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Blog von TeddeMehr

Ein unausstehliches Nachfolgeexemplar

2. Oktober 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Was für ein konservativer Bundestag das demnächst sein wird. Die Nachfolgeausgabe. Jenes Exemplar, über dessen Mehrheitsverhältnisse im September des Jahres '17 nach dem Millenium von der Bevölkerung an einem sonntäglichen Wahltag entschieden wurde.

Selbst das Unausstehliche, Ekelhafte darin geht geradezu auch noch bürgerlich-konservativ. Ist im Grunde Teil der Landschaft des Wertkonservativen. Das Konservative, derart umfänglich in dem Bundestag vertreten, daß es sich selbst das Antlitz des Miesen noch aufsetzt. Jede Menge studierte Juristen anbei als irgendwas sonst, als wäre das genau der Beruf, dessen Profil dort verlangt ist.

Geradezu mit Biest kommt dir alles konservativ an. Das Biest, das jederzeit dort bei den Konservativen mit zum Vorschein kommen kann. Ihre tolle "Freak"-Gestalt. Die in alter Zeit so Namen hatte. Etwa "Faschist", "Nationalsozialist". Viel zuviel jedoch erzählen fast jedem Kind diese Worte, daß sie das für sich am liebsten wegblenden, lieber den Weichzeichner nehmen, sich mit ihm zu umschreiben.

Dabei bis in die Gegenwart immer noch besonders infam, das Worteil "Sozialist" bei der Wortschöpfung "Nationalsozialist".

Kann mich noch an einen Geschichtslehrer erinnern, der das nebenher daherredete, erwähnte. Dieses Ekelhafte, Infame, das mit dem "Sozialismus" bei denen. Wie nebenher grummelte der das im Geschichtsunterricht daher, als spräche er weniger vor der Klasse, vielmehr mit sich selber. Wie was, das man nicht unbedingt wahrnehmen müßte, sprach der das an. Gut, daß man es auch überhören könnte, weil es doch nicht weiter wichtig wäre. Die Drögen im Klassenzimmer durften ruhig auch dröge bleiben, bei dem, was er da schwatzte.

Fast dieselbe Beläufigkeit hatte das mit diesem Lehrer, wie DIE gegenwärtig. Die, die dir mit dem Wort "alternativ" derzeit allzu trügerisch ankommen wollen. Dabei war die Ansicht des Geschichtslehrers unzweideutig klar. Der teilte nicht DAS, was DIE im Heute miteinander teilen, war davon angewidert. Um das noch mal von dem vom Lehrerpersonal zu verdeutlichen. Es dreht sich hier eher um das Daherreden von was, Tonart nebenher.

Tja, "Sozialist", das sollte man für die nationale Gleichmacherei betrachten. Was mitschwang in dieser Wortschöpfung: "Naitonalsozialist". Ein Verweis auf den "Kommunismus", der in anderen Ländern ziemlich an Macht gewonnen hatte. Der "Kommunismus", der Menschen gleichmachen wollte, am Unterschied zwischen Arm und Reich rütteln. Nur, um für neue Strukturen zu sorgen. Wie die Tatsache, daß Besitz eben auch mal Eigentümerwechsel haben kann. Ohne daß am Ende ein zu großer Unterschied zu dem von zuvor zu erkennen ist; andere schanzen sich was zu. Nur der Sprech darum, der hat bei den Kommunisten gewechselt.

Die ewige Fragestellung: der Großgrundbesitzer und die, die wenig oder nichts ihr Eigen nennen konnten.

"Sozialismus" findet demnach im Kommunismus herausragend Erwähnung, und das mit dem "Sozialismus", das nahmen jene reichsdeutschen Nationalisten denn auf, die sich zusammenfanden, sich schließlich als die "Nationalsozialsten" gründeten. Mit einer Nummer eins, die nochgerade auf ewig Charlie Chaplins "Tramp"-Filmfigur fälschte. Der "Tramp", ein Landstreicher, haltlos geworden in der Gesellschaft, trotzdem noch mit einem Rest an menschlicher Würde, Pflege. Richtiggehend nie verließ dieses Breitbärtchen das Gesicht, von dem, obwohl er sich ansonsten dauernd die Wangen herschabte. Oder an sich schaben ließ.

Es läßt sich tatsächlich bereits jetzt sagen: Diese Neuausgabe eines Bundestages, deren Abgeordnete sich nun auf Parteibasis zusammengefunden haben, die wird etwas sein. Etwas, das man womöglich noch nicht gesehen hat. Zumindest nicht, wenn man nicht in so Tage zurückblickt. So genau jene Zeiten, die vor Adenauer, Erhard.

In dieser Vergangenheit jedoch, da taucht manches auf.

Mancherlei grobschlächtiges Volk umstand in der Weimarer Republik so Säulengänge eines Parlaments. Immer wichtiger der Umgebung ankommend, je mehr sie dort im Parlament auch Gewählte waren.

Kader der SA. Die Leute Röhms. Röhm, jener Kontrahent. Der, der den mit dem Breitbärtchen ein wenig gleicher, trauter anblickte. So, geradezu wie ein Gleicher unter Gleichen. Der auch mal was einfach daherredete, ohne gefragt zu sein. Sogar privat. Schrecklich.

Nach dem Jahre dreiunddreißig rollten erst die Verhaftungwellen durch die Reichsgebietregionen, die Sozialdemokraten betreffend, die "Kommunisten". Bis er kam, der Zeitpunkt, daß sie sich jenen Röhm vornehmen konnten. Röhm, der als SA-Führer wirklich zu vielen Leuten befehlen konnte. Röhm, der all die Haufen der SA weiterhin führte. Ohne das anscheinend so recht zu überblicken, das, daß er doch auch ein Überbleibsel der Weimarer Republik war.

Andere waren da dem mit dem Dauerbreitbärtchen weitaus näher. Die SS etwa ließ er auf sich einschwören. Das waren dann seine Leute, eher als die von SA, die ihm früher gedient hatten. Als man noch dieselben Interessen hatte. Einige der SA waren dabei überall viel zu bekannt. Auch als welche, die sich, als wäre noch irgendwie Weimarer Republik, weiter der gleichgeschlechtlichen Liebe hingaben.

Darauf nahm man dann insbesondere Bezug, den Reichsdeutschen das Gemetzel unter der SA-Führungskaste auseinanderzusetzen. Motto dabei: Jucken denn da wen ein paar Schwule?

Als die Angelegenheit Röhm bereinigt war, schon was Seltsames: Fast könnte man davon sprechen, daß mit dem Ende Röhms die Weimarer Republik endgültig zu bestehen aufgehört hatte. Etwas, was bei der Weimarer Republik auch im Vordergrund stand: die sexuelle Toleranz, das Wer-mit-Wem.

Viel Duldung fand das mit der gleichgeschlechtlichen Liebe bei Röhm. Röhm selber, der soll schlußendlich eher den Männern als den Frauen zugewandt gewesen sein.

Aber damit war es dann vorbei. Zumindest offen mit so was zeigen, das brauchte sich von da ab keiner mehr trauen. Nachdem das mit Röhm aus der Welt war, war mit so was Finito.

 

 

 

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