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Blog von TeddeMehr

Es war mal ein Vorwahl-Tag (Le freak, le chic)

24. September 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Tatsächlich, es ist Herbst, Herbst im Jahr '17 nach dem Millenium.

Die Zeit der Pilzsucher. Obwohl man noch wissen sollte, daß Pilze Radioaktivität speichern. Und vor Jahr und Tag, heute wieder ein wenig länger her, war schon mal was.

Was mit einer gefährlichen Strahlungswolke, die sich großflächig, grenzenlos über Orte verbreitet hat. Und der Reaktor hat dann ein Weilchen noch weiter abgestrahlt. Bis man ihn abgedeckt hatte.

Besonders Wildschweinfleisch wird einem weiterhin als möglicherweise bedenklich genannt. Ebenso Pilze. Auch Spinat. Bei anderem muß man eben sehen, wie das so ist. Müßte man vielleicht einen Geigerzähler daheimhaben, selber zu prüfen, eigene Schlüsse zu ziehen, wenn einem die Grenzwerte nicht recht passen, was noch unbedenklich sein soll, was nicht.

Überdies ist da jetzt ein Wahltag, der unmittelbar bevorsteht. Beinahe eine Art Verstrahlung, die der am Ende andeuten könnte. Zumindest lädt man sich was auf. Eine ziemlich rechte Last. Sieht zumindest nichts als ziemlich dichten Londoner Nebel, selbst bei klarem Umriß. Es gab dabei mal einen in London, der hat  richtig Opfer gefordert.

So Leute sind anscheinend die Tage geradezu versessen darauf, Unerhörtes in die Höhe hieven zu wollen. Extra frisch, daß man einen Personenkreis mit Handreichungen diente, beim Einkleiden half, beim Parfümieren, daß ja keinem rundherum was Duft allzu rasch in das feine Näschen stiege.

Hat man ja allzu lange nicht mehr so umfänglich gehabt, DAS. So was aus dem tiefsten Hinterwald von Vorvorgestern. In den hinein man es vertrieben hatte. Scheinbar hatte es dort keine Ruhe und kein Bleiben, bei ihm mußte befreundet getan werden.

So was vielleicht, weil es sich ebenso aus dem Konservativen, dem Spießbürger, dem scheinbar Anständigen gebiert. Jedoch seine Mißgeburt sozusagen ist. Auf Englisch: "freak". Der "freak", den man nun seit einiger Zeit vermehrt auftreten läßt. "Le freak, le chic". Als wär der ganz was Harmloses, hätte was von einem mit gewöhnlichen Kleinbürgerinteressen. Wäre der beste Freund des treuherzig blickenden Fahnenschwingers.

Es ist geradezu die ordinärste Bürgerfratze, das vorschnell ans Tageslicht beförderte Vorurteil bei einem Neidgedanken, das Ressentiment von dem, der meint, daß er zuerst da war, deswegen, als solcher, von Haus aus alle Rechte hätte. Daß Gesetze für ihn im Grunde eigentlich gleicher sein müßten als für andere. Auch Blut und Rasse, diesen Schmu nimmt er gerne.

Das ist auch ungefähr das, das sich einem zeigt, je weiter nach draußen rechts man rausgeht. Das Vorvorgestrige. Ewiggestrige. Das des chauvinistischen Revanchisten.

Und um das hat man sich bekümmert, es aufgepeppelt. Wohl, daß es demnächst noch stärker wiederkehren könnte. Bei all der erfrischten Larve. Das aus dem Gestern bei einem jugendlicheren Antlitz. Das sich als solches gerne wieder dumpf drüberstülpen würde über einen mit seinem unerhörten Geist.

Einem neu verfertigten Ungeist. Einer, der es nicht mag, daß man ihn als das ALTE sieht. Gar das in ihm entdeckt. Als was Neues, Nachgeborenes möchte es viel lieber betrachtet werden. Das, was für Gestriges, dem von ehedem her, doch nichts was kann.

Einzig und allene: der Erbnehmer. Wenn wer was Erbe nimmt. Wie ist das dann mit ihm aber? Kann der noch so locker abstreiten, wenn er eine Erbschaft nachdenklich überblickt hat, das dann als erträglich und hinzunehmen empfand. Daß man sie sich allem schließlich umfänglich annahm. Daß man auf ihn als den mit der Erbschaft deuten könnte.

Das Beste, was aus einem anständigen, bornierten Kleinbürger herauszuholen ist, das sind SIE. Wenn all die Vorurteile, all das aus der miefigen Biederkeit, Bürgerängsten und das so umfänglich aufgepolstert wird. Der böse Muff, der staubig hochsteigt. Hatt man da nicht Nieser gehört, als man noch empfänglicher für Geräusch von dort war? Da hatte wer noch kurz geniest, nicht?

Stimmt, wenn keiner mehr viel von was in der Wahrnehmung hat, weil er sich dem schon regelrecht angepaßt hat. Wie die schleichende Abstumpfung während dem Zeitalter vor Anno dreiunddreißig. Bis man es sich zu Eigen gemacht hatte. Derart, daß im Grunde viel zuviel einem gesagt worden war. Und trotzdem, trotzdem. Obwohl man lediglich so ein nichtsnutziges Kreuzchen dort nicht zu malen hätte brauchen. Damals schon. Der Wahlgang im Jahre dreiunddreißig.

Im Heute quasi der ersehnte Nachwuchs der Alten zu sein ...? Die Brut, an der ER sich erfreut hätte. An die ER bei SEINEN Weibern dachte. Wofür er sie bei allem Übel sonst nahezu außen vor ließ, die Kinderwagenschieberin, Hausfrau, Mutter. Die, die sich um ihr Kind sorgt.

Gedauert hat's nichtsdestotrotz, Generationen. Unmittelbar konnt da nichts so recht wiederkehren. Nachdem da die Augen geöffnet worden waren. Es wie Schuppen von den Augen abgefallen war, wem man da in Wahrheit aufgesessen war. Jemandem, schlimmer als jeder Feind.

Die Erkenntnis hatte man. Damals. Aber eben lange, lange her.

Wie oft wollten SIE es denn bereits versuchen? Praktisch alle paar Jahre mit einer Neupartei. Und heutzutage nennen sich dort vor allen Dingen "neu", "alternativ", "alternative Rechte". Präsentieren ihre jungen Gesichter. Bei ein paar alten, knöchern steinalten.  Als wären sie nicht DAS, erscheinen SIE am allerliebsten. Nicht das, was damals "Faschismus" hieß. "Nationalsozialismus". Der eine mit dem Breitbärtchen war die Nummer eins der "Nationalsozialisten". Der Italiener, der als Despot nach bester Despotenart gerne modern baute, wie der erstere, der deutschsprachig war, seinen Leib- und Magenarchitekten hatte, benannte sich selber als "Faschist".

Das Wort "alternativ", das scheint bei ihnen ganz besonders gut zu kommen. Das Alternativbefreite, das kann dir demnach also auch zu einer Alternative werden. Wenn du dann rübermachst, und so was wie die als "Alternative" dort in der Gegend siehst.

Das wird was werden am Sonntagabend. Fast was, wie die grinsen, als könnt man eine feiernde Menge nicht sitzenlassen. Müßt auch auf ein Volksfest, nicht wahr? Bloß, weil's ein paar mehr sind, die vorgeben, sie vertrügen all die Literhumpen wie nichts. Man nicht sieht sie durchaus weniger, wie sie dann aussehen, wenn sie weggehen. Wie sie sich nicht mehr auskennen. Sich verhalten. Fast wie Gestalten aus einem gräßlichen Zombiefilm. Den jeder sich sicher auch viel lieber in einem gemütlichen Sessel ansieht, ohne am Ende mitten in so einer Szene dabeisein zu müssen.

 

 

 

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