber sagst."
Jemand anderer wird genommen. Ohne Nennung von Gründen. Man geht wieder raus, ohne die nächste Beschäftigung.
Bei der letztjährigen Session war das gesamte Bild tatsächlich ähnlich in der Dramaturgie: Erst viel nackte Haut. Dann das Streitpotential der Leute. Spöttisch, intrigant, daß sich der eine oder andre darbot.
Daß man sich fragen konnte: Wie geht was weiter? Was kommt als nächstes? Was ist die Steigerung? Die nächstfolgende Eskalationsstufe?
Etwa die, daß man sich ungehemmt an die Gurgel geht?
Ernsthaft. Mit irgendeinem schnell greifbaren Instrument in der Hand, um mit ihm im Zorn ziemlichen Schaden anzurichten.
Bei der letzten Ausgabe des Sendungsformats wurde jemand rasch entfernt, herausgenommen aus dem Szenenbild. Ehe die Geschichte größer eskalieren konnte.
Ehrlich, dort reingehen ... ? Die Kameravollüberwachung zu geschwind zu vergessen ...?
Wie es aussieht, sahen die, die nicht reingingen, das Gesamte vollkommen richtig: Sie konnten darauf verzichten. Mußten nicht dorthin.
Nicht ein einziger Vorteil, den sie blickten. Darin, vor der Welt und am Ende vor sich selber entblößt zu werden.
Muß nicht sein, mit den eigenen Verhaltensweisen auf einer Endlosschiene konfrontiert zu werden. Ob man bei was nun betrunken war oder nicht.
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