Neben denen keiner sitzen möchte
Immer wieder seit Jahrzehnten versuchten es DIE, die Falschtuer im Namen des Exklusiv-Nationalismus, wieder größer mit sich unter die Leute zu geraten. Ohne Unterlaß, daß SIE seit fünfundvierzig Parteien neu gründeten.
Jetzt scheinen sie, aus dem Osten ankommend, damit wieder größer unter die Leute geraten zu können. Als wären SIE was, was man sich erlauben könnte.
Der Osten, eine unübersichtliche deutschregionale Region, wo ehedem der "Kommunismus" Staatsform war. Also, was "Linkes". "Links", wie man sich nannte. "Linke" Ausrichtung, bei einem totalitären Obrigkeitssystem, bei dem der "Parteiführer" durchregierte wie ein großer Diktator.
Viele hatten es sich in diesem "kommunistischen" System eingerichtet, mit Wohlfühlfaktor. Obrigkeitshörig. Waren gut im gedankenbefreiten, sorglosen Gleichschritt, den man selbst an den Schulen den Kindern lehrte. Im großen Stil auf so Massenturnveranstaltungen wahrnehmbar. Ähnlich wie es sich bei den Nazis die Ära von zuvor eigentlich verhielt, ging es da zu. Wenn Leutescharen zu Musik in der ewig gleichen Bewegung abtanzten, sich verbogen. Gleichgeschaltete Mädchen, Jungs, die ihre Übungen vorführten. Möglichst strikt im Einklang miteinander dieselben Turnübungen präsentierten. Wahnsinn, zu welchem choreografischen Gleichklang man es bringen kann. Bei schieren Massen.
Das System war demnach ziemlich links. Nicht links von der Mitte wie so Sozialdemokratisches, sondern linksaußen. Mit jede Menge Einsprenkeln, beispielsweise den Wehrübungen an den Schulen für die Schüler, Zeltlagern mit so Mädchen- und Jungskadern, wie sie gewiß auch Ansagern gefallen hätten, hätten sie sich das angesehen, die die Jahre zuvor mit dem mit dem Breitbärtchen gegangen waren.
So viel Disziplin, Stechschritt. Das war geradezu das der faschistischen Gesellschaftsordnung eins vorher. Ehe die Russen der sowjetischen Besatzung den Leuten östlich den "Kommunismus" aufs Auge drückten. Oft genug nichts anderes als Faschismus, bei einem Wandel im Sprech, mit dem man zurechtzukommen hatte, weil man ihn sich anlernen mußte. Darüberhinaus wenige Unterschiede zu Vorgängen in den faschistischen Jahren. Beinahe geradezu alles wie früher, mancherorts.
Schöne Uniformen für groß und klein. Zelten unter freiem Himmel. Überlebenstraining. Wehrübungen in kurzen Hosen oder angedeuteter oder echter Militäruniform. Militärische Aufmärsche brachten bei einem Abwechslung in die Bude; schließlich MUSSTE man dorthin, konnte sich nicht größer abseits halten.
Daß es nicht wunder machen muß, wenn sich ostwärts "links", "rechts" so unmittelbar nah war, daß man in östlichen Regionalgebieten gegenwärtig im größeren Stil der rechtsdrehenden Denke zuneigt. Quasi von linksaußen treibt es sie nach rechtsaußen. Nicht länger der Trotz mit der "linken" Partei, jetzt der mit der "rechten"..
Für manche unerklärlich. Welch ein großer Schritt, reden sie daher. Wie kann ein "Linker" nur immer so rasch ein "Rechter" werden und umgekehrt?
Des Rätsels Lösung doch irre simpel: die einfache Vorstellung eines Kreises, in dem sich dann zusammenfindet, trifft, fügen sich die Enden aneinander. Dort, im Kreis, nur ein Katzensprung, das von einem zum anderen. Die rote und die braune Fläche quasi haarscharf nebenan. Ein Hüpferchen, man ist drüben. Viel Aufwand ist nicht zu betreiben, von der einen Schraffierung zu der nebendran rüberzugelangen. So wenig weit ist man im Grunde auseinander, wenn man möchte.
Und das scheint in der Gegenwart von mancher Bevölkerung im Osten so getan zu werden, daß man sich, nachdem man länger "links" wählte, dort, wo sich noch Reste des alten DDR-Systeme herzeigten, stur, trotzig über Jahre in Treu dabei blieb, plötzlich nun nach "rechts" rüberzuschwenken. Dabei nicht so den Konservativen, Üblichen sich zuneigt, sondern sich dem besonderen Rechtsaußengeist zuwendet. Als wäre das echt nichts: von eher linksaußen nach rechtsaußen rüber zu drehen.. Ist ja auch nichts, in der Kreisform. Bei den Berührungspunkten rechts draußen mit links draußen, ein Hüpferchen.
Man muß nur die Führungskader in dieser einen Partei sehen, Ostregionale zuhauf. Allzu viele aus dem Osten der Europaregion Deutschland. Die Ostbevölkerung, die vorgibt, enttäuscht zu sein, vom demokratischen System.
Nach einer starken Führungskraft sehnen sie sich scheinbar, einen unzweideutigen Ansager, der das eigene Denken erspart und so "Wärme" zurückbringt. Einen geraden Weg, den Gleichklang. Fast möchte man es wie was Religiöses haben. Eben nichts wie in der Unsicherheit eines Glaubens. Daß etwas vielleicht möglich ist.
Anders möchte man es betrachten. Nicht nur so der "Glaube" und unsicherer sumpfiger Boden, auf dem man herumstakst. Die feste Fläche der unzweideutigen Gewißheit des Zweifelbefreiten hätte man gern. Schwarz, weiß. Keine Farbschattierungen dazwischen. Oder nicht störend viele.
Gewiß möchte man sich sein, der eigenen kleinen Welt versichert. Daß man in ihr nicht gestört wird. Wie in einer Glaubenswelt. So und so ist was, nicht anders. Andere Denkmöglichkeiten: Will man nichts hören von. Braucht man alles nicht.
Jetzt hat es eine erst vor kurzem Jahren erst gegründete Partei mit Rechtsdrehung also geschafft, umfänglicher in der Bevölkerung zu werden. Als wäre man auf eine Leere gestoßen. Unerklärlicherweise. Als Ewiggestriges. Mit dem Kleinweltdünkel.
Altes, auf das dabei zurückkommen möchte. Jenen Nationalgeist, den man doch ewig hatte. Nur, momentan durchaus länger her. Das mit der Exklusivität der Einzelnationen. Was heute in Europa ist, ist ein klein wenig etwas anderes. Nebenher: Das hat man sich doch tatsächlich noch nicht allzu lange erworben. Die Möglichkeit eines vereinigten Europas. Das andere jedoch, das mit den tollen Regionalnationen - bis zum Erbrechen hatte man das. Nationalflaggen geschwenkt, die blutigsten Kriege für so was geführt. Sich dem Tod für eine Nation hingegeben, als wäre die was Heiliges, Unumstößliches. Außer natürlich in der Weise: in den Tod sollte man dafür gehen, deshalb brauchte man innere Entschlossenheit, und wenn man einer Nation unverbrüchlich die Treue schwor, dann ... Dann war man gut Schlachtvieh.
Und jetzt, als wäre früher nie irgendwas vorgefallen, würde DAS mit dem Nationalgeist, der trüben Regionalität wieder gerne Rückkehr halten. Selbst das Übelste davon. Weil es doch ein kleines Weilchen nicht mehr war.
Es hockt nun wirklich wieder größer in einem Bundestag der Europaregion "Deutschland". Der Kleinwelthorizont, das Bornierte - dort geht das groß.
Noch wird es nicht gerne gesehen. Möchte nicht jeder daneben sitzen. In jenem Bundestag.
Doch es werden Leute neben ihnen sich hinhocken. Bestimmte MÜSSEN.das, sich neben SIE hinzuplazieren. Nachdem sie Einzug halten durften, in jenen Bundestag, als demokratisch Gewählte.
Knapp neunzig Nasen sind die, die im September des Jahres '17 nach dem Millenium Wähler fanden. Das ist keine schlechte Zahl. Da läßt sich gut rumwieseln. Wie in einem Weimarer Republik-Parlament. So Ende der zwanziger Jahre.
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