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Blog von TeddeMehr

Grimas Zunge

14. September 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Die Stimme Grimas zu hören ...

Es brauchte für den König des Reitervolkes eine Erweckung, ein Zusichkommen, um sich am Schluß wieder selber zu erkennen. Das, wie was war. Was aus den Ratschlägen seines Ratgebers für sein Volk und für ihn selbst entstand. Das zu sehen, daß es fast schon Grima war, der über das Volk herrschte. Nicht mehr er, der König.

Quasi, Grima mußte im Angesicht des Herrschers von Neuankömmlingen entdeckt und demaskiert werden. Daß die Falschheit Grimas geblickt wurde.

Was auch gegenwärtig auf vielfache Weise nötig wäre. Daß Bestimmte hinter ihrer Maske des Anständigen zum Vorschein kämen. Daß man das sehen könnte, was sich hinter drängelnden Worten wirklich verbirgt. Das, was dir so eine eindringliche Stimme so schein-vernünftig in Wahrheit erzählt. Daß die Frage zurückkehrt, ob du selber davon was wirklich für dich haben möchtest.

Schließlich, nicht der Erfolg so eines Grimas: daß du dich selbst anders als sonst wahrnimmst. Daß du etwa eine Ware, die er dir beispielsweise anpreist, als das siehst, was sie ist: viel zu teuer.

Du sollst im Moment gefangensein, was kaufen. Ob du was brauchst oder nicht. Ob dir später irgendwann mal was aufgeht, du drüber Bescheid weißt, daß du Zeug woanders billiger oder dort sogar bessere Sachen kriegen hättest können, für den Verkäufer geradezu ohne Belang, unwichtig. Möglicherweise erkennst du im nachhinein und viel zu spät, daß du nichts Gutes davon hattest. Von einem Vertragsabschluß.

So könnt man selbst das mit einer Wahlstimme sehen. Du wählst, gibst eine Stimme für jemanden ab. Nur, ob dich das dann zukünftig mal reut, daß du so und so gewählt hast ... Du hast trotzdem nicht großartig nachgedacht, was Ware abgekauft, sie dir nochgerade zugelegt. Und daß du eigentlich eher Schaden um Schaden davon mitkriegst, das hättest du durchaus zuvor übersehen müssen. Ehe du einer unter vielen wurdest, denen geblendet der rechte Überblick verlorgenging. Daß es eventuell besser gewesen wäre, wo nicht anzukreuzen.

Späterhin hilft da nicht mehr unbedingt viel was. Zum Beispiel nach der Wahl Anno dreiunddreißig. Als sie sich und ihre neue Verfassung staatstragend gemacht hatten - was interessierte sie da eigentlich die Frage nach ihrer Beliebtheit? Höchstens, daß sie da was zur Kenntnis nahmen. Beispielsweise, daß ein paar Leute mehr plötzlich doch noch was begriffen.

Einzig und alleine, das Begreifen nach dem Jahre dreiunddreißig ... Eine gefährliche Sache. Bei all den Lagern a la Dachau, die überall im deutschen Land eröffneten.

Wie Pilze, daß das Dachauartige aus dem Boden schoß. Lagerplätze, nach denen sie lastwägenflächenweise Leute verbrachten. Erst mal die, die sie schon vor der Machtübernahme glasklar als ihre Gegner, Feinde ausmachen konnten. Das waren damals zunächst mal die Sozialdemokraten und die weiter links draußen, die "Kommunisten", die eigentlich ein ähnliches Verhalten wie die "Nationalsozialisten" gehabt hatten mit ihren Schlägertrupps, all das.

Nur damit nicht die Wahlsieger waren. Am Ende.

Dachau und all die ungezählten restlichen Örtlichkeiten füllten sich rasch.

DAS war ziemlich der Anbeginn. Noch ehe das mit den rassistischen Progromen ausführlicher zum Vorschein kam. Mit der rassistischen Denke, daß die "Nationalsozialisten" späterdings fortsetzten. Das, Ladengeschäfte mit ihren intoleranten Parolen mit Rassehintergrund zu beschmieren. Bücher verbrannten sie dabei, überlegt man es sich, auch bereits reichlich früh das erstemal. Später weniger, weil sie die Kunstszene, Film, Funk, Fernsehen unter Kontrolle kriegten. Indem sie sich etwa um "entartete Kunst" und derartiges kümmerten.

Noch mal: Als erstes gingen die Sozialdemokraten und dergleichen Widerständler, Andersdenkende, in so diese Sammellager. Sämtliche staatlichen Institutionen "säuberten" sie. Spurlos verschwinden konnte man regelrecht als deutscher Reichsbürger. Bis heute gibt es Verschwundene von damals. Niemals, daß ihr weiterer Verbleib herauszufinden war.

Das war ihr allererstes Sinnen. Nach ihrer Machtergreifung. Nachdem sie die "Weimarer Republik" abgeschafft und den Staat mit seinen verschiedenen Institutionen gleichschalten hatten können.

Das alles, das konnte kommen, weil hier Leute bei einer Wahl was in hoher Zahl ankreuzten. Bei IHNEN hatten sie Kreuzchen gemacht. Vermehrt angekreuzt, daß DIE die stärkste Kraft im Staate werden konnten.

Aber klar, so stark, alles sofort haben zu können, waren SIE deswegen nicht. Es mußte IHNEN eine Sekunde tatsächlich ausgeholfen werden. Von anderen Parteien. Daß IHR Wille geschehe, sich als Staatsfeind der Weimarer Republik verfassungsgemäß gestalterisch machen zu können.

Verschiedene Seilschaften hatten sie im Jahre dreiunddreißig noch nötig. Das anderer Parteien, deren Horizont ihr Geist zersetzen hatte können. Nicht wenige, die wie SIE daherkamen, sich mit IHNEN gleichmachten, für Wählerstimmen. Weil DAS so erfolgreich war.

So eine Wahlstimme, sie also bei den Falschen abzugeben ... Auf eine unverantwortliche Weise, nicht wahr? Dabei wäre alles so einfach gewesen: nur nicht dort bei DENEN ankreuzen.

Aber Grima zu vernehmen. Grimas Worte nicht erkennen, selbst wenn Grima sie lange grobschlächtig ordinär daherredete. Jegliches glasklar auseinandersetzte. Unzweideutig.

Wenn dir längst richtiggehend unverhohlen gesagt wird, wie was sein würde.

Mit dem Unverhohlenen ist Grimas Zunge wirklich erst groß. Darin hat jeder Grima seine Erfüllung.

 

 

 

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