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Blog von TeddeMehr

Die Heimat: unter fünf Prozent

7. November 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Wie kann Volk nur so garstig sein? Zu zwei Parteien, die neu in den Bundestag einziehen mußten.

Dabei hatte jede solche Heimatgefühle. Ihre Identität dafür war schließlich gewaltig.

Trotz diesen großen Gefühlen hat man sie regelrecht zur Ausreise gezwungen. Vertrieben.

Obwohl besonders bei den einen alles so gut penetrant nach Mottenkugeln, anderweitigem Muff roch. Dickster Staub, bösester undefinierbarer Belag weiterhin auf allem bei ihnen liegt.

Nichtsdestotrotz mußten sie ausreisen aus ihrer angestammten Heimat, fort von den besten aller Zahlen. Ihre trautesten Urheimat den Rücken zukehren.

Alles unter fünf Prozent war es schließlich.

Jede einzelne Zahl dort unter fünf Prozent hätte ewiglich hingereicht. Der war der beste Heimathorizont.

Und jetzt sind sie wahre Flüchtlinge, von dort Vertriebene. In einer weit entfernten Region eingetroffen. Einer Welt, mit der sie eigentlich niemals zurechtkommen wollten. Der über den fünf Prozent. So jenseits den fünf Prozent.

Schwer zu sagen, warum das sein mußte, sie je drüber zu sehen. Obwohl alles bei ihnen das Identitäre von jeder einzelnen Zahl unter den fünf Prozent hat.

Nie hätten sie je über die Fünf-Prozent-Schwelle springen können, damit. Nicht einen Gedanken daran hatten sie in der Anlage. So von vorvorgestern wie sie sind, kein Einfall.

Einfach unfaßlich. In die fremdeste Fremde hat man sie bösartigerweise gestoßen. Im Fremden müssen sie umgehen. Spuken da in Gegenden rum, nicht die ihren. Rechte Rumtreiber. An Örtlichkeiten zu blicken, wo sie kaum daheim sind, nie daheimsein wollten.

Vertriebene sind sie, Heimatlosgewordene. Regelrecht Entwurzelte. Mit allem, das bei ihnen verblieb: alles, das so gut war, ausgezeichnet für alles unter den fünf Prozent. Gemütlich daheim unter fünf Prozent - das war das IHRE. Da konnten sie sich was erzählen. Daheim war daheim.

Und jetzt, diese Traurigkeit, diese triste Verlassenheit: so weit über den fünf Prozent. Als trauernde Unter-Fünf-Prozent-Umgänger.

Wollten die Leute ihnen denn nichts glauben? Was davon konnten sie nicht hören? Was sollte diese Taubheit bei ihnen?

Alles für jede einzelne Zahl unter fünf Prozent teilten sie mit. Sonnenklar, verständlich unterrichteten sie darüber. Kaum zu glauben, was bei ihnen für unter fünf Prozent zu erlauschen war.

Und dann jetzt das! Schwer die Frage: Wie was sein hätte sollen, daß sie je über die fünf Prozent drüberkommen hätten können müssen?

Jetzt hätte man sie trotzdem gerne wieder zurück, die altvertrauten Heimatgefilde, die unter den fünf Prozent. Und niemand mag SIE erhören. Selbst wenn sie alles dafür unzweideutig zum Ausdruck bringen. Vor die Brust stoßen.

Alles war so überdeutlich, bei ihnen, trotzdem wurden sie gewählt. Und nun, aus dem Grunde, sind sie in übelster Weise heimatlos geworden. Echte Heimatvertriebene. Eine verlorene Schar mit einem einzigen Wunsche. Zurückzukehren in die gewöhnliche, althergebrachte, angestammte Heimatwelt. Unter den fünf Prozent jede Zahl, das wäre es. Dort doch, daß sie alles haben, all ihre Leidenschaft, darauf, daß sie verwendet haben: für alles unter den fünf Prozent.

Damit die Tapsigkeit ein Ende hätte, das Nichtbegreifen. Der Hohn und der Spott der lange schwindelnden Höhen. Alles über den fünf Prozent war und ist doch viel zu hoch. Im Gebirge ist ja abzustürzen, echt wahr.

Warum mußte das denn sein? Warum waren Leute so grausam zu IHNEN? Ekelhaft.

Jetzt die Gegenwart: alleinegelassen, verlassen taumeln sie rum, als welche, über die fünf Prozent geworfen. Es ist das wahrlich kein Leben. Bei der altbewährten Heimatverbundenheit. Wo doch alles unter den fünf Prozent ihre herrlichste Heimat ist. Schöner ist's nirgends.

Das mit dem Heimatempfinden, die -liebe ... Das möchte ihnen verlorengehen. Jenseits geraten über den fünf Prozent. Jenseits der fünf Prozent kennt man sie und sich fast nicht wieder. Befremdeter hat man nie empfunden, und vorgekommen ist man sich nie entfremdeter, als jetzt, als Überspringer der Fünf-Prozent-Hürde.

Wo ist sie nur hingekommen, die gute, altbekannte Regionalheimat von unter fünf Prozent? Alles unter den fünf, das war es für sie wirklich. Warum hat sie sie derart traurig verlassen, die traute Unter-fünf-Prozent-Heimat?

Dorthin zurückzukehren, scheinbar nicht ganz einfach, in jene Wohlfühloase von unter fünf Prozent.

Dabei spricht man doch ständig von nichts anderem als dem Heimatlichen von unter den fünf Prozent. Man präsentiert sich dafür in seinem allerbesten Muff, hat den bewährtesten Mief dafür aufgelegt. Extra sich noch hinterher eingestaubt. Und sie lassen einen nicht in die heimatliche Ruhe zurück: nicht zurückkehren unter die fünf Prozent.

Blöde möchte man werden, als jemand mit der allerbesten Unter-fünf-Prozent-Heimat. Sieht denn keiner, was man IHNEN angetan hat? Wie SIE es nicht fassen? Unbegreiflich ist es IHNEN. Wobei man bloß eine Sekunde hinsehen müßte: Jegliches bei IHNEN ist bestens vorbereitet. Griffbereit liegt Zeug rum. All das, das nötig ist, für die Rückkehr. Die in die herrlichst urige Heimat von unter fünf Prozent. Wo doch das das eine Daheim ist, das Zuhause. Auf der Stelle könnten sie augenblicklich dorthin abfahren. Daß die Sehnsuchtsheimat ihre Wiederkehr hielte.

 

 

 

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