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Blog von TeddeMehr

Entweder Mann, Frau (Oder Frau, Mann)

1. Oktober 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Durchaus was, darüber nachzudenken: Da meint jemand, er ist etwas in einer bestimmten Partei. Darüber hat er sich bereits geäußert, daß er in Sachen Liebe eher nicht so das Übliche hergibt. Es ist eine gleichgeschlechtliche Beziehung, in der gelebt wird. Derzeit kann man sich mit so was offenkundig vorzeigen.

Dabei ist das eher eine Kleingeistpartei. Der er angehört. Eine, die den engen Horizont größer sieht, als daß gerne in die Weite hinausgesehen würde. Eher mancher geistige Mief geht dort um. Muff, Muff und noch mal: Muff.

Es sind die für das von Vorgestern. Jedoch mit dem schönen Wörtchen "alternativ" im Parteinamen.

Wirklich, sich nach einer Zeit vor Adenauer, Erhard zurücksehnen? Dorthin? Womöglich noch die, ehe die Alliierten eintrafen ...

Damals war man aber unter anderem auch nicht besonders tolerant in Liebesfragen. Alles sollte eher handelsüblich sein. Kein Gedanke, daß ein Mann offen einen Mann lieben hätte können. Mit ihm gar in einer eheänlichen Beziehung zusammenleben. Oder daß eine Frau sich verstärkt zu denen ihres eigenen Geschlecht hingezogen fühlen hätte können, ohne schief angeguckt zu werden. Und dann noch so eine Art Kümmernis, daß jemand nicht als "Mann" oder "Frau" glücklich sein mag. Das, als was man geboren wurde. Da drüber sich allzu lebhaft in alten Tagen zu äußern ...

Zimperlich wäre mit solchen Leute ehedem mit Sicherheit nicht umgegangen. Und dort die politische Richtung, die rechtsdrehende, auf die die mit dem Wort "Alternative" mehr oder weniger offen dem Normalbürger hindeuten, dort, sieht man genauer hin, herrscht eigentlich für so Problematik noch weniger Toleranz, nimmt man das mit den verknöchertalten Zeiten ernster, die man dauernd anspricht. Auch unverhohlener Kleinigkeiten äußert. Über derartiges hätte früher nicht lange geredet, ein empfindsames Wesen in einem erkannt. In der Vergangenheit hätte man für so was wirklich keine Psychologie übrig gehabt. Außer die der groben Hand.

Höchstens in einem Vernichtungslager hättest du vor Adenauer, Erhard mit so Zeugs bei gewissen Reichsdeutschen landen können. Hättest du dich mit so was mehr als notwendig bekannt gemacht, als Mann oder Frau, wärs für dich losgegangen. In Lagern, von denen man haufenweise welche hatte, hätte man für das Problem mit dir für eine Endlösung gesorgt.

Entweder wärst du eingeschläfert worden wie ein Hund. Oder du hättest andere Leute ins Gas begleitet. Wie es oft genug vorkam, wenn du dich nicht als Arbeitskraft zu Tode schuften hättest müssen. Das mit dem Tod kann man hier wörtlich nehmen. Schufterei bis zu dem Moment, daß du es nicht mehr schaffst, zusammenklappst. Viel Versorgung konntest du da nicht unbedingt erwarten. Liegengelassen wärst du worden. Irgendwann hätte dich ein schwerer Stiefel angestoßen, zu prüfen, ob du hinüber bist oder nur so tust.

Also, in einer derart unaussprechlichen Partei damit bekannt zu sein, daß man der gleichgeschlechtlichen Liebe huldigt ...? Zwar beim anderen enghorizontal beim Borniertesten ganz weit vorndran. Aber damit schlußendlich doch auffällig, daß sie bemerken, daß man als Frau eine Frau liebt. Als Mann einen Mann. Daß die im Gestern vielleicht gesagt hätte, bei der Betrachung deiner Person: Da schau her, da sind welche ja noch aus der "Weimarer Republik" übrig geblieben. In der Weimarer Republik war es schließlich egal, ob ein Mann einen Mann liebte, eine Frau eine Frau. Das war dort keine Frage. Höchstens eine der Gewöhnung.

Aber, als die nach dreiunddreißig ankamen, sich ermächtigen konnten. Da ...

Da bot sich dort bei Röhm auch die Gelegenheit, auch damit aufräumen zu können. Bei Röhm. Vielleicht bildet die Dritte-Reich-Angelegenheit mit Röhm geradezu auch noch einen Abschluß für was aus der Weimarer Republik.

Als das mit Röhm denn vorbei war ... Ab da liebte ein Mann wieder besser eine Frau, eine Frau einen Mann. Wer mit was anderem berühmt wurde, dem konnte nun einiges geschehen. Wie erwähnt, der Lager waren viele, nach denen Andersdenkende, Systemfeinde verbracht werden konnten. Nach Dachau konnte einer leicht mal gefahren werden. Um vielleicht dort Verschütt zu gehen. Auf Nimmerwiedersehen. Bis heute ist von so Namen auf Listen zu erfahren. Zu ihren Familien zurückgekehrt sind DIE nie. Spurlos verschwunden. Hatten Luftauflösung. Ehe sie nach Dachau reisten, weiß man noch ein bißchen was von ihnen. Beispielsweise, daß sie "real existierende" Personen waren.

Muß einer also wirklich selber wissen, wenn er dem Kleingeisthorizont eigentlich im besonderen Stil huldigt, ob er da beizeiten noch viel Toleranz erfahren wird, wenn man längst größer Dinge von ihm weiß. Etwa die, daß man als Frau eine Frau liebt, als Mann einen Mann. Oder ob jemand sich nicht besser den eigenen Laden mal genauer beguckt. Welche Erweiterungen in ihm für einen selber anstehen können. Dort, wo im Grunde das bodenlos Bornierte vorherrscht, das Kleinhorizontale die Alternative ist.

 

 

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