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Blog von TeddeMehr

Das Großverliererwesen treibt ewiggestrig um

1. August 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Die Ewiggestrigen, die schein-anständig den Bürger von nebenan mimen, erholen sich anscheinend im Augenblick von ihrem Stimmungstief, in dem man sie bei den Wahlprognosen ein Weilchen sehen konnte.

Da gibt es auffällige, medial mitgeteilte Momente, daß sie auch von den Schnittmengen sprechen, die es mit den Normal-Konservativen in den Landesparlamenten gibt. Daß sie mit denen mitstimmen. Regen die sich auf, regen sie sich sofort mit auf. Mindestens genauso.

Praktisch war nebenher mitzukriegen, daß sie, die Mitglieder dieser einen Partei, die es eigentlich erst seit kurzem gibt, auch bei den Normalparteien einfach kopieren. Abschreiben bei denen, bei denen sie dazwischen mit ihren Blinzelaugen so wie die Netten rumstehen, ganz, als wären sie nicht was anderes als sie.

Teilweise auch zu sehen, daß es da Parteimitglieder bei ihnen gibt, die früher einer anderen Partei angehörten. Von daher kennt man sich bestens. Nachdem man schon mal "Kollege" war, auch "Fraktionsmitglied".

Man siehe, man sollte das verstehen: Daher hat man ein gutes, kollegiales Verhältnis miteinander. Bloß, daß man selber woanders dazugehört. Einzig, nicht so schlimm.

Die kommen aus dem etwas tieferen Umfrageloch, jetzt anscheinend. Die von vorgestern, die sich mit den Verhältnissen der Gegenwart maskieren. Die Revanchisten, die eigentlich eine andere Daseinswelt wollen, als die jetzige. Auch vielleicht mehr oder weniger bald einen Despoten-Staat für die deutsche Europaregion. Einen Staat, in dem endlich wieder einer durchgreift, weil wenig daneben noch was gilt.

Man muß DIE schon richtig verstehen. Wer oder was DIE sind.

Unzweideutig klar dabei, in welche Zeiten sie sich zurückwünschen. Wofür sie einiges anstellen, das zu bewerkstelligen. Nichts dafür ist ihnen zu billig. Keine geäußerte Ignoranz, Intoleranz. Nichts an Blendwerk, Fälschung.

Ja, wenn das geneigte Publikum nicht mehr mitkriegt, was für Inhalte es da hört. Weil die Sachverhalte geradezu lange Teil von dem Denken von ihm selber sind. Dann ...

Dann wird es möglich, in die Dreißiger Jahre zurückkommen zu können. Als der mit dem Bärtchen sein "Ermächtigungsgesetz" kriegte. 

Die Gegenwärtigen dabei lediglich mit ein paar heute bis dato unbekannten, unverbrauchten Gesichtern, frischen Larven eben. Alle bereits besser gekleidet, anständig im Anscheine, parfümiert, welche, die nicht größer an die von ehedem erinnern wollen. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit, höchstens hinter vorgehaltener Hand. Dann, daß sie die Maske von irgendwoher hervorbringen, aufsetzen. Sich mit ihr sehen lassen. Wenn sie unter Freunden sind, Kameraden.

Der Auftrieb bei denen ist also erneuert größer. Ihre Stimmen werden aufs neue deutlicher, klarer im Land. Aus dem trüben Wasser steigen sie höher, wollen rausgefischt werden.

Wobei das "Identitäre" anscheinend hervorgehoben angefragt ist. Dazu die vorschnelle Denke. Der Mangel an Überlegung. Das, was sich mit all der Täuschung und dem Trug bei ihnen findet. Solchem Horizont geben sie den Vorzug. Was sich profaner mit "Lüge" übersetzt. Tja, jede Lüge kann auch einen kleinen Kern Wahrheit enthalten, jede Falschheit.

Bei ihnen wird es scheinbar manchem geradezu leichter ums Herz. Die Möglichkeit, wenn einer von ihnen spricht, ist die schlimme Vergangenheit nicht länger so böse, lastet weniger auf dem Herzen.

Da könnt's noch ein paar Zahlen geben, Prozente von was, die man weg- oder aufrechnen könnte. In der Weise wird da gesprochen, mit wegwerfender Handbewegung, der des "Nachgeborenen", der damals sicher nicht dabei war.

Ob ich mir dort aber bei jenen irgendeine Erleichterung suchen werde? Daß mir, wenn ich in die Vergangenheitswelt vor Adenauer, Erhard blicke, was leichter werden müßte, meine Vorväter und -mütter anbetreffend? Aber sicher, auch die Mutti von damals hatte ihre geistige Infiltrierung; der zu entkommen, bekommt man immer nur eins aufgetischt, eine Schwierigkeit.

Tja, Opa hat gemordet. Daran gibt's kein Deuteln, was der gemacht hat. Für wen der gegangen ist. Eine Schande war und ist es im nachhinein.

Wem die meisten in der alten Ära gefolgt sind, als sie jung waren. Erst die Alliierten schafften es, die Verblendung wegzunehmen, die Schale zu knacken. Unzweideutig mitzuteilen.

He, bis heute konnten die mit ihren vielen Parteien - dutzenden bis in die Jetztzeit, mit denen sie in neue Sphären aufsteigen wollten - in der deutschen Demokratie nicht so recht Fuß fassen. Seit damals suchen sie den Schlüssel, Wiederkehr halten zu können, die Nachgänger, die es immer irgendwo gibt.

Jahrzehnte sind vergangen, seit fünfundvierzig. Nur, jetzt in zweiten Jahrzehnt nach Millenium - schaffen es neuerlich Bestimmte von dort, aufs neue größer zu blenden. Sehen für sich das Prachtfell nahe, sich auf es draufzuflözen. Ihr Verliererwesen voranzubringen. Neu großmächtig, aufgeblasen irgendwann zu verlieren. Sobald das mit dem Gewinnen plötzlich bei ihnen vergangen ist. Sobald sich der Moment einstellt, daß sie nicht länger was gewinnen. Sondern nur noch ihr reifes Verliererwesen kaschieren. Wie sie es in den vierziger Jahren unternahmen, sich der Tage erfreuend, die sie glücklich im Bunker lebten, währenddessen anderswo Kinder, Jugendliche für sie starben. Daß das mit dem Krieg noch ein wenig weiterginge; jeder Moment war wertvoll. Der "Führer" hatte zuletzt noch kleinbürgerlich geheiratet, eine Blonde.

 

 

 

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