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Blog von TeddeMehr

Pestizide

22. Oktober 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Die heutigen Pestizide sind so erfolgreich, daß sie selbst die Insekten in ihrem Bestand bedrohen. Die Insekten, groß in der Vermehrung, in der Lage, praktisch überallhin zu gelangen.

Nun jedoch, daß sie beinahe auf die rote Liste bedrohter Tierarten kommen können. Oder bereits dort aufgeführt sind.

Fast müßte man was am Geist der Agrar-Wirtschaft ändern. Der Hochleistungs-Ökonomie derer, die ein Feld bis zum letzten bißchen Krumme nutzen wollen. Rechnergestützt. Ohne allzuviel Arbeitsaufwand. Der Bauer kommt dabei an wie ein Industrie-Ökonom. Und die hochwirksamen Gifte auf den Feldern, die "Schädlinge" und "Unkräuter" bekämpfen, ob auf den Ackerfeldern oder in den privaten Gartenanlagen, die greifen durch. Bringen einen allumfassenden Tod. Nebenher alles begleitet von einer unausstehlichen Monokulturlandschaft. Raps und Mais. Kilometerweit. Flächenfraß.

Und es soll sich, sagen verschiedene Leute, schnellstens was an dem Geist der unsäglichen Monokultur, des durchgreifenden Gifteinsatzes, dem Nitrat im Boden und beim alltäglichen Verbrauch von Bodenflächen mancherlei ändern. Nur: Ändert sich in Wahrheit denn was irgendwie?

Für "Glyphosat" beispielsweise werden die Tausendsten Dinge unternommen, daß es sich ja erhält. Keine wissenschaftliche Studie soll recht bekommen, die die Gefahr durch dieses Gift beweist und verdeutlicht.

Jetzt hat man es eigentlich bereits überall, das Glyphosat: etwa im Bier, das man trinkt. Im Eis, das man schleckt. Aber die Dosen, immer so, wird einem gegenüber fast unaufhörlich behauptet, daß sie eigentlich unbedenklich wären. Wie die deutschregional letztens gemessene erhöhte Radioaktivität, die ebenfalls mit Abwinken zu betrachten wäre. Zumindest teilt man so was ohne Unterlaß mit: Um nichts, um das man zu sorgen hätte. Schlußendlich macht etwa bei Glyphosat die Dosis das Gift. Die Dosis. Wie bei der Radioaktivität. Motto scheint hier zu sein: Hauptsache die Leute sind ruhig, dann paßt alles.

Auch das Vogelsterben wird einem beiläufig thematisiert. Vögel fressen am Ende Insekten. Und wenn es immer weniger Insekten gibt, dann haben die Vögel auch weniger zu fressen. Was sich zum anderen noch dazu auch auf die Vermehrungsrate der Vögel auswirkt, wenn sie Hunger leiden.

Im Grunde ist es bodenlos. Anscheinend wartet alles auf den großen Knall: daß es etwa mal für länger kein Obst mehr gibt, weil da weit und breit keine Biene mehr fliegt. Die Biene, was zu bestäuben. Weil man ja die Umwelt für die Bienen bestmöglich feindseilig einrichtet, wenn sie nur im Frühjahr was Blütenpollen und so was finden, während sie ansonsten nur grünes Gras sehen, kein Blümchen weit und breit. Weil welche da ausschließlich den englischen Rasen lieben, ständig auf Zentimeterlänge gehalten. Oder eine Gartenumgebung unterhalten, die aus möglichst nichts als totem Gestein besteht.

Und auch der Bauer, der erledigt seinen Beruf so nebenher. Schaut mal kurz am Rechner nach, wie was wächst oder es dem verdinglichten, abstrakt betrachteten "Viehzeug" geht. Zumindest die Kühe, die die Melkmaschine von selber aufsuchen, sich so Erleichterung von einem Druck verschaffen als hochgezüchteter Turbomilchlieferant.

Wirklich, alles nur noch Industrie hier. Überall der Augenaufschlag des Industriellen, der Tiere verdinglicht. Jenseits irgendeines Mitgefühls, daß da Lebewesen in Großställen gehalten werden. Mit dem Getier, daß man umgeht, als müßte man es noch für was bestrafen, ehe man es nach viel zu kurzer Lebenszeit schlachtet, als "Ware" abpackt, die ver- und gekauft werden möchte, weil man so was am Speiseplan hat.

Was immer. Bei einer Massentierhaltung. Bei der das Wenigste nicht gleichgültig zu sein scheint. Piepegal. Weit entfernt vom Geist der Indianer, die den Bisons und ihren Geistern, "Seelen" Abbitte leisteten, die sie töteten. Die Indianer mit dem Wissen, daß sie ohne die Bisons eigentlich das Allerwenigste wären. Wenn der Bison nicht auf seine Weideflächen zurückkehrte, hatte man Sorgen. Deshalb haben so die Weißen, deren Abgesandter ein gewisser "Buffalo Bill" war, auch die Bisonherden auf den Weiden gnadenlos abgeschossen. Daß das die Indianervölker ins Mark träfe. Hat die auch schlimmstens getroffen.

Größere Sorgen hat in der Gegenwart niemand. Etwa die Weltmeere anbetreffend. Oder, was los wäre, wenn es keine Korallen mehr gibt ...

Geradezu möchte die Menschheit eins: die gewaltige Explosion. Wie so Heuschrecken. Bei den Heuschrecken, daß gesehen werden kann, daß sie eine Landschaft radikal kahl fressen. Und dann, wenn nichts mehr da ist, sie nichts weiter finden, geht's ihnen mies. Müssen sie sterben. Aussterben. Erst satt so viele, dann verhungert.

Ganz einfach.

Hat es nicht bereits ein paar umfassendere Aussterben in der Erdengeschichte gegeben?

Das Leben an sich ist nichtsdestotrotz immer zurückgekehrt. Bewiesenermaßen mehrfach.

Wobei: der Mensch, wenn der sein Heuschreckenschicksal erleidet, wird der irgendwo fehlen?

Nicht notwendig, für nichts, sich an den erinnern zu müssen. Wenn es wo wieder neu wimmelt, wuselt. Sogar mehrere Hunderttausende Ödjahre haben Kleinstlebewesen bereits überstanden, ehe sie wieder anfangen konnten, größer zu werden, weil das Erdklima zur Lebensfreundlichkeit zurückkehrte.

Schon die Frage: Könnte die Menschheit so die Marswelt auf Erden mehrere hunderttausend Jahre überstehen? Für die Erdentwicklung sind diese Hunderttausende Jahre zwar nichts wie eine Minute oder so ein Augenblinzeln ...

Die Erde kann sich vom schönsten nuklearen Winter erholen, vom mächtigsten Asteroideneinschlag. Jemanden Bestimmtes, der sich wegen nichts was bekümmert hat, braucht sie dabei nicht. Es gibt immer jede Menge Neues. Solange die Erdenwelt sich in dem Bereich zur Sonne befindet, der Leben ermöglicht.

 

 

 

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