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Blog von TeddeMehr

Solange man noch die Toleranz der anderen vorgibt

3. Oktober 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Die zwanziger Jahre, doch ziemlich interessant. Mancherorts sexuelle Befreiung, Burleske. Gleichberechtigung der Geschlechter. Gleichgeschlechtliche Liebe. Ziemlich moderner Geist, einer, der Fesseln abwarf.

Auf den Straßen fand dabei ein Kampf zwischen "links" und "rechts" statt. Wobei manchmal schwer zu sagen, war eigentlich links oder rechts war. Bei manchem änderte sich die Meinung, wie eben der Wind wehte.

Dann waren da eben die Bars, Klubs. Hinter deren Fassaden konnte man sehen, daß Frauen mit Frauen Händchen hielten, Männer gingen mit Männern. Wie es überall in den Städten ein wenig sexuell freier zuging.

Daß selbst bei den Bornierten etwas davon ankam. Auch bei DENEN. Man wußte etwa, daß welche der SA ziemlich der Männerliebe zuneigten. Auch der Anführer der SA-Kohorten stand in dem besonderen Ruf. Ohne daß ihn deswegen allzu viele schief ansahen. Oder man ihn deswegen von seinem Führungsposten entheben wollte.

Bis ... Bis sich dahingehend was änderte. Während die Führung des SA scheint's beschwichtigt war. Daß niemand dort so recht glaubte, daß sie wirklich angreifbar waren. Daß was bei ihnen bevorstehen könnte. Vielleicht, weil sie Leuten so Handlungsweisen mit entsprechender Ausführung an sich nicht zutrauten.

Eine brutale Täuschung.

Ab dem Moment des von langer Hand geplanten Überfalls war die SA weniger wichtig im Deutschen Reich. Herausragender geredet wurde von der SS. Gruppen der SS wurden zur Leibgarde des "Führers". Umfänglich, daß man sich als SS-Mitglied auf IHN einschwor, die unverbrüchliche Treue und so.

Schwulsein, gleichgeschlechtliche Liebe, voll verpönt im Land. Nichts mehr was Weimarer Republik. Wer damit auffälliger als notwendig wurde, dem konnte manches geschehen. Jederzeit konnte er in Haft geraten. Bloß wegen dem. So was.

Also, DAS war damals, daß die KZ-Tore aufgehen konnten, für den, den man bei der Männerliebe erwischte. Und Frauen, denen erging es mit der Zuneigung zum gleichen Geschlecht, auch nicht besser. Beim "BdM" in Verruf zu geraten, das war sicherlich nicht von schlechten Eltern.

Daß es die Frage ist: Was heißt so was eigentlich für einen Personenkreis, der heute Mitglied in einer bestimmten Partei ist, die sich wirklich eher die hinterletzte Vorgestrigkeit als Alternative auf die Fahne geschrieben hat?

Ist die Toleranz, die dort wahrzunehmen ist, wenn bekannt wird, daß eine Frau mit einer Frau in einer partnerschaftlichen Beziehung zusammenlebt, die Rede von "Gender"-Fragen, nicht eher die Toleranz der anderen, die sich derzeit noch in dieser Regionalgeistpartei abbildet? Etwas, das man jedoch am Ende überhaupt nicht ist: tolerant. Auch nicht in diesen Angelegenheiten.

Eine Partei, in der sich nichts als alter Geist sammelt, Leute vordran sind, die die altvordersten Grenzen wiederhaben wollen. Die Grenzzäune hoch, die Landesgrenze dicht; vielleicht wieder eine hochgezogene Mauer nach sonstwo. Sogar das wird in Betracht gezogen, dort, die Möglichkeit, auf Flüchtlinge das Gewehr zu richten. Und auch abzudrücken. Selbst Kinder, auf die wäre Munition zu verschießen. Doch ein Wunsch der Europafeinde, zu dem Wunsch hinzu, uralte regionale Länder-Animositäten hervorgehoben anzusprechen. Sachen, die sogar Kriege zwischen Landstrichen wieder möglich machen könnten. In Europa, man stelle sich vor. Wie so bestimmt die "Brexit"-Leute in Britannien, die Britannien-Bornierten, die derartiges ständig mit im Tonfall hatten. Der oberste "Brexit"-Voranbringer dachte etwa an Panzer und Flugzeuge, die er losschicken könnte, im Namen des Exklusiv-Briitischen. Bombenhagel auf Städte auf dem Kontinent und so. Das hatte der tatsächlich im Denken, sprach öfters offen davon. Der eine Milliardär mit der tollen Britannien-Liebe, der den "Brexit" in einer jahrelangen Kampagne voranschaffte, verheiratet mit einer aus einer anderen Land, die Fragestellung unbeantwortet lassend: Was stellt eigentlich sein vieles Geld dauernd an? Kümmert sich das um regionale Grenzen? Oder zieht das nicht ständig um die Welt, anerkennt keine irgendwie geartete Grenzziehung, wenn es ohne Unterlaß am Geschehen ausländischer Börsen und so Handelsmärkte teilnimmt.

Solcherart Typen also, bei denen man sich wirklich fragen kann ...

Und da, bei jenen Bornierten, die dir mit den kleinteiligsten Ideen von ganz früher kommen wollen, sind nun auch welche, die als Frau Frauen lieben, als Mann Männer. Daß sie mit dieser Ansage hallend rüberkamen, bisher hat ihnen das nicht geschadet, sie nicht wieder ins zweite, dritte Glied rücken lassen. Oder zu einem Parteiaustritt gezwungen.

Dabei - was ist das denn? Ist das nicht die Toleranz der anderen, die hier mitspielt? Nicht das jetzt weiterhin die Toleranz der anderen? Die man eben auch in so dem Regionalen zugeneigten Kleingeistparteien mitkriegen kann. Auch ein Zeitgeist, den diese abbilden. Wie diese SA-Männer, die sich am Ende nicht länger abmühten, das mit ihrer Mann-Mann-Liebesmöglichkeit zu verbergen.

Daß jemand dort was "Gender" redet, überlegt man das mit IHNEN wirklich mal. Im Grunde, daß man loslachen könnte. Schließlich: Sind SIE das denn? Hat das Tolerante in Liebesfragen am Schluß wirklich was mit ihnen zu tun? Wenn man so "Identitäres" auch mit Rassefragen diskutiert? Reinrassigkeit, ähnliches.

Oder, was ist das dort? Sind SIE nicht auch in der Gegend eher, eher auch vor Adenauer, Erhard? Eben dort. Bei ...Bei dem mit dem Breitbärtchen hieß alles mögliche Rasse, "unwertes Leben" ... All zu vieles, daß er mit Rassehintergrund einer "Endlösung" zuführen lassen wollte. Dafür seine staatlichen Behördenapparat mit Beamten bemühte, in einem industriellen Maßstab ... Auch so Leute, die Gleichgeschlechtliches zu erörtern hatten, die waren nun ebenso für die KZ. Für nicht viel was anderes waren sie was, als für die Zyklon-B-Erfahrung.

 

 

 

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