Was Neues, das auf Halde steht
Mann, Mann, was, das zum Heulen sein soll: flenn doch!
Fahrzeuge im Wert von mehreren Milliarden Dingdongs stehen bei Vertragshändlern oder so auf Halde. Neuwertige oder ein klein wenig gebrauchte Kisten. Abhol- und fahrbereit. Über Jahre hinweg wär mit denen zu reisen..
Alles Fahrgeschäfte, die fast mit jeder Stunde ein wenig mehr an Wert verlieren. Man müßte fast was für sie unternehmen.
Heul. Seufz. Weil es doch eigentlich jede Menge Volk gäbe, die all die Diesel gerne kaufen würden. Die Kaufwilligen dafür, die geradezu umgehen.
Nur ... Nur, weil ... Sie wüßten alle eben gerne Bescheid: kaufen sie sich was, was auch "neu" ist. Schließlich, Überraschung: es könnt Fahrverbot sein. Schreckliches Fahrverbot. Daß man bald nur noch eins damit tun kann, mit den Diesel, "Benzinern": die Garage mit füllen. Und das, auch wenn die die gerne gewählt werden würden, reden, es gäbe mit ihnen keine Fahrverbote. Es ist nur so, die Dinger machen trotzdem schlechte Luft. Am Schluß, fahren sie so richtig rum, ist eben Smog.
Trotz so des letzten "Software-updates". Ein "update", das tatsächlich kaum für irgendwas einigermaßen hinreicht. Es müßten viel zu viele daheimbleiben. Hat man das mit der geringeren Feinstaubbelastung und so auch nur ein wenig ernsthafter im Sinn. Schließlich atmet man doch selber noch ein bißchen Luft, möchte die nicht ewig mit Schadstoffen belastet sehen, bei der eigenen Daueratmung. Die höchstens mit dem Tod aufhören kann.
Oder möchte man doch lieber am Dieseldampf irgendwann ersticken? Tatsächlich, man weiß wirklich nicht so genau weiß, wo all die schlimmen Werte nur herkommen. Vielleicht liegt's dran, daß Leute die messen? An der Karre kann's nicht liegen, oder? Die fährt! Mit der fährt man rum. Hat öfters Stau, weil andere auch rumfahren. Und es heißt, wenn man die und die wählt, kommt sicher kein Fahrverbot. Mit ihnen läßt sich kein Fahrverbot machen. Und wenn man nur wieder ein wenig wegschaut, dann ist's die nächsten Jahre doch wieder wie eh und je. Ohne Elektroautos, dem allem. Auch mit Wasserstoff könnt man ja fahren. Methan ist auch eine Möglichkeit, würd man sich damit intensiver beschäftigen wollen ... Nur, wenn alles ist, wie sonst immer. Was kümmert einen das?
Tja. Gesagt wird einem dahingehend nicht so sehr viel, ob man sich was Neues, Glänzendes nun neuwertig kauft. Fürs eigene Museum. Die heimische Vitrine. So hat ein Diesel mal ausgesehen. Jetzt hat man ihn in der Garage. Tag für Tag. Ewig.
Der Diesel, der ist scheint's im Grunde tot, nur möchte man dieses Ableben nicht offiziell verkünden. Sondern beatmet das Tote weiter. Weiter und weiter: lebenserhaltende Maßnahmen. Weil man sich so komische Sorgen macht, von wegen einer Industrie, die sich kaum weiter- und voranentwickeln konnte: Die am liebsten alles einfach wie gehabt an die Leute verkauft hätte. Letztes Jahrhundert, bis in alle Ewigkeit das von Vorgestern. Mit Zahlendrehern für die Meßidioten. Ö, "Umwelt". Dumme Umwelt! Oberdoofe Umweltgedanken, wer braucht denn so was? Im Ernst? Fürs Fahren braucht's keine "Umwelt", nichts.
Die Leute möchten aber leider real doch was davon erfahren, ob sie die Auto, die sie noch kaufen dürfen. Ob die ...? Ob das Fahren mit ihnen demnächst nicht doch verboten ist. Nicht? Von den Autokonzernen ist außerdem zu erfahren, daß sie an so der "Hardware" keine Veränderungen mehr vornehmen wollen. Was heißt das aber hier? Daß sie doch ein Alternativ-Fahrgeschäft bereithaben, es massentauglich rasch auf den Markt werfen wollen? Aller Kummerworte widersprechend. Deswegen auch keine langwierigen Neuentwicklungen am alten Zeug mehr ...?
Eine deutsche Konzernfirma etwa zeigte sich ja unvermittelt schon so: Hat da ratzifatzi was im Top-Segment fahrbereit. Anscheinend sogar blitzschnell in vorderster Front aufstellbar. Stellt es statt seiner "Benziner", Diesel in erster Linie in das Schaufenster. Bieten den alten Rest nur noch schnell beiläufig mit an: "Tja, das könnt IHR immer noch auch kaufen. Wenn ihr den Wunsch habt. Aber das dort, das haben wir jetzt auch ... Kostet nur unwesentlich mehr. Und eine eigene Ladestation - schon an die gedacht? Leistet ihr euch DAS dort, könnt ihr euch auch das leisten. Ist nicht ganz so viel Aufpreis, wie ihr meint."
Sieht, nebenbei gesagt, beinahe vernünftig aus, das fahrtüchtige Teil.
Reden SIE also selber längst davon: die Diesel, "Benziner", die sind tot? Sie wissen es nur nicht, wie sie es einem sagen können? Wie es der Welt am besten zu vermitteln wäre? "Hau weg den alten Schrott! Allzu lange fährt das nicht weiter, darfst du ruhig glauben. Gleichgültig, was heute gesagt wird. Natürlich, kaufen darfst du das Alte trotzdem immer noch. Gibt ja auch 'Oldtimer'. Und hast du Garagenstellplätze frei ... Wir haben das auch für das alte Benzin-, Dieselsegment. Sogar noch mehr davon. Gut gefahren ist man damit immer, nicht?"
Oder - was? Was ist hier los?
Dann wäre das mit diesen Dieseln, die da bei den Händlern in großer Zahl rumstehen, ja fast exklusiv was für die Schrottpresse. Mit all dem Hochglanz und auch ganz neu ab Werk. Du kaufst, und fährst in ein, zwei, drei Jahren damit Richtung Schrotthändler. Oder hebst dir alles in der Garage auf.
Restlos dafür. Noch kurz den Moment, ein paar Jahre, für die Schrottwalze gebaut und ausgeliefert. Könnt blitzartig die Möglichkeit sein.
"Es tut uns ja sehr leid. Es hätte doch auch so weitergehen können. Alles wie gehabt. Oder? Oder nicht? Aber, so sind nun mal die heutigen Entwicklungen. Mußte ja mal kommen. Damit hätte man aber auch mal rechnen müssen. Alles hat sich plötzlich restlos geändert. Tschuldigung. Tschuldigung. Hätten es vielleicht schon eher hier rüberbringen müssen. Nur, wir dachten eben auch ... Wegen den Politikern, die wir kennen ... Wie ihr das gedacht habt, nicht? Daß ... Bitte, bitte, das ist eben eine kurze Krise. Aber jede Krise ... Jede Krise hat auch ihr Gutes. Auch mit dieser Krise werdet ihr fertigwerden. Seht das positiv. Ihr könnt vielleicht ja noch dies und das nach China verschiffen. Oder die Russen ... Oder nach irgendwohin, wo man sich noch ganz besonders drüber freut. He, Nordkorea - wäre das keine Idee? Relativ saubere Luft dort immer noch. Die in Nordkorea würden sich einhundertprozentig freuen ... Die fahren alle noch nicht so viel Auto. Eher mit dem Rad."
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