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Blog von TeddeMehr

Die Labortüre weit offen (Größte Experimentierfreude)

22. September 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Zwei neue Parteien im nächsten Bundestag, die dazuzukommen scheinen. Wie das Zubereiten von aufgefundenen Mai-Rißpilzen im September.

Nichts mit den fünf Prozent für DIE. Daß sie drunter wären. Nicht das bißchen die Rede.

Zwei unübersichtlichste Parteien. Insbesondere jedoch die eine Parteineugründung. Die weiß sogar nur ungefähr darüber Bescheid, daß es da eine Fünf-Prozent-Hürde überhaupt gibt. Ungeheuerlicherweise

Dabei hätten die Vorväter, die das Grundgesetz und das schufen, was heute seit fünfundvierzig besteht, besonders an solche gedacht. Und das, daß sich so ein Parlament nicht all zu sehr zerspilttert. Daß da durchaus, anders wie in der "Weimarer Republik", doch eine Hürde davorzusein hätte, die nicht jeder einfach, locker nehmen kann: die Fünf-Prozent-Marke.

Aus dem Stand allerdings springen da die mit dem schönen Wort "alternativ" in Namen ganz schön hoch. Und das, was für DIE "alternativ" ist, wird man denn auch im neuen Bundestag hallend vernehmen können. Nachdem dort zwei Parteien neu Einzug halten, die im letzten so überhaupt keine Rolle spielten. Höchstens als Geschrei, das man gehört hat..

Und ein neues Großexperiment wird es zusammen mit diesem Parteiendoppel nun ebenfalls geben. Die Labortür steht jedenfalls sperrangelweit auf. Irgendwer hat sie aufgesperrt. Für jede Menge zukünftiger Einzelxperimente. Die vielleicht überhaupt niemand bräuchte, weil ohnehin jedes experimentelle Ergebnis bekannt ist.

Eine gewaltige Freude, herumzuexperimentieren, ganz erz- und wertkonservativ, wird an den Tag gelegt. Die diesem Demnächst-Parlament im Heute bei all der drögen Gähnerei, vorgegebener Ereignislosigkeit in der eigenen Langweiligkeit derzeit abgesprochen wird, wenn irgendwer das anspricht, daß die Deutschregionalen in schwieriger Zeit doch keine Experimente gebrauchen könnten. Sich ähnliches nicht im mindesten wünschten. Dabei soll das ein gewaltiges Projekt werden, eine an den Tag gelegte einzige Experimentierfreude, schaut einer nur kurz genauer Richtung regelrechtem Laborkomplex mit seinen Türumrissen. Lange bereits eine Großbaustelle.

Geradezu im gigantischen Maßstab wird im nächsten deutschregionalen Bundestag herumexperimentiert werden. Das Parlamentslabor, ganz groß. Der Wahnsinn.

Das Experiment verdeutlicht sich mit Sicherheit mit gewissen Debattierbeiträgen, der Möglichkeit von Krawallen, wie sie seit Jahrzehnten kein deutschregionales Parlament mehr in der Art gesehen und hat. Unerhörtes will und wird sich vorzeigen, in einem ungebremsten Experimentierspaß. Szenen, die an wie Dinge aus einem Boxfilm erinnern, könnten aufscheinen. Oder wie von einer Sportübertragung. Wenn einzelne Spieler Rudelbildung haben. Sich schubsen. Ringereinlagen versuchen und das. Was eben möglich ist.

Am Spielfeld hat man einen Schiedsrichter, der gelbe, rote Karten sehen läßt. Eines Parlaments könnte man auch des öfteren verwiesen werden. Oder es gibt ab und an gar den Auszug der einen oder andern Partei, aus Protest, Empörung. Schlagzeilenträchtig. Die Tour, wie Bestimmte heute schon aus einem Fernsehstudio davongelaufen sind. Geplant oder spontan, ganz egal. Später wird man sich vor Medien äußern. Die die Nachricht verbreiten sollen, was der eigentliche Sinn des Spaßes gewesen wäre. Jedenfalls vor allen Dingen eins: Aufmerksamkeit.

Auf alle Fälle, nebenbei erwähnt, hat so ein wuchtiges Großexperiment während einer Vergangenheitsära bereits mal stattgefunden. Länger her. Denen, die sich damals "Reichsbürger" nennen konnten, ist die "Bespaßung" im Laboratorium nicht gut bekommen. Großflächig flog alles und jedem das "Großreich"-Labor um die Ohren. Daß es schwer war, davonzukommen.

Da hatte man das Tor zu einer Laborwelt auch weit offen stehen, als noch "Weimarer Republik" war. Uneinsichtig war man, ließ sich täuschen, hertricksen, sah bei der experimentellen Bespaßung das eine oder andere, nur nicht DAS, das, was SIE waren. Ein Breitbärtchen konnte man in der Folge als "Führer" blicken. Der war was ganz anderes als so was die, die mit der "Weimarer Republik" vergingen. Nur, als das mit dem "Dritten Reich" vorbeiging, war man späterhin auch ganz was anderes. Es war eben Experiment gewesen.

Manchmal konnten einige geradezu von Glück reden. Wenn man sich wehren konnte, gegen die Fragen, die einem im Laufe der Nachkriegszeit gestellt werden konnten. Vor allem, wollte man was Größeres, damals.

Die Tagesabläufe nach dem zweiten Weltkrieg. Eine Schauspielerin, die vor kurzem mit weit über neunzig verstarb, mußte sich als eine, die sich ans Theater wünschte, einem ausführlichen Fragebogen stellen. Ziemlich umfänglich, das, was sie an Einzelfragen zu beantworten hatte. Daß sie während den Nachkriegstagen bald wieder ihrem Schauspielberuf wo auf einer Bühne nachkommen durfte.

Weil sie anscheinend doch die war, die dieses "Ja", "Nein", mit dem sie die Fragestellungen beantwortete, deshalb gestattete man ihn ihr, den Bühnensteg.

Allem Anscheine nach war auch im Nachlauf nicht sonderlich auf sie zurückzukommen. Andere, der Bevölkerung trautere Gesichter, hatten da dagegen erst mal Haft. Auch für ein paar Jahre, zu denen sich Einzeltage ansammelten.

Wirklich: Sie sprechen, es soll in der gegenwärtigen Zeit, bei dem, was derzeit auf der Welt los ist, besser in der deutschen Europaregionalität keine Experimente geben. Interesse: das gewohnte Machtgestühl, in dem man sich eingesessen hat. Dabei steht dort in ihrer Nähe eine Labortür für jede Menge irrster, tollster Experimente ganz weit offen. Umtriebiges Volk möchte reinmarschieren in die Laborräumlichkeiten, gewichtig, vor allem wichtigtuerisch, rumexperimentieren. Tatsache, als wär da irgendwas Bedeutenderes zu entdecken, was man nicht aus der Vergangenheit längst wüßte, daß DAS mit dem Dauerexperimentieren mit irgendwas zu rechtfertigen wäre.

 

 

 

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